(de) Fauchthunrundmail: 18.5.08

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Mon May 19 13:14:56 CEST 2008


1. Die neue Polizeitaktik  an der Reclaim the Streets/Bern 17.5.08 ---- 
2. Aktion gegen Nestle in Rohrschach 16.5.08 ---- 3. Uebersetzung von 
Marco Camenisch zu den Verhaftungen in Chile ---- 1. Die neue 
Polizeitaktik  an der Reclaim the Streets/Bern 17.5 ---- Zum Widerstand 
vor repressiven Riesenereignissen: Ein Rückblick auf die Ereignisse vom 
17. Mai mit einem Ausblick auf den Antifaschistischen Abendspaziergang 
und die EM

Am Samstag Abend versammelten sich rund 200-300 Leute vor der
Reithalle und der davorliegenden Schützenmatte, um unter dem Motto
"Tanz uf de Strass, Tanz uf de Fabrig, das isch üsi Antwort uf öii
Politikk" eine Strassenparty zu feiern. Bereits im Vorfeld hat die
Polizei mit einem unverhältnismässig riesigen Aufgebot beim Bahnhof,
im Bollwerk und in der Lorraine Präsenz markiert und Leute kontrolliert.

Als sich die Party, zu dem Zeitpunkt bloss bestehend aus einem
Minimal-Wagen, nach über einer Stunde Verspätung in Bewegung setzte,
riegelte die Polizei sofort alle Strassen Richtung Stadt ab. Ein
Redner machte mehrmals auf die Ereignisse vom 6. Oktober aufmerksam,
nach welchem eine gewisse rechts-konservative Partei immer wieder auf
mangelnde Demonstrationsfreiheit hinwies und sich als Opfer
darstellte. Hier zeige sich nun aber das wahre Gesicht der
Demonstrationsfreiheit - eine friedliche Strassenparty mit einigen
hundert Leuten wird bereits zu Beginn gestoppt.

Frau passte sich also an die geänderte Situation an, der
Minimal-Waggen soundete auf der Strasse neben der Schützenmatte vor
sich hin, bald folgte ihm ein Punk-Wagen der sich mitten auf der
Kreuzung breit machte und die meisten Leute anzog. Obwohl sich
verschiedene Leute auf Auseinandersetzungen mit der Polizei
vorbereitet hatten und vermummt an der Party erschienen, blieb es die
ganze Zeit über friedlich: Bis auf ein paar Mittelfinger flog nicht
ein Gegenstand in Richtung Polizeispaliere.

Trotzdem: Nach einer Weile untätigem Zusehen griff die Polizei
schliesslich in einer Überfall-ähnlichen Aktion die Strassenparty ohne
der gesetzlich vorgeschriebenen Warnung an. Von allen Seiten rannte
sie, wie sie es in den EM-Übungen gelernt hatte, auf die Strassenparty
zu und verschoss dabei Unmengen an Gummischrot. Die flüchtenden
Aktivisten zogen sich in Richtung Reithalle zurück, wo sie bis an den
Rand des Vorplatzes von der Polizei verfolgt wurden.

Mit dieser Aktion war die Reclaim the Streets, die überhaupt nie
richtig stattfinden konnte, definitiv beendet. Die Leute verteilten
sich in der Reithalle und auf der Schützenmatte, später am Abend wurde
auf dem Vorplatz noch etwas gefeiert.

Für uns radikale Linke und Widerständige in Bern stellt sich vor allem
die Frage, wie Widerstand in dieser Stadt in Zukunft organisiert
werden soll, wo die aktuelle Entwicklung hinführen mag und wie wir
darauf reagieren sollen. Nachdem letzte Woche - mehr oder weniger
unabhängig von der EM - das überarbeitete Berner
Demonstrationsreglement verabschiedet wurde, dass alle
Demonstrationsumzüge verbietet, ist eine Entwicklung in Richtung
Repression nicht mehr von der Hand zu weisen. Wieviel davon EM-bedingt
ist, wird sich abschliessend erst im Herbst zeigen. Momentan scheint
es wirklich so, dass die Polizei in der Schweiz jeden einzelnen Anlass
dazu benutzt, für allfällige Auseinandersetzungen in den Fanmeilen und
an den Stadien zu üben. Als kleine Anmerkung bleibt zu erwähnen -
liebe Staatsschützer, die ihr ja sowieso mitlest - eine Horde
"gewaltbereiter" Fussballfans wird sich in einer überfüllten Fanmeile
komplett anders verhalten, als ein paar friedliche Alternative auf
einer ansonst leeren Strasse. Zu meinen, das sei eine gute Übung
gewesen, ist ein Trugschluss.

