(de) Fauchthunrundmail: 23.3.08 «Nato game over» ein etwas anderer Ostermarsch!
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Mon Mar 24 22:17:53 CET 2008
Etwa 1000 Menschen aus 17 verschiedenen Ländern beteiligten sich gestern
am Samstag den 23. März an einem Protestmarsch auf das
NATO-Hauptquartier in Brüssel, welches seit 1967 mit dem Nordatlantikrat
das Hauptorgan der NATO beherbergt, es gab ca. 500 Festnahmen und auch
Verletzte.---- In Brüssel sind die ständigen Vertreter und nationalen
Delegationen, der Generalsekretär und der Internationale Stab, die
nationalen Militärischen Vertreter, der Vorsitzende des
Militärausschusses sowie der Internationale Militärstab untergebracht.
Außerdem befinden sich dort die diplomatischen Vertretungen einer Reihe
von Partnerstaaten, der C3-Stab der NATO (Konsultations- und
Führungssysteme) sowie zahlreiche NATO-Behörden. Im NATO-Hauptquartier
sind ungefähr 3.150 Vollzeitkräfte beschäftigt.
Neues strategisches Konzept geplant
"NATO ... bedeutet, dass man in Kriege wie im Irak oder in Afghanistan
verwickelt wird", sagte Hans Lammerant von der belgischen Gruppe Forum
voor Vredesactie. "Das ist die NATO von heute, und wir wollen zeigen,
dass wir das nicht wollen.? Die Initiative fordert vom bevorstehenden
NATO-Gipfeltreffen einen Abbau der Eingreifkräfte, außerdem führten die
Beteiligten die Aktion unter dem Motto «Nato game over» durch, um eine
Debatte über die Rolle des Militärbündnisses in der Welt anzustoßen.
?Die Nato ist ein Relikt aus dem Kalten Krieg?, sagte ein Mitglied der
Organisation Vredesactie weiter. Auf dem Gipfel in Rumänien steht eine
fundamentale Reform der Nato auf dem Programm. Zum 60. Geburtstag der
Nato im Jahr 2009 wolle man ein neues strategisches Konzept vorlegen,
sagte der Aktivist weiter. Die Ausgaben für das Militär müssten
verringert werden. Die DemonstrantInnen werfen dem aus 26
Mitgliedsländern bestehenden Sicherheits- und Verteidigungsbündnis
Kriegstreiberei in Afghanistan und dem Irak vor. Die Kriege in den
beiden Ländern seien erst durch die Einmischung der Nato möglich
geworden. Zudem kritisierten die Demo-Organisatoren an der Nato, 350
US-Atomwaffen illegal in Deutschland, Italien, Belgien, den Niederlanden
und der Türkei stationiert zu haben.
Polizei verschwieg zunächst die Anzahl der Festnahmen
Die Polizei hatte rund um das Brüsseler Nato-Gelände seit Samstagmorgen
Posten bezogen. ?Zwischen 50 und 70 Menschen schafften es auf das
Nato-Gelände, wurden aber sofort eingesammelt. Die anderen wurden
festgenommen, als sie dicht an den Zaun kamen?, sagte ein
Polizeisprecher. Trotz massiver Polizeipräsenz waren die AktivistInnen
auf das Gelände vorgedrungen. Die Polizei hatte das Gelände weiträumig
abgesperrt, die Demonstranten benutzten zum Teil kleine Matratzen oder
Teppiche um beim Erklettern des Zauns den Stacheldraht abzudecken.
Einigen gelang es, auf das Gelände des Verteidigungsbündnisses
vorzudringen, viele wurden vorher festgenommen oder von Wasserwerfern
abgedrängt. Die Polizei wollte die Demonstrantnnen nach den ersten
Meldungen am Abend wieder freilassen, nun sollen sie, darunter auch
mehrere Deutsche, nach den letzten Informationen so schnell wie möglich
vor ein Gericht gestellt werden. Die belgische Polizei hatte bei der
Aktion insgesamt fast 500 DemonstrantInnen festgenommen, zunächst hieß
es in einigen Zeitungen es seien nur etwa 150 Festnahmen durchgeführt
worden, eine Schätzung auch unter anderem weil die Polizei keine Angaben
zu der Anzahl machen wollte. Ein Nato-Sprecher erklärte auch, niemand
sei auf das Gelände vorgedrungen. Mindestens ein Demonstrant wurde
jedoch mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, nachdem er in
einen Stacheldrahtzaun gefallen war, wie später eine Polizeisprecherin
mitteilte. Die Festgenommenen, sollten so schnell wie möglich vor
Gericht gebracht werden.
Rumänien schickt die Spitzel los
Währenddessen hat Rumänien am 20. März sechs Deutschen die Einreise
verweigert, die nach den Informationen der Nachrichtenagentur Reuters
möglicherweise gewalttätige Proteste zum Bukarester Nato-Gipfel im April
geplant haben sollen. Die Männer im Alter zwischen 21 und 35 Jahren
stünden im Verdacht, zu einer anarchistischen Gruppe zu gehören, teilten
Polizei und Geheimdienst nach den Informationen der Nachrichtenagentur
am Freitag mit. Sie hätten am Donnerstag versucht, mit zwei Fahrzeugen
über Bulgarien nach Rumänien einzureisen. Bei einer Routine-Durchsuchung
seien bei ihnen CDs, Magazine, Flugblätter, Broschüren und Anstecker mit
Nato- und ?globalisierungsfeindlichen Parolen? gefunden worden. Diese
Dinge hätten während des Gipfels zur Organisation von möglichen
gewalttätigen Protesten genutzt werden können, hieß es. Den Männern sei
die Einreise verweigert worden, sie seien nach Bulgarien zurückgekehrt.
Die rumänische Zeitung "Ziua" berichtete erst letzte Woche ihre
Erkenntnisse über geplante gewalttätige Proteste welche im Internet
veröffentlicht worden wären. So sollen sich demnach am 31. März aus
Berlin Busse mit ?Anarchisten? auf den Weg begeben, die über Dresden,
Wien und Budapest nach Bukarest fahren sollen. Ein Ticket koste laut
"Ziua" etwa einhundert Euro. Auf anarchistischen Webseiten seien zudem
Angaben über die Ausrüstung der rumänischen Polizei veröffentlicht sowie
die Länder aufgelistet, deren Bürger ohne Visum nach Rumänien einreisen
dürfen. Das Innen- und das Verteidigungsministerium des Landes hätten
verstärkte Sicherheitsvorkehrungen während des für den 2. bis 4. April
geplanten Nato-Gipfels angekündigt. Armee-Einheiten sollen in erhöhte
Bereitschaft versetzt werden, Militärflugzeuge sollen rund um die Uhr am
Himmel über Bukarest patrouillieren. Während des Gipfels unter dem Titel
?partnership for peace? diskutieren die politischen und militärischen
Spitzen der Mitgliedstaaten des Bündnisses zukünftige Schwerpunkte ihres
weltweiten Engagements. Ein breites Bündnis verschiedenster
Organisationen aus mehreren europäischen Ländern ruft zum Protest gegen
den Gipfel und die Kriegseinsätze der NATO auf.
Weder Wasser noch Nahrung
Unterdessen gibt es erste eine erste Stellungnahme der Festgenommenen zu
der Aktion der rumänischen Grenzpolizei. So sollen die deutschen
Anti-KriegsaktivistInnen ohne Angabe von Gründen bei der Einreise
festgenommen worden sein. Die AktivistInnen waren Angaben zufolge nach
einer Informationstour zum diesjährigen NATO-Gipfel durch Deutschland,
Tschechien, die Slowakei, Serbien und Bulgarien auf dem Weg nach
Bukarest. Die AktivistInnen seien bei der Einreise mit der Fähre vom
bulgarischen Vidin in die rumänische Grenzstadt Calafat durch die
rumänische Grenzpolizei in Gewahrsam genommen worden. Ihr Gepäck und
ihre Autos seien ergebnislos durchsucht worden. Während der
anschließenden 19-stündigen Haft seien sie weder mit Wasser noch mit
Nahrung versorgt und in der Nacht vom rumänischen Geheimdienst SRI
stundenlang verhört worden. Hierbei sei deutlich geworden, dass der
Dienst die Gruppe gezielt abgefangen habe. Nach Ihrer Freilassung sei
die Gruppe ohne Begründung nach Bulgarien abgeschoben worden. ?Mit
Willkürakten, wie diesen bezwecken die rumänischen Behörden
offensichtlich kritische Menschen einzuschüchtern und den Protest gegen
die Kriegspolitik der NATO im Keim zu ersticken.? äußerte einer der
Festgenommenen.
Video zur Aktion in Belgien
http://www.indymedia.be/nl/node/26750
Fotoreportage 1
http://www.indymedia.be/nl/node/26743
Fotoreportage 2
http://www.indymedia.be/nl/node/26740
Fotoreportage 3
http://www.indymedia.be/nl/node/26744
Fotoreportage 4
http://www.indymedia.be/nl/node/26748
Fotoreportage 5
http://www.indymedia.be/nl/node/26752
Für mehr Informationen:
http://www.indymedia.be/
http://belgium.indymedia.org/
/www.rtbf.be/info/belgique/ARTICLE_169423
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