(de) [FAU Berlin] Kino Babylon: Geschäftsleitung sperrt sich gegen Tarifverhandlungen

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Thu Jun 18 12:44:23 CEST 2009


Pressemitteilung Berlin, 17.06.2009 ---- Kino Babylon:
Geschäftsleitung sperrt sich gegen Tarifverhandlungen ---- Die Neue
Babylon Berlin GmbH lehnt Verhandlungen über einen vorgelegten
Haustarifvertrag ab und eskaliert so den Konflikt um bessere
Arbeitsbedingungen.


Bereits seit Monaten bemüht sich die Belegschaft des Traditionshauses am
Rosa-Luxemburg-Platz ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Berichte über
die prekären Verhältnisse gegen die sie sich wehren, gingen durch die
Berliner Presse und das internationale Fernsehen.

Obwohl das Filmtheater mit mehreren hundertausend Euro im Jahr vom
rot-roten Senat gefördert wird, blieben die Löhne auf einem Niveau, das es
den Beschäftigten kaum erlaubt, über den Hartz-IV Satz zu kommen, wie
Theaterleiter Jens Mikat auf einer Betriebsversammlung zugab.

Forderungen nach Verbesserungen der Arbeitsbedingungen seitens der
FAU-Betriebsgruppe wurden ignoriert, immer wieder sehen sich Mitarbeiter
gezwungen, ihre Rechte vor Gericht einzuklagen. Auch der Betriebsrat mußte
zur Durchsetzung seiner Rechte mehrmals einen Anwalt einschalten.

In diese Linie fügt sich die Ablehnung von Tarifverhandlungen über einen
Haustarifvertrag. Als Grund wird vorgeschoben, das Allgemeine Syndikat der
FAU sei nicht tariffähig.

Bisher wurde dies nie in Frage gestellt - sei es bei der letzten
Betriebsversammlung oder bei einem Gespräch zwischen Geschäftsleitung und
Gewerkschaftsvertretern, in dem es unter anderem auch um einen möglichen
Tarifvertrag ging. Tatsache ist auch, dass die FAU die bei weitem
mitgliederstärkste und einzig aktive Gewerkschaft im Betrieb ist und in
enger Absprache mit der Belegschaft den Haustarifvertrag entworfen hat.
Inhaltlich geht die Geschäftsleitung mit keinem Wort auf die hierin
enthaltenen Forderungen ein.

Im nun vorgelegten Vertrag geht es u.a. um Löhne auf einem würdigen Niveau,
Nacht- und Feiertagszuschläge, sofortige Umwandlung aller befristeten
Verträge in unbefristete, ordentliche Entlohnung von PraktikantInnen.
Kurzum: Das sofortige Ende prekärer Verhältnisse im Babylon Mitte.

"Ein solches Vertragswerk setzt man durch, oder man lässt es. Wir sind
stärkste Gewerkschaft im Betrieb, gut aufgestellt und organisiert. Da
nützen auch keine Taktierereien. Wir werden den Haustarif mit allen
Mitteln durchsetzten und ich bin mir nicht sicher, ob der Geschäftsleitung
des Babylon Mitte wirklich bewusst ist, worauf sie sich damit einlässt."
so Lars Röhm, Sekretär des Allgemeinen Syndikates der FAU Berlin.

Allgemeines Syndikat und Betriebsgruppe Babylon Mitte der FAU Berlin


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