Momentan sieht es wirklich so aus, als hätte der Staat für seine
Repressionsorgane und seine "Sicherheitspolitik" so viel Legitimation,
dass er mit fast kompletter Narrenfreiheit und ohne Rücksicht auf
Verfassung und Grundrechte durchgreifen kann. Ob es in dieser
Situation sinnvoll ist, einen Antifaschistischen Abendspaziergang
durchzuführen, der sowieso schon in einer "sicherheitsgefährdenden"
Tradition steht (Und damit dem Repressionsapparat umso mehr
Legitimation bietet), bleibt offen und sollte diskutiert werden.

Nichtsdestotrotz: Da Resignation keine Lösung ist und auch die
Begründung zum Abwarten fehlt, wird hiermit trotzdem für den 31. Mai
mobilisiert. Allerdings sollte das Bewusstsein vorhanden sein, dass
die Polizei den Spaziergang nach den gestrigen Ereignissen
höchstwahrscheinlich schon zu Beginn aufzulösen versucht bzw. wird.
Darauf sollte sich frau vorbereiten, und insbesondere die Hinweise der
AntiRep-Teams beachten.

Verschieben wir die gestern gescheiterte Reclaim the Streets auf den 31. 
Mai!
Nehmen wir uns die Strasse für UNSEREN Spaziergang!
Setzen wir ein Zeichen gegen den Kommerz- und Kontrollrausch des
Staates und der UEFA!
Antifaschistische Solidarität statt nationalistische Konkurrenz!

Bündnis Alle gegen Rechts:
----------------------------
Wir wurden von der Polizei und von Gemeinderat Hügli aufgefordert, im
Zusammenhang mit dem 8. Antifaschistischen Abendspaziergang "einen
Aufruf zum Gewaltverzicht" zu erlassen.

Nach den Ereignissen vom 17.5.2008 auf der Schützenmatte, wo die
Polizei einmal mehr grundlos und ohne Vorwarnung friedliche
Reclaim-the-Street-TeilnehmerInnen angriff und verletzte, kommen wir
dieser Aufforderung gerne nach:

Hiermit fordert das "Bündnis Alle gegen Rechts" die Polizei und die
Behörden zum Gewaltverzicht auf.

Heraus zum 8. Antifaschistischen Abendspaziergang, 31.05.2008,
Heiligeistkirche, Bern.

Antifaschistische Grüsse
Bündnis Alle gegen Rechts


Autonome Gruppe Bern / RTS-Kollektiv:
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In den letzten Monaten wurde offen zu einer Reclaim the Street aufgerufen.
Eine mobile Strassenparty, als Antwort auf die Kommerzialisierung dieser
Stadt und die zunehmende Repression gegen alternative Bewegungen, anders
Denkende und so genannte Randständige.


Am 17. Mai 2008 um 18.30 Uhr trafen sich mehrere hundert Personen auf der
Schützenmatte, um sich als Reclaim the Street die Strassen zu nehmen. Da
die Polizei diesen Anlass als Euro 08 Übung missbrauchte und sämtliche
Strassen um die Schützenmatte abriegelte, konnte die Party nicht die
geplante Route laufen. Aus diesem Grund haben wir die Route um ein paar
Kilometer verkürzt und eine Platzparty auf der Kreuzung
Bollwerk/Schützenmattstrasse veranstaltet. Es wurden Bar- und VoKüwagen,
sowie Elektro-, Punk- und Hip Hopwagen aufgestellt. Trotz dem
unverhältnismässigen Polizeiaufgebot liessen sich die Teilnehmenden nicht
provozieren und feierten munter weiter. Kurz vor 21.00 Uhr stürmte die
Polizei ohne Vorwarnung und unter massivstem Gummischroteinsatz die
Kreuzung und die Schützenmatte. Die Infrastruktur konnte rechtzeitig in
Sicherheit gebracht werden. Nach kurzen Auseinandersetzungen mit der
Polizei, konnte die Party auf dem Vorplatz der Reitschule bis in die
frühen Morgenstunden fortgesetzt werden.

