(de) FAU-IAA: Erneuter Aktionstag gegen die Arbeitsbedingungen by Ryanair

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Sun Jun 7 18:06:17 CEST 2009


Am 6. Juni fand zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in mehreren 
Ländern ein Aktionstag wegen der Arbeitsbedingungen by Ryanair statt. 
Konkreter Anlass war auch dieses Mal u.a. die Kündigung eines 
Gewerkschaftsaktivisten der spanischen CNT an der Ryanair-Basis in 
Zaragoza. In der BRD informierte die FAU u.a. an den Flughäfen 
Berlin-Schönefeld, Altenburg («Leipzig») und Weeze («Düsseldorf») sowie 
am Busterminal in Leipzig Fluggäste, AirlinerInnen über 
Flughafenbeschäftigte über die Repressalien gegen GewerkschafterInnen 
bei Ryanair.

Hintergründe

Die CNT-Betriebsgruppe bei Ryanair in Zaragoza rief für Samstag, den 6.
Juni zu einem zweiten internationalen Aktionstag gegen die Airline auf.
Die CNT befindet sich seit Februar im Konflikt mit Ryanair am Standort
Zaragoza. Sie wirft der Fluglinie vor, gewerkschaftliche Organisierung
zu behindern und die ArbeiterInnen einzuschüchtern. In diesem
Zusammenhang wurde ein Mitglied der CNT-Betriebsgruppe gefeuert. Nach
einer ganzen Serie von Mobilisierungen in Zaragoza selbst, bat die CNT
jetzt erstmals im Mai um europaweite Unterstützungsaktionen, um so den
Druck auf die Airline weiter zu erhöhen. Auch in der BRD fanden an
diesem Tag eine Reihe von Aktionen, kombiniert mit KundInnen-Protesten
bei Ryanair statt.

Aktionen der FAU während des 2. Aktionstages

In Berlin-Schönefeld gab es im Laufe des Tages gleich zwei Aktionen.
Morgens wurden Flugblätter am Check-In verteilt. Nachmittags entrollte
eine größere Gruppe von Mitgliedern der Berliner FAU und der
«Anarchosyndikalistischen Jugend» (ASJ) Berlin ein Transparent am
Check-In und verteilte dort Flugblätter an Beschäftigte und
Ryanair-KundInnen. Das Interesse war groß und selbst aus den Reihen des
Flughafen-Sicherheitspersonals gab es Sympathiebekundungen und Tipps für
künftige Aktionen. Die Aktion wurde auf den Eingangsbereich des
Terminals ausgedehnt. Nach einer Personalienfeststellung und nachdem
alle Flugblätter ihre AdressatInnen erreicht hatten, wurde die
gewerkschaftliche Informationsverteilung beendet.

Am Flughafen in Altenburg («Leipzig») verteilten Mitglieder der
umliegenden FAU-Syndikate ebenfalls Flugblätter an Reisende und
Beschäftigte. Auch dort gab es reges Interesse, ebenso wie in Leipzig,
wo GewerkschafterInnen der FAU die Fahrgäste der Shuttle-Busse zum
Flughafen Altenburg über die Arbeitsbedingungen by Ryanair informierten.

In Weeze, 80 km nordwestlich von Düsseldorf, fand eine weitere Aktion
statt. Mehrere Mitglieder umliegender Syndikate der FAU verteilten dort
hunderte von Flugblättern. Hierdurch wurde der Sicherheitsdienst derart
nervös, dass erst einmal die Eingangstüren zum Terminal verriegelt und
die Passagiere kurzfristig eingesperrt wurden. Dennoch gab es auch hier
reges Interesse sowohl von Seiten der KundInnen als auch der
Flughafenbeschäftigten. Nachdem während des ersten Aktionstages sogar
die Lokalpresse über die Verteilaktion und die Arbeitsbedingungen
berichtet hatte, war die Security dieses Mal deutlich nervöser. Ein
Mitarbeiter erzählte, dass es bereits vor Beginn der Aktion eine Reihe
von Anrufen gegeben habe, dass für den 6. Juni etwas im Busch sei.

Am Flughafen Lübeck-Blankensee («Hamburg») verteilten Mitglieder der
FAU-Syndikate in Hamburg und Wismar Flugblätter zu den
Arbeitsbedingungen bei Ryanair.

Wie geht es weiter?

Für den 8. Juni ist eine Arbeitsgerichtsverhandlung in Zaragoza
angesetzt, auf der es auf juristischer Ebene um die Wiedereinstellung
des CNT-Gewerkschafters geht. Sollte Ryanair sich nach wie vor weigern,
den Forderungen der CNT-Betriebsgruppe nachzukommen, wird dieser zweite
Aktionstag vermutlich nicht der letzte gewesen sein. Nicht zuletzt auch
deshalb, weil sich in den Gesprächen mit Flughafen-MitarbeiterInnen und
Airlinern an den verschiedenen Standorten wieder einmal gezeigt hat,
unter welch miesen Bedingungen hier teilweise den KollegInnen ihre
Arbeitskraft abgepresst wird.

[Quelle: http://www.fau.org/artikel/art_090607-120317]


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