(de) [FAU Berlin] Babylon-Tarif fragwürdig

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Sun Dec 20 21:13:50 CET 2009


Pressemitteillung Berlin, den 19.12.2009 ---- Babylon-Tarif fragwürdig 
---- Nur Tage nach der Verkündung des Verdi-Dumping-Tarifs fürs Babylon 
durch die Geschäftsführung muss der Vertrag schon wieder in Frage 
gestellt werden: Bei der Informationsveranstaltung der FAU Berlin am 
Freitag Abend zum Verbot sich weiterhin als Gewerkschaft oder 
Basisgewerkschaft zu bezeichnen, berichtete der Betriebsratsvorsitzende 
Matthias Schulz von den neuesten Entwicklungen im Babylon, dessen 
Geschäftsführer Tobias Hackel und Timothy Grossman das Verbot 
angestrengt hatten:

Das Berliner Arbeitsgericht hat am 17.12.2009 entsprechend der Klage des
Babylon Betriebsrats festgestellt, dass die Betreiber des Kinos Babylon
Mitte, die Neue Babylon GmbH und die K&K GmbH, ein und derselbe Betrieb
sind. In der Vergangenheit wurde der Eindruck erweckt, K&K sei für den
lukrativen Getränkeverkauf und das einträgliche Catering-Geschäft im
Babylon sowie die gewinnträchtigen Freiluftkinos Schloss Charlottenburg
und Weissensee verantwortlich, während die Neue Babylon GmbH sich bemühe
mit dem Betrieb des hochsubventionierten Kinos Babylon Mitte über die
Runden zu kommen.

Beide Gesellschaften werden von Grossman und Hackel geführt. Gute
Nachrichten also für die bisherigen Angestellten der K&K, die nun auch vom
Betriebsrat des Babylon vertreten werden und dazu in den Genuss des leider
viel zu niedrig ausgefallenen Verdi-Haustarifvertrag kommen.Vorausgesetzt
allerdings, der Vertrag behält seine Gültigkeit, falls sich
Verdi-Verhandlungsführer Andreas Köhn allzu leichtfertig hat täuschen
lassen  was Struktur und finanzielle Verhältnisse des Babylon angeht. Im
Vordergrund des Verdi-Abschlusses lag offenbar eher das beiderseitige
Interesse von Geschäftsführung und Verdi die FAU Berlin auszustechen, denn
die Vertretung der Interessen der Beschäftigten.

Nun stellt sich die Frage, ob der Berliner Senat sich die
Geschäftspraktiken der Babylon-Betreiber weiter gefallen lassen kann.
Sollte der Senats-Zuschuss von 350.000 Euro (davon 30.000 Euro explizit
für die neuen tariflichen Mehrausgaben) gekürzt werden, verliert der
Tarifvertrag seine Gültigkeit.

Aber auch wesentlich schwerwiegendere Konsequenzen könnten aufs Babylon
zukommen: Noch am Mittwoch hatte Geschäftsführer Timothy Grossmann auf der
Betriebsversammlung berichtet, die Gründung der Neue Babylon GmbH sei
zwingend nötig gewesen, um die Vergabekriterien für Förderung und Babylon
zu erfüllen. K&K hätte das Kino nicht betreiben dürfen. Sollte der Betrieb
des Babylon durch die jetzt erst festgestellte gemeinsame Gesellschaft
nicht den Vergabekriterien entsprechen, steht für Hackel und Grossman
deutlich mehr auf dem Spiel als die doppelten Einkünfte für jeweils zwei
Geschäftsführerposten.

Der Betriebsrat des Babylon hat angekündigt,auch weiterhin die
Ausgliederung von ArbeitnehmerInnenn und die Untergrabung der
Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats zu verhindern.

Betriebsrat Babylon Mitte

Kontakt: betriebsratbabylon at gmail.com

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