Ab dem späten Nachmittag wurden diverse Personen im Raum Bahnhof und
Reitschule kontrolliert. Rund 20 Personen wurden verhaftet. Beim Angriff
der Polizei wurden 2 Personen verletzt (eine davon durch Gummischrot im
Augenbereich) und mussten hospitalisiert werden. Die Polizei hinderte die
gerufene Ambulanz daran, eine verletzte Person abzuholen.

Dem Sicherheits- und Sauberkeitswahn der Stadt Bern wurde einmal mehr
Nachdruck verliehen, in dem eine unkommerzielle Party im öffentlichen Raum
brutal zerschlagen wurde.

Reclaim the Street ? Squat the World!

Autonome Gruppe Bern / RTS-Kollektiv

Mediengruppe Reitschule Bern:
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Am Samstag, 17. Mai zwischen 19.00 und 21.00 Uhr fand auf der
Schützenmatte ein friedliches Platzkonzert statt, da die geplante RTS
(Reclaim the Street) nicht durchgeführt werden konnte.
Aus Sicht des Kultur- und Begegnungszentrums Reitschule Bern hat die
Polizei dieses Fest dazu missbraucht, die neuen Abläufe von POLICE
BERN im Allgemeinen und speziell für die EURO08 zu trainieren.

Folgendes lässt darauf schliessen:

? Die Vorplatz Bar der Reitschule öffnete gestern um 16.00 Uhr:
Bereits die ersten Gäste erzählten dem Barpersonal, dass sie auf dem
Weg zur Reitschule von der Polizei entweder kontrolliert oder aber
darauf aufmerksam gemacht wurden, dass sie heute Abend «eingegast»
werden würden ? dies also zu einem Zeitpunkt, als noch nicht absehbar
war, wie der Abend verlaufen würde.

? Anlässlich der von uns gesuchten Gespräche via Kontakttelefon
zwischen den Reitschule-BetreiberInnen und dem polizeilichen
Einsatz-Büro wurde die Reitschule darüber informiert, dass der Grund
des Einsatzes nicht die Aktionen der KundgebungsteilnehmerInnen sei,
sondern dass «die Damen und Herren OrganisatorInnen» lernen müssten,
dass für jede Kundgebung eine Bewilligung eingeholt werden müsse!
Aus unserer Sicht lässt sich diese Erklärung sehr gut nachvollziehen,
sahen doch die ReitschülerInnen selber, dass das Platzkonzert
friedlich und es zu keinen Eskalationen oder Sachbeschädigungen
gekommen ist.

? Der unverhältnismässige Angriff mit Gummigeschossen und Pfefferspray
erfolgte nach verschiedenen AugenzeugInnenberichten ohne Vorwarnung.
Die KundgebungsteilnehmerInnen und aber auch die Gäste der Reitschule
wurden dadurch gefährdet, mindestens eine Person wurde durch ein
Gummigeschoss im Gesicht verletzt und musste mit der Ambulanz ins
Spital gebracht werden.

? Die alarmierte Sanitätspolizei erklärte den AnruferInnen, dass sie
nicht sicher sei, ob die Polizei sie passieren lassen würde, sie
müssten zuerst mit der Polizei reden. Tatsächlich durfte die Ambulanz
die Polizeisperren nicht passieren und die verletzte Person musste zur
Ambulanz gebracht werden. Zusätzlich wurden die HelferInnen von der
Polizei gefilmt!
Wir finden, das ist eine «Behinderung von Hilfeleistungen», weil
niemand wissen konnte, wie schwer die Verletzung und schnelle Hilfe
oft entscheidend ist.

