(de) [FAU Berlin] Öffentlich gefördertes Kino Babylon Berlin Mitte auf K onfrontationskurs gegen Betriebsrat

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Tue Jan 20 10:43:23 CET 2009


Anhängend dokumentieren wir eine Pressemitteilung des Betriebsrats des
Kinos Babylon Mitte (Berlin) zur unhaltbaren Situation in diesem
öffentlich geförderten Betrieb. FAU Berlin / www.fau.org/berlin ----
BRB-PM001 Berlin, 19. Januar 2009 ---- *Pressemitteilung:*

Öffentlich geförderter Betrieb auf Konfrontationskurs gegen Betriebsrat

*Hinter den Kulissen das Filmtheaters Babylon Berlin Mitte wird um
bessere Arbeitsbedingungen gerungen*

Guter Hoffnung, voller Optimismus und Tatendrang haben sich vor wenigen
Wochen die Beschäftigten des Filmtheaters *Babylon Berlin Mitte
*zusammengefunden, um mit der Wahl eines Betriebsrats einen großen
Schritt in Richtung Verständigung mit der Betriebsleitung zu tun. Dies
schien allen Beteiligten dringend nötig; auch in der Öffentlichkeit
waren im vergangenen Jahr die schlechten Arbeitsbedingungen im beliebten
Kino Babylon in Berlin Mitte be­kannt geworden, denn im
Arbeitsgerichtsprozess eines ehemals vom *Babylon Berlin Mitte*
Beschäftigten wurde offenbar, wie die Geschäftsleitung nach
Gutsherrenart mit den Beschäftigten umspringt:

Miserable Löhne, unbegründete Kündigungen und eine Atmosphäre in der
keiner, der seinen Job behalten will, es wagt um Urlaub zu bitten,
prägen das Arbeitsklima. Doch auch gerichtliche Rückschläge und
kritische Fragen der Kinokundschaft und von Veranstaltern scheinen am
Gebaren der Geschäftsleitung bislang nichts ändern zu können.

Nachdem dann die erstmalige Wahl eines Betriebsrates Ende November von
der Geschäftsleitung nach außen hin sogar begrüßt wurde, geraten gerade
die neu gewählten Betriebsratsmitglieder schnell ins Schussfeld der
Geschäftsleitung:

*Versetzung in die Kellerräume des Kinos und die Nichtverlängerung eines
Arbeitsvertrages kurz nach der Betriebsratswahl treffen direkt die
Betriebsräte. An einen Zufall glauben die Betroffenen nicht.
Beschäftigte des Kinos sehen hier vielmehr eindeutige Signale, die allen
Betriebsangehörigen aufzeigen sollen was ihnen droht, sollten sie
versuchen ihre Rechte einzufordern.*

Die Kolleginnen und Kollegen reagieren aber anders als von manchen
erwartet: sie stärken ihren Vertretern den Rücken und fordern von der
Geschäftsleitung zunächst nicht mehr als die Einhaltung rechtlicher und
menschlicher Mindeststandards: Urlaub und Lohnfortzahlung bei Krankheit,
sowie die Anerkennung der Rechte des Betriebsrates.

*Für die Finanzierung dieser Mindeststandards sollte genügend Geld da
sein, denn das vielfältige und erstklassige Programm des Filmtheaters
lockt steigende Besucherzahlen an den Rosa-Luxemburg-Platz, auch
Premiumkundschaft wie die Berlinale lädt sich ins Haus ein; vor allem
aber unterstützt der Senat das einzigartige Kino Jahr für Jahr mit
mehreren hunderttausend Euro.*

Die miserablen Arbeitsbedingungen gehen damit auch die Öffentlichkeit
etwas an, die den Betrieb des Kinos zum großen Teil finanziert.

"Unsere Gäste sollen unter den schlechten Bedingungen hier im Babylon
nicht leiden, aber ohne den Druck der Öffentlichkeit können wir hier
scheinbar nichts ausrichten - die Öfffentlichkeit finanziert uns
schliesslich mit!" So einer der Beschäftigten der ungenannt bleiben will.

*Der Betriebsrat des Kino Babylon Berlin Mitte*


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