(de) [FAU Berlin] FAU ruft zum Boykott gegen das Kino Babylon Mitte auf

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Wed Jul 15 20:19:13 CEST 2009


Presseerklärung der FAU Berlin ----13. Juli 2009 ---- FAU ruft zum 
Boykott gegen das Kino Babylon Mitte auf

Seit Mitte Juni wird im Kino Babylon Mitte ein Arbeitskampf geführt.
Hintergrund ist, dass die Geschäftsleitung sich weigerte, über einen
Haustarifvertrag zu verhandeln, der von der Gewerkschaft FAU in enger
Zusammenarbeit mit der Belegschaft entworfen wurde. Trotz täglicher Präsenz
der Gewerkschaft vor dem und im Betrieb und einer regelrechten Flut von
lokalen bis internationalen Protestschreiben an die Geschäftsleitung zeigt
diese sich weiterhin stur. Stattdessen versucht sie momentan, Stellen an 
das
Zweitunternehmen der Geschäftsführer (Kino und Konzerte GmbH) 
auszugliedern,
wodurch die offizielle Belegschaftszahl sinken und die 
Einflussmöglichkeiten des
Betriebsrates weiter beschnitten würden. Auch werden durch die Schließung
eines Teilbereichs des Kinos die Dienstpläne ausgedünnt, was die Einkünfte
vieler Beschäftigter zusätzlich vermindert.

In Anbetracht dieser kompromisslosen und arbeitnehmerfeindlichen Haltung 
sehen
sich die FAU-Betriebsgruppe im Babylon Mitte und die FAU Berlin dazu
gezwungen, einen Schritt zu gehen, den sie gerne vermieden hätten, der aber
notwendig scheint, um die Geschäftsleitung zur Vernunft zu bringen. Die FAU
Berlin appelliert deshalb an alle Gäste des Babylon, das Kino so lange zu
meiden, bis die Geschäftsführung ernsthafte Verhandlungen mit der FAU
aufgenommen hat. Es wird darauf verwiesen, dass es sich bei 
Boykottaufrufen um
ein legitimes Mittel des Arbeitskampfes handelt. Nicht zuletzt handelt 
es sich
hier um eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse, werden die prekären
Verhältnisse und die dubios anmutenden Praktiken der Neuen Babylon GmbH
jährlich mit mehreren hunderttausend Euro an öffentlichen Geldern
subventioniert.

Lars Röhm, Sekretär der FAU Berlin, dazu: "Wir haben den Eindruck, dass die
Geschäftsleitung äußerst irrational handelt. Aus falschem Stolz heraus 
scheint
sie eher gewillt, das Kino in den Abgrund zu führen, als Zugeständnisse 
an die
Belegschaft mit ihren legitimen Forderungen zu machen. Jetzt sind auch 
die für
das halbkommunale Kino Verantwortlichen in der Landespolitik gefragt, die
Geschäftsleitung zur Raison zu bringen, wenn die Lage nicht noch weiter
eskalieren soll."

Besonders bedauernswert findet die FAU Berlin, dass ein gutes, 
ambitioniertes
Kinoprogramm unter dem Starrsinn der Geschäftsleitung zu leiden hat. 
Gehofft
wird, dass die Lücke zwischen Anspruch und Realität im Babylon Mitte bald
geschlossen werden kann. "Ein linkes engagiertes Kino erfordert einen
arbeitnehmerfreundlichen Rahmen", so Lars Röhm.

Allgemeines Syndikat der FAU Berlin & FAU-Betriebsgruppe Babylon Mitte

Weitere Informationen:
http://prekba.blogsport.de
http://www.fau.org/berlin

Pressekontakt (Lars Röhm):
Mobil - 01577 / 849 10 72
E-Mail - faub5 [AT] fau.org



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