Wie immer werden viele Medienschaffende berichten wollen, dass die
Reitschule ihr «grosses Tor» nicht geschlossen und damit
Rückzugsmöglichkeiten angeboten habe.

Wie immer möchten wir hierzu erklären, dass die
Reitschule-BetreiberInnen in der Schliessung des Tores keine
seligmachende Lösung sehen. Neben der Tatsache, dass wir uns als
offenes Haus verstehen, ist es wegen Massenpanik und anderen
sicherheitstechnischen Überlegungen nicht möglich und auch nicht
erlaubt, Fluchttüren verschlossen zu halten.

Wir sind uns bewusst, dass angesichts zukünftiger Ereignisse wie
Bahnhofplatz-Eröffnung, Stadtfest, der Euro 08 und dem herbstlichen
Wahlkampf in gewissen Kreisen in dieser Stadt die Nerven blank liegen.
Wir appellieren deshalb an die Vernunft aller Beteiligten und fordern
die Einhaltung der Grund- und Menschenrechte sowie den Respekt
gegenüber der körperlichen und psychischen Integrität unserer
Mitmenschen.

Mit freundlichen Grüssen

Mediengruppe der Reitschule Bern



Das Antirep-Team sucht Kontakt zu den verletzten Personen. Wir bitten
die Betroffenen oder Leute, die diese Personen kennen, sich bei uns zu
melden. Hinweise bitte an folgende Adresse:  ea at immerda.ch



2. Aktion gegen Nestle in Rohrschach
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Heute den 16.05.08 haben wir die Nestlé Filiale in Rorschach (sg)
entglast und mit roter und schwarzer Farbe angegriffen.
Nestlé ist einer der führendern Nahrungsmittelkonzerne der Welt und
ist somit aktiver teilnehmer
der Kapitalistischen ausbeutung von Mensch und Natur.

Heute den 16.05.08 haben wir die Nestlé Filiale in Rorschach (sg)
entglast und mit roter und schwarzer Farbe angegriffen.
Nestlé ist einer der führendern Nahrungsmittelkonzerne der Welt und
ist somit aktiver teilnehmer
der Kapitalistischen ausbeutung von Mensch und Natur.
Während Weltwiet alle 5 Sekunden ein Kind an unterernährung stirb ist
Nestlé damit beschäftigt
ihren Gewinn zu maximieren, dass Nestlé Wasserquellen auf der ganzen
Welt einkauft und die Natur
zum Privateigentum macht hat grausame folgen für sie Bevölkerung in
den entsprechenden Ländern, Wasser
kann nur noch trinken, wer Wasser bezahlen kann.
Das Kapitialistische System zwingt Bauern der 3.Welt ihre Produkte zu
Spotpreisen an den
Westen zu verkaufen, ihre Produkte im eigenen Land zu guten Preisen zu
verkaufen wird zur
unmöglichkeit solange Multinationale Grosskonzerne wie Nestlé mit
ihren Produkten die Preise drückt.
z.B ist die Milchpulver von Nestlé billiger als die Milch von den
Bauern, somit werden sie gezwungen ihre
Produkte zu unglaublich billigen Preisen zu exportieren was den Profit
der Grosskonzernen noch weiter
steigern lässt.
Um die Gewinne zu maximieren greift Nestlé auch mal zur Kinderarbeit
in Kakao Feldern und
sklavischen arbeitsbedingungen. Gewerkschaftler werden unterdrückt,
entlassen oder gar ermordet
wie im Fall von Diosdado Fortuna.Am 22. September 2005 wurde Diosdado
Fortuna, Gewerkschaftspräsident
der Nestlé-Fabrik in Cabuyao, in der philippinischenen Region
Süd-Tagalog durch zwei Schüsse in den Rücken
in der Nähe der Fabrik getötet. Er ist bereits der zweite Präsident
der Nestlé-Gewerkschaft, der ermordet wurde.

