(de) Fauthunrundmail 9.3.08

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Mon Mar 10 11:14:22 CET 2008


1. Streik/Sabotage/Demo in Bellinzona 8.3.08 ---- 2. Frauenkampftag in 
Bern und Zürich und weltweit! ---- 3. Heraus zum 8. Antifaschistischen 
Abendspaziergang 31.5.08 Bern ---- 4. Am 23.2 fand eine internationale 
Kundgebung von 120 Menscen im französichen Ensisheim für die Militanten 
aus Action Directe statt. ---- 5. Naziangriff auf Autonomes Zemtrum in 
Weimar 9.3.08 ---- 1. Streik/Sabotage/Demo in Bellizona 8.3.08 ---- 
Bitte unterschreibt den beigelegten Aufruf zur Solidarität mit den 
KollegInnen in Bellinzona und sendet ihn per Post oder E-Mail an die 
angegebene Adresse zurück (Comitato giù le mani dalle Officine, Postfach 
2599, 6501 Bellinzona, sev-ticino at sev-online.ch)! Leitet bitte diesen 
Aufruf weiter, lasst ihn in eurer Schule, am Arbeitsplatz, an eurem 
Wohnort oder in eurer Gewerkschaft zirkulieren.

Die KollegInnen des SBB-Industriewerks in Bellinzona wehren sich gegen 
die skandalösen Abbaupläne der SBB-Cargo AG. Sie fordern die 
bedingungslose Rücknahme dieser Abbaupläne (darüber sind zahlreiche 
Berichte in Indymedia erschienen). Die Stimmung unter den über 400 
Arbeitern des Industriewerks ist sehr entschlossen. Seit Tagen geht 
keine Schraube mehr aus den Werken raus. Die Gleise, die zu den Werken 
führen sind nun zusammengeschweisst. Morgen (Montag, 10. März) werden 
die Kampfmassnahmen voraussichtlich verstärkt.

Gestern Samstag haben im Tessin mindestens 6000 Personen demonstriert. 
Die Nord-Süd-Achse der Eisenbahn wurde 10 Minuten lang besetzt.

Die Reorganisation der SBB-Cargo AG trifft jedoch nicht nur Bellinzona. 
Auch in Basel, Biel und Fribourg ist eine Vielzahl von Arbeitsplätzen 
betroffen. Die Politik des Bundesrates und der SBB zielt auf 
Rentabilität, Profit und Privatisierung, zum Nachteil von allen 
Lohnabhängigen (Beschäftigte und BenutzerInnen des Service public).

2. Frauenkampftag in Bern und Zürich und weltweit!
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bern:
in bern versammelten sich ca 300 frauen auf dem waisenhausplatz quer 
durch die stadt um vorallem auf die kampagne gegen den frauenhandel 
betr. der euro 08 hinzuweisen. www.stopp-frauenhandel.ch
zürich:
Auf dem Hechtplatz versammelten sich heute anlässlich des 
internationalen Frauenkampftages
500 Frauen, um diesen Tag kraftvoll und kämpferisch zu feiern.
Das Motto der diesjährigen Demonstration lautete: ?Frauen, die kämpfen, 
sind Frauen, die leben!?
Frauen-Demonstration zum internationalen Frauenkampftag am 8. März 2008 
in Zürich

Pressecommuniqué

Auf dem Hechtplatz versammelten sich heute anlässlich des 
internationalen Frauenkampftages 500 Frauen, um diesen Tag kraftvoll und 
kämpferisch zu feiern.
Das Motto der diesjährigen Demonstration lautete: ?Frauen, die kämpfen, 
sind Frauen, die leben!? Der Parole wurde auf vielen Bildern von 
berühmten und unbekannten Kämpferinnen Ausdruck verliehen. Damit wollen 
wir die vielen Frauen sichtbar machen, die gestern und heute, hier und 
international gekämpft haben und kämpfen. Und auch heute gibt es noch 
genug Gründe, um auf die Strasse zu gehen:

Gewalt gegen Frauen
Frauendiskriminierende Geschlechterverhältnisse
Lohnungleichheit
Angriff auf die AHV der Frauen
Ungleiche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit
Imperialistische Kriege
Frauenhandel und Situation von illegalisierten Frauen
Verschärfung des Asyl- und Ausländergesetz
Repression und Disziplinierung durch Knäste und Psychiatrien
Ausbeutung im Sexgewerbe
Frauenarmut
?Ehrenmorde?
Schönheitswahn und sexistische Werbung
Reaktionäre Rollenbilder


