(de) Internationale anarcho-kommunistische Erklärung zur globalen Krise und zum G20 Treffen

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Tue Nov 25 19:22:47 CET 2008


1. Die gegenwärtige Krise ist typisch für die Krisen, die regelmäßig in
der kapitalistischen Wirtschaft auftreten. "Überproduktion",
Spekulationen und anschließender Zusammenbruch sind Bestandteil dieses
Systems. (Alexander Berkman und andere haben darauf hingewiesen, dass
das was von kapitalistische Ökonomen Überproduktion genannt wird
eigentlich Unterkonsumption ist: der Kapitalismus verhindert eine große
Zahl von Menschen, ihre Bedürfnisse zu erfüllen und untergräbt so seine
eigenen Märkte.)

2. Jede Lösung der Krise, die von Kapitalisten und Regierungen
entwickelt wird, bleibt eine Lösung innerhalb des Kapitalismus. Es wird
keine Lösung für die unteren Klassen sein. Und wie in jeder Krise sind
es in Wirklichkeit die Arbeiter und Arbeiterinnen sowie die Armen, die
dafür bezahlen - während dem Finanzkapital mit riesigen Summen geholfen
wird. Dies wird sich höchstwahrscheinlich fortsetzen. Keine Änderung
innerhalb des Kapitalismus kann die Probleme der unteren Klassen lösen;
noch weniger kann man sich eine solche Lösung von einzelnen Politikern
erwarten, wie etwa Barack Obama. Das beste, was diese Politiker tun
können, ist den Kapitalisten einen Ausweg zu zeigen und der
Arbeiterklasse vielleicht ein paar Krümel zuzuwerfen.

3. Die Hilfe für Banken zeigt nicht nur wessen Interessen der Staat
dient, sondern auch dass das kapitalistische Engagement für freie Märkte
nur eine leere Worthülse ist. Immer wieder zeigte sich im Laufe der
Geschichte, dass die Kapitalisten für freie Märkte standen, wenn es
ihnen passte, und für staatliche Regulierung und Subventionen, wenn sie
diese brauchten. Der Kapitalismus hätte nie ohne staatliche
Unterstützung existieren können.

4. In den USA, dem Vereinigten Königreich und anderswo, haben diese
Hilfeleistungen die Form von Verstaatlichung der angeschlagenen
finanziellen Institutionen angenommen - mit voller Unterstützung des
Kapitals. Dies zeigt, dass die Kapitalisten kein grundsätzliches Problem
mit Verstaatlichung haben, und dass Nationalisierung nichts mit
Sozialismus zu tun hat. Es kann auch eine Methode sein, die
Arbeiterklasse zu hintergehen. Wir selbst, nicht der Staat, müssen die
Kontrolle über die Wirtschaft übernehmen.

5. Aufgrund der Globalisierung von Kapital im Zeitalter des
Neo-Liberalismus, sieht die herrschende Klasse ein, dass die Lösung
global sein muss. Die G20 treffen sich ab dem 15. November, um über die
Krise zu diskutieren. Dies ist signifikant. Die HerrscherInnen aus den
USA, Europa und Japan erkennen, dass sie mit dieser Krise nicht alleine
umgehen könnnen; dass sie nicht nur einander, sondern auch andere Kräfte
brauchen, vor allem China (welche sich als eine
Top-Industrie-Produzentin herausbildet und auf dem Weg ist, die weltweit
drittgrößte Wirtschaft zu werden). Indien, Brasilien und andere
"aufstrebende" Volkswirtschaften werden einen Sitz am runden Tisch
haben. Dies könnte eine Anerkennung markieren - seit einigen Jahren in
Diskussion - dass die G8 allein nicht mehr die wirtschaftlichen
Entscheidungsträger der Welt sind. Es wird wahrscheinlich eine
Verschiebung im Getriebe des globalen Wirtschaftssystems signalisieren.

6. Wir haben keine Hoffnung von den neuen kapitalistischen Mächten
inkludiert zu werden. Chinas Herrscher stellen vielleicht den Anspruch
sozialistisch zu sein; andere, wie etwa Lula in Brasilien und Motlanthe
in Südafrika, präsentieren sich vielleicht zeitweise als die Verfechter
der Armen. In Wirklichkeit aber verteidigen sie alle den Kapitalismus,
die Ausbeuter und Unterdrücker ihres Volkes und zunehmend auch
imperialistische oder sub-imperialistische Ausbeuter von Menschen
anderer Länder.

7. Damit diese Krise nicht zu der vollständigen Niederlage der globalen
Arbeiterklasse, Armut, Ausbeutung und Krieg führt, müssen sich die
unteren Klassen mobilisieren. Wir müssen Hilfeleistungen fordern, nicht
für die Kapitalisten, sondern für uns. Wir Anarcho-KommunistInnen werden
dafür kämpfen, dass jene, die Häuser auf Hypotheken bekommen haben,
Hilfe bekommen und ihre Häuser behalten können. Wir werden uns auch
weiterhin in Kämpfen für bessere Löhne und kürzere Arbeitszeiten,
bessere Wohnungen, Dienstleistungen, Gesundheitsversorge,
Sozialfürsorge, Bildung und für den Schutz der Umwelt engagieren und
diese Kämpfe unterstützen. Wir kämpfen für ein Ende der
imperialistischen Kriege und Unterdrückung unserer Klasse und ihre Kämpfe.

8. Wir stellen diese Forderungen als Reaktion auf das G20-Treffen und
werden diese auch weiterhin verlangen. Durch solche Forderungen, und die
Herbeibringung dieser durch direkte Aktion, arbeiten wir in Richtung
Aufbau einer globalen Bewegung der unteren Klassen, die dem
Kapitalismus, dem Staat und den Krisen ein Ende setzen kann.

http://www.alternativelibertaire.org/
http://www.fdca.it/
http://melbourneanarchistcommunistgroup.org/
http://www.zabalaza.net/
http://www.farj.org/
http://linchpin.ca/
http://www.nefac.net/fr

--------------

http://www.anarkismo.net/



More information about the A-infos-de mailing list