Nestlé ist Teil des Kapitalistischen Ausbeutungssystem welches wir als
ganzes bekämpfen, sie werden
von staatlicher seite unterstützt, ob an zerschlagung von Streiks
durch die Staatsmacht oder an den
Ausbeutungsorganisierungsgesprächen am Wef, der Kapitalismus muss auf
allen Ebenen bekämpft und
Angegriffen werden.
Uns reichts:
Wir haben genung von der Ausbeutung von Mensch und Natur
Wir haben genung von der Klassengesellschaft.
Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten, wir haben
eine Welt zu gewinnen
Für die Soziale Revolution
Solidarität und Klassenkampf!!!


3. Uebersetzung von Marco Camenisch zu den Verhaftungen in Chile
________________________________________________________________
(üb. von mc, Todeslager Regensdorf, 14. Mai 2008)

Von: lu brijant (lubrijant at hotmail.com]
Gesendet: Sonntag, 11. Mai 2008 18:33

Betreff: Chile - Mitteilung der CAM
Mitteilung an die Öffentlichkeit der CAM im Widerstand gegen brutale
Polizeiverfolgung im Süden Chiles.
Zu den letzten Verhaftungen unserer Mapuchebrüder der Gemeinschaft von
Chequenco, Gemeinde Ercilla (Chile), verurteilt die Coordinadora de
Comunidades en Conflicto Arauco Malleco - CAM, in Erinnerung an die
Widerstandaktionen unserer Gemeinschaften, die Verhaftung unserer
Brüder und prangert diese Aktion als politische Verfolgung gegen die
MapuchekämpferInnen an, nur weil sie Mitglieder von beispielhaften
Gemeinschaften in der Unterstützung der territorialen Kontrollzone!
und Verwandte des Lonko Juan Ciriaco
Millacheo sind, der zurzeit untergetaucht ist.
Wir weisen dazu auf das feige Verhalten der Okkupations-Polizeikräfte
Chiles während den Durchsuchungen hin, die ohne jede Rechtfertigung
Mindeljä1llige (Kinder unter 5 Jahren) und Frauen bedroht hat indem
sie ihnen Kriegswaffen an den Kopf hielt und sie rassistisch
beschimpfte. Solche Aktionen sind nur noch feige und wollen nur Tenor
verbreiten, vor allem unter unseren Kindern.
Wie im Januar nach der Ermordung unseres weichafe Matias Catrileo es
verschiedenen Sympathisantinnen unseres würdigen und legitimen Kampfes
geschehen ist, greift die Regierung einmal wieder zu ihre
"Intelligence" um Unschuldige zu verhaften und, angesichts des letzten
Sabotageaktes der Widerstandsorgane unserer sich im Kampf befindenden
Gemeinschaften, ihren Herren, dem kapitalistischen Untemehmertum,
Resultate vorzuweisen (die Verhaftllngsaktion wurde von der
chilenischen Regierung mit der Verfolgung der mutmasslichen
Brandstifter eines Lastwagens gerechtfertigt).Mit dieser neuen
Medienshow versuchen die regierenden HansWllrste die
UnternehmerInnenelite zu erfreuen,
die ihre Interessen im Wallmapu (Mapuchegebiet) in Gefahr sieht. Mit
diesem Zirkus verachten die Hanswurste des Kapitalismus, indem sie
ihre operative Unfähigkeit zur Aufhaltung des Fortschreitens der
autonomen Mapuchebewegung zu verdecken versuchen, eine unanfechtbare
Wahrheit: je grösser die Ungerechtigkeit der Regierung, desto grösser
die Rebellion im Herzen unseres Volkes.
Die Zunahme der Repression verunmöglicht eine politische Lösung des 
Konflikts.
Wir erinnern auch an die Landwiederaneignungsaktionen, die in Lautaro
von den Gemeinschaften des Sektors Muco begonnen wurden. Sie weisen
auf den Raub ihres angestammten Gebietes durch den Grossgrundbesitzer
und die obskure faschistische Persönlichkeit Pa bio Herder hin, dessen
Landräuberfamilie in der Zone für ihren Antimapuche-Rassismus bekannt
ist.

