(de) [FAU Berlin] Arbeitskampf auf der Berlinale

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Tue Feb 10 19:39:47 CET 2009


Pressemitteilung ---- Berlin, den 09.02.2009 ---- Arbeitskampf auf der
Berlinale -  Protestkundgebung am 13. Februar vorm Kino Babylon Mitte
---- Beschäftigte des Kino Babylon kämpfen um bessere
Arbeitsbedingungen. Geschäftsführung gibt sich uneinsichtig

Bereits seit einiger Zeit macht das Kino Babylon Mitte aufgrund der
Arbeitsbedingungen seiner Beschäftigten von sich reden. Das öffentlich mit
mehreren hundertausend Euro im Jahr geförderte Filmtheater glänzt nach
außen zwar mit einem guten Programm, schraubt bei der Behandlung seiner
Mitarbeiter das Niveau allerdings gehörig herab. Befristete
Arbeitsverträge, Stundenlöhne von 5,50 bis maximal 8 Euro brutto (für
qualifizierte Vorführer), unsichere Schichtpläne und ein selbstherrlicher
Führungsstil prägen das Betriebsklima.

Erst seit dem der kürzlich gegründete Betriebsrat an die Öffentlichkeit
ging, sind gewisse gesetzliche Mindeststandarts wie bezahlter Urlaub oder
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bei der Belegschaft keine Fremdwörter
mehr. Bis heute verfügt die Mehrzahl der Beschäftigten nicht eimal über
einen schriftlichen Arbeitsvertrag.

Sind diese Arbeitsbedingungen schon unter normalen Bedingungen untragbar,
bedeutet die Berlinale eine zusätzliche Arbeitsbelastung für die
Beschäftigten. Aus diesem Grund hat die Betriebsgruppe der FAU für die
Tage der Berlinale in einem ersten Schritt zur Verbesserung der
Arbeitsbedingungen einen angemessenen Zuschlag in Form eines erhöhten
Stundenlohnes von 16 Euro für Vorführer und 12 Euro für Service und Kasse
gefordert. Die Forderungen wurden von der Geschäftsleitung schlichtweg
ignoriert. Stattdessen versucht das Kino mit zu den selben Bedingungen
kurzfristig als Vorführer eingestellten Aushilfen eines der wichtigsten
Filmfestivals der Welt über die Bühne zu bringen.

"Für uns als Gewekschaft ist es nichts neues, dass Beschäftigte des
Kulturbereichs eher durch "Dabeisein" als für Ihre Arbeit entlohnt werden.
Wie Miete, Telefon und Krankenversicherung bezahlt werden sollen,
interessiert dabei kaum jemanden. Gerade eine Kulturmetropole wie Berlin
verdankt ihren Status  Festivals wie der Berlinale und erkauft sich dies
nur allzu oft auf dem Rücken der Beschäftigten. Skandalös ist dabei, dass
das Ganze auch noch durch die öffentliche Hand gefördert wird.", so Lars
Röhm von der FAU Berlin.

Die Betriebsgruppe der FAU im Kino Babylon Mitte wird diese Bedingungen
weder auf der Berlinale noch danach akzeptieren und ruft daher zu einer
Kungebung für bessere Arbeitsbedingungen vor dem Kino Babylon Mitte am
Freitag, dem 13.02.2009 um 18:30 auf.

FAU-Betriebsgruppe Kino Babylon Mitte


Protestkundgebung:

13.02. // 18.30-20.00 Uhr
Vor dem Kino Babylon Mitte
Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin
U-Bahn: Rosa-Luxemburg-Platz
S-Bahn: Alexanderplatz
Bus: 100, 200, 340, 348 Stop: Alexanderplatz

Pressekontakt: Lars Röhm - 0157 784 910 72

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