Nach der Eröffnungsrede zur Geschichte und Bedeutung des 8. Märzes ging 
die Demonstration via Limmatquai, Münsterbrücke, Paradeplatz, 
Bahnhofstrasse, Löwenplatz, Gessnerbrücke, Militärstrasse, Langstrasse 
bis zum Helvetiaplatz. Immer wieder wurde darauf aufmerksam gemacht, 
dass weltweit Frauen für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpfen, 
nicht nur am 8. März. Es wurden Flugblätter verteilt und Reden gehalten. 
Die Stimmung war lautstark und kämpferisch. Die Demonstration war sehr 
vielfältig mit vielen Transparenten und Schildern. Die Hauswände und die 
Strasse wurden mit Parolen und Schablonen verziert.

Kollektivieren wir Familie, Betrieb und Herd!
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Keine Frau ist illegal!
Gegen sexistische Gewalt!
Gegen Krieg und Krise ? Revolutionärer Frauenkampf hier und international!
Feuer und Flamme dem Patriarchat!
Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben!

Revolutionäres FrauenLesbenBündnis zum 8. März
(Demokratische Frauenbewegung Europa, FrauenLesbenCafé Winterthur, 
Frauenstruktur des revolutionären Aufbaus, FrauenLesbenKasama und
Einzelpersonen)
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3.Heraus zum 8. Antifaschistischen Abendspaziergang 31.5.08 Bern
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Antifaschistische Solidarität statt nationalistische Konkurrenz!

Heraus zum 8. Antifaschistischen Abendspaziergang

am 31. Mai 2008, um 20 Uhr bei der Heiliggeistkirche in Bern:

Als Antwort auf die zunehmenden Übergriffe von Neonazis im Bahnhof und 
dessen näheren Umgebung auf AusländerInnen und junge Punks begannen wir 
im Jahr 1999 unseren Widerstand
zu organisieren. Wir griffen zur Selbsthilfe: begleiteten einander zu 
den Zügen,
intervenierten bei Übergriffen, organisierten Flugblatt- und weitere 
Aktionen sowie im Jahr 2000 den ersten antifaschistischen 
Abendspaziergang. Besonders diese Abendspazier-gänge, an welchen 
zeitweise mehrere tausend Personen teilnahmen, wurden zu einer 
Tradition, und dies, obwohl nach dem ersten Abendspaziergang nie mehr 
ein Bewilligungsgesuch eingereicht wurde. Diese Tradition wurde im 
letzten Jahr unterbrochen, um Raum und Zeit zu schaffen für eine breite 
Palette anderer Aktionsformen. Im letzten Jahr konnte die gesamte 
antifaschistische Bewegung dann auch viele Erfolge verbuchen: die
gehackten PNOS-Mails, der Stadtrundgang durch Bern, das antifaschistische
Bürostuhlrennen, das Kasperlitheater, die vielen Demos, das 
Grümpelturnier in Solothurn, Konzerte, Aktionstage, das Antifa-Festival 
und die Verhinderung des SVP-Marsches in Bern dürften euch noch in guter 
Erinnerung sein. Gestärkt aus den positiven Erfahrungen der letzten 
Monate, aus dem Bewusstsein, dass Widerstand auf der Strasse immer noch 
notwendig ist, werden wir in diesem Jahr wieder mit einem 
Abendspaziergang auf der Strasse präsent sein. Denn noch wartet viel 
Arbeit auf uns: Rechtsextreme und reaktionäre Ideen erhalten
hierzulande zunehmend Auftrieb. Nationalismus und Konkurrenzdenken sind 
weit verbreitet.
Dabei sind es nicht die offensichtlichen Rechtsextremen und Neonazis, 
die das grösste Problem darstellen. Auch wenn aus diesen Kreisen eine 
erhebliche Gefahr für AusländerInnen und Andersdenkende ausgeht.