Wemvain pu peni pu lamgen
Amulepe newentuain
Marri chi weuwain.
Coordinadora de Comunidades Mapuche en Conflicto Arauco Malleco
Wallmapu,8.Mai2008

Und gesendet 9. Mai 2008,
dieselbe Internetquelle betreffs Verhaftungen in Chile:
Verhaftungen in Chile Sie waren wegen gewalttätigen Raubüberfällen
gegen die INP von Maehali und der Filiale des BancoEstado von Loncoche
(Chile) gesucht.
Sechs gesuchte Ex-MIR verhaftet, während sie einen Dokfilm drehten,
der von Foudart finanziert wurde.
Die Gruppe gehörte auch Flor Dominguez, Kulturdirektorin der Gemeinde
Ercilla an, in ihrer Wohung wurden Waffen gefunden. Der Stawa hat den
Verdacht auf Verbindungen mit Mauricio Hernandez Norambuena.
Quelle: www.emol.com

Artikel von J. Jerez, M. Henriquez, E. Miranda
_______________________________________________
Während ihren Dreharbeiten eines Dokfilms über die Mapuche, der vom
Fondo Cultura y las Artes (Fondart) finanziert wurden, wurden gestern,
am 8. Mai 2008, in der Provinz Araucania 6 Subjekte verhaftet alles
ehemalige Militante der subversiven Gruppe Movimiento de lzquierda
Revolucionaria (MIR).
Sie wurden wegen der Teilnahme an den gewalttätigen Raubüberfällen
gegen das Instituto de Normalizacion Previsional
(INP) von Machali und einer Filiale des BancoEstado von Loncoche gesucht.
DIe sechs wurden in die Region von 0'Higgins zur Einvernahme durch den
Oberstaatsanwalt von Rancagua,Servando Perez, gebracht. .
Es wurden auch die drei Personen verhaftet, die in ihrer Begleitung
waren, es sind Individuen mit Verbindungen zur Mapucheorganisation CAM.
Im Juni 2005 raubten die Verbrecher mit M-16 Gewehren die !NP von
Machali aus und versuchten 100 Millionen Pesos fortzuschaffen. Da es
ihnen nicht gelang gab es einen Schusswechsel, in dem zwei der
Räuber,ein Wachmann und ein Parkplatzwächter getötet wurden. Der
Raubüberfall auf den BancoEstado im Dezember2004, ebenfalls mit
schweren Waffen ausgeführt, er gab der Bande 20 Millionen Pesos. Daran
nahm Cristian San Martin teil, der ebenfalls mit dem MIR verbilitden
war, und im Dezember 2005 aus dem Gefungnis von Temuco entwich, wo er
in Vorbeugehaft sass.

Die Verhafteten sind: Sergio Reyes Matus, Elena Varela LOpez -
Dokfilmemacherin und Bezügerin de Staatsgelder -, Jorge Pineda,
Leticia Cilrdenas, Kenny Scinchez und seine Freundin Flor Dominguez
Rosas, in deren Wohnung in der Gemeinde Ercilla Waffen gefunden wurden
(Pistolen).
Frau Rosas ist Direktorin des Kulturdepartements der Gemeinde Ercilla
und Mitglied des Consejo Regional de la Cultura.
Neben dem kleinen Arsenal wurden Helme, Phantasiewaffen und Kleider
beschlagnahmt, die den Kleidern der Carabineros ähnlich sind, die sie
in den Durchsuchungen tragen, Teile, die im Dokfilm verwendet worden
selen.
Die dem CAM verbundenen Subjekte wurden als Jose Necul Curiqueo, Jose
Quintrileo Contreras und der bolivianische Bürger Fredie Mark Hayes,
der als Fotographiedirektor arbeitete, identifiziert.
Die 6 Verhafteten werden des Raubüberfalles mit Mord, Raubüberfalles
mit Drohung und krimineller Vereinigung im Zusammenhang mit den Taten
von Machali und Loncoche angeklagt.
Die Mitglieder der Gruppe, die seit 5 Jahren aktiv sei, wurden in·
ihren Wohnungen in Gorbea, Ercilla,Licanray, Villarica und Temuco
verhaftet.
Verbindungen zu "Ramiro"Der Stawa Perez hat informiert, dass
Ermittlungen über Verbindungen der Gefangenen mit dem MIR! und
möglichen Kontakten im Ausland laufen. Er hat enthüllt, dass die
Gruppe einen"Einfluss von Mauricio Hemandez Norambuena", alias
"Comandante Ramiro" des Frente Manuel Rodriguez, einräumt, der heute
in Brasilien wegen der Entführung des Werbefachmanns Washington
Olivetto zu 30 Jahren verurteilt ist. Alles
geht in die Richtung, dass "Teile des geraubten Geldes zu seiner
Verteidigung diente".
Auch San Martin sei an der Entführung Olivetto beteiligt gewesen.
Die verhaftete Regisseurin hat 64 Millionen Pesos an Steuergeldem erhalten
Der Dokfilm "Newen mapu ehe, die Kraft der Menschen der Erde" von
Elena Varela Lopez behandelt das Thema des Mapuchekonfliktes in der
Araucania. Für diese Produktion hat sie vom Fondo de Fomento
Audiovisual des Consejo Nacional de la Culturay las Artes 52,9
Millionen Pesos erhalten. Der Film stellt
Mapuche vor, die sich seit den '90iger Jahren Land wiederangeeignet
haben und gegen die deswegen die Ley de Seguridad Interior del Estado
angewendet wird. Ein junger anonymer Anfiihrer der CAM berichtet, der
Dokfilm zeige wie die sich im Konflikt befindenden Gemeinschaften
leben. Gemäss dem Regionalleiter des Consejo de la Cultura y las
Artes, Rene Inostroza, "wird fiir alle Projekte der Lebenslauf der
Leute angefordert, die um Gelder ersuchen. Unsere Funktion ist die
Begleitung der Realisierung des Projektes." 2006 eFhielt dieselbe
Regisseurin 11,2 Millionen Pesos vom Corfo zur Finanzierung des
Projektes "Suefios deI comanrukte"
über die jungen MiristInnen in der Guerillaschule von Neltume.

Fauchrundmail Anmerkungen zur MIR:

Die MIR war die einzige linke Organisation, die nach dem Putsch in
Chile 1973 im größeren Maße  Widerstand gegen die Militärs erhob,
Miguel Enríquez wurde am 5. Oktober 1974 in Santiago de Chile von
Agenten der DINA erschossen. Danach leitete Pascal Allende die MIR.
Doch durch die Festnahme und Ermordung der meisten Aktivisten wurde
die MIR niemals eine Gefahr für das Regime, obwohl die bis in die 80er
Jahre Anschläge verübte und Regierungsvertreter ermordete. In den
1980er Jahren zerfiel die MIR, welche nach eigenen Angaben während der
Zeit der Militärdiktatur zwischen 1.500 und 2.000 Opfer zu beklagen
hatte,unter dem Druck der Repression und der ideologischen Erneuerung
der Partido Socialista in mehrere Fraktionen. Parallel entstanden
andere linke Widerstandsgruppen, darunter die Frente Patriótico Manuel
Rodríguez, die 1986 ein Attentat auf Pinochet verübte. Nach der
Transition wurde die MIR wieder gegründet und ist heute Mitglied des
Parteienbündnisses Juntos Podemos Más.

Offizielle Zeitschrift der MIR ist der El Rebelde, der MIR nahestehend
ist die Jugendorganisation Juventud Rebelde Miguel Enríquez (JRME).


Landbesetzungen durch die MIR

Kurz nach der Wahl des sozialistischen Präsidenten Allende kam es
durch Mitglieder der MIR zu Landbesetzungen im Süden von Chile. Im
Vorgriff zur angekündigten Landreform der Sozialisten wollten die
Aktivisten der MIR selbst die Landverteilung an die arme
Landbevölkerung vorantreiben. Bei den gewaltsamen Besetzungen ("toma")
vertrieben Mitglieder der MIR, MCR sowie sozialistisch geprägte
Angehörige der Mapuche Großgrundbesitzer und Landeigentümer von ihren
Höfen. Aufsehen erregte der Fall des Landgutes Rucalán in der Provinz
Cautín nahe der Kleinstadt Carahue. Die am 20. Dezember 1970 zur
Nachtzeit vertriebene Familie des Grundbesitzers Landerretche kehrte
am 24. Dezember 1970 zurück, um sich ebenfalls mit Waffengewalt ihr
Eigentum wieder zurückzuerobern. Im Gegensatz zu den Aktivisten der
MIR wurden die Grundbesitzer nach der Rückeroberung ("retoma") jedoch
von der Polizei verhaftet. Der Fall sorgte landesweit für Unruhe, da
viele Großgrundbesitzer um ihr Eigentum fürchteten. Das Gut Rucalán
blieb bis zum Militärputsch von Augusto Pinochet im Besitz der
Mapuche-Gemeinschaft Nicolás Ailío. Die Landbesetzungen waren nie von
der chilenischen Verfassung gedeckt, wurden jedoch im Rahmen von
Enteignungsverfahren durch die sozialistische Regierung Allendes
nachträglich legalisiert.

Frente Patriótico Manuel Rodríguez (FPMR):

Die Frente Patriótico Manuel Rodríguez (FPMR) auch Frente Patriótico
ist eine linke chilenische Untergrundorganisation. Sie kämpfte während
der Diktatur Pinochets gegen das Militärregime.

Die Frente wurde im September 1980 vom im Moskauer Exil lebendem
Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Luis Corvalán gegründet.
Die erste Aktion war ein spektakuläres Attentat auf mehrere
Hochspannungsleitungen im Jahr 1983, bei dem ein großer Teil des
Landes vom Stromausfall betroffen war.

Am 7. September 1986 verübten 25 Mitglieder der Gruppe ein Attentat
auf den Pinochet, das dieser jedoch unverletzt überlebte.

Nachdem die Regierung Aylwin 1990 beschloss, keine Widerstandskämpfer
gegen die Diktatur freizulassen, die mit Gewaltverbrechen in
Verbindung gebracht wurden, entschied sich die FPMR wie andere
Gruppierungen, ihren Kampf fortzusetzen.

Am 1. April 1991 erschossen Mitglieder der FPMR den
rechtskonservativen Senator der Union Independiente Democratica (UDI)
Jaime Guzmán nach einer Vorlesung an der Pontificia Universidad
Católica de Chile. Fidel Castro unterstütze die Gruppe nach dem
Attentat öffentlich. Im August 2005 ließ die argentinische Justiz den
deshalb in Chile gesuchten Sergio Apablaza Guerra frei, weil Chile
keine Beweise für seine Schuld vorgelegt hätte. Guerra war 1987 bis
1990 Kommandant der FPMR.

Am 9. November 1991 entführte ein Kommando der Frente Patriótico
Cristián Edwards, den Sohn des Herausgebers der rechtskonservativen,
marktbeherrschenden Zeitung El Mercurio. Nach 145 Tagen wurde er gegen
eine Zahlung von einer Million US-Dollar Lösegeld freigelassen.

Am 30. Dezember gelang es Komplizen, vier unter der Diktatur
verurteilte Attentäter aus dem Gefängnis zu befreien. Mit einem
Helikopter wurden María Cristina San Juan, Pablo Muñoz Hoffman und
zwei weitere Gefangen aus dem Hochsicherheitsgefängnis befreit. Im
September 1998 entschied sich die Schweizer Regierung, die zwei
dorthin geflüchteten Befreiten nicht auszuliefern, weil Chile keine
ausreichenden Garantien für die beiden gäbe.
www.mauriciohernandeznorambuena.com

Hier noch die Knastadresse von
Mauricio Hernández Norambuena - 228.513
Penitenciaria Federal de Catanduvas.
Rodovia PR-471, kilómetro 15.
Zona Rural.
Catanduvas/PR. CEP 85.470-900
BRASIL



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