Rechte Terrorjungs...
Denn auch im letzten Jahr kam es zu diversen Rechtsrock-Konzerten, 
Neonazi-Aufmärschen und rassistischen Übergriffen. Im vergangenen Jahr 
nahmen die Übergriffe sogar eine bislang unbekannte Qualität an. So 
wurden beim Brandbombenanschlag auf die voll besetzte Grosse Halle 
während des antifaschistischen Festivals Zeitzünder eingesetzt. Neu ist 
hier vor allem der Schritt zu planmässig vorbereiteten Attentaten 
mittels Zeitzünder. Dass
Neonazis es durchaus darauf anlegen ihre GegnerInnen zu ermorden, ist 
hingegen leider auch für die Schweizer Szene nichts neues. 
Lebensgefährliche Schusswaffenangriffe und Brandanschläge gegen 
AntifaschistInnen und AusländerInnen oder Racheakte an rechtsextremen 
Aussteigern gab es in den vergangenen Jahren schon zur Genüge.
Andererseits gelang es den Neonazis im letzten Jahr glücklicherweise 
nicht, grosse Sprünge zu machen, die Szene ist nicht gross gewachsen und 
die meisten ihrer Demo-Mobilisierungen wurden eher schlecht besucht. 
Nicht zuletzt dank dem Widerstand der antifaschistischen Bewegung.

...braune Parteien...
Weit Besorgnis erregender ist dagegen die Entwicklung in der 
Schweizerischen
Parteienlandschaft. Die SVP steht der PNOS in Sachen Rassismus 
inzwischen in nichts mehr nach. Die offen rassistischen 
"Schäfchen-Plakate" wurden und werden von (neo-)faschistischen Parteien 
in ganz Europa kopiert. Während im Ausland selbst die bürgerliche Presse 
diese Entwicklung aufnimmt und kritisiert, ist in der Schweiz höchstens 
ein beklemmendes Schweigen spürbar. Aus Angst vor allfälligen 
Wahlverlusten und der direkten politischen Auseinandersetzung wird von 
?Links? bis Rechts geschwiegen. Da kann der Hang der SVP zu Führerkult, 
Nationalismus, Autoritätsprinzip, Patriarchat, Sozialdarwinismus,
Konkurrenz, Ausgrenzung, Überwachungsstaat und Rassismus noch so 
deutlich erkennbar sein. Widerstand ist nicht in Sicht: Lieber reihen 
sich die "linken" Partei-StrategInnen ein in den bürgerlichen Block. Um 
den Rechten ?den Wind aus den Segeln zu nehmen?, werden aus den Reihen 
der ?Linken? noch repressivere Massnahmen gefordert, die letzten Ideale
verraten. So werden ? ?um die SVP zu bekämpfen", - letztlich deren 
Inhalte übernommen.

...und repressive Politik
Diese Politik sieht dann so aus: Menschen, die dem Leistungsdruck dieser 
Gesellschaft nicht standhalten, die Schwächsten dieser Gesellschaft, 
werden zu Sündenböcken gemacht.Sie werden für die vom kapitalistischen 
Wirtschaftssystem produzierten Missstände verantwortlich gemacht und 
bekämpft. Dass es sich dabei um Symptombekämpfung handelt, die nie 
fruchten wird, da die Ursachen eben im System liegen, stört die 
Verantwortlichen nicht weiter. Das wollen sie ja gerade: Die Wut der 
Menschen soll sich gegen unterdrückte
Minderheiten und nicht gegen die Herrschenden und den Kapitalismus richten.
Doch die repressiven Massnahmen haben noch einen anderen Zweck: Mit dem 
ausgebauten Repressionsapparat können auch alle, die Widerstand gegen 
dieses System leisten, eingeschüchtert und unterdrückt werden. 
Wegweisungsartikel und Videoüberwachung werden in immer mehr Schweizer 
Städten eingeführt, MigrantInnen unter angedrohten Sanktionen zur 
"Integration" gezwungen, widerständige Gassenküchen verboten, 
Militär(material) wird zur Überwachung von SystemkritikerInnen 
aufgefahren, Arbeitslose als ZwangsarbeiterInnen
missbraucht (Tieflohn-Beschäftigungen). Günstiger Wohnraum und 
innovative Wohn- und Kulturprojekte müssen der Verwertungslogik weichen. 
Wer aufmuckt wird fichiert, observiert, mit Rayonverbot belegt, gebüsst, 
verhaftet, verprügelt, weggesperrt...

Solidarität statt Konkurrenz!
"Werthaltungen" der Bürgerlichen und inzwischen auch jene der 
SozialdemokratInnen decken sich absolut mit denen der extremen Rechten: 
Hierarchie, Besitz von Privateigentum und Konkurrenz gelten als 
unumstössliche Grundprinzipien.Dies spaltet die Gesellschaft und macht 
uns als Individuen leichter angreifbar. So werden Klassen geschaffen und 
die Leute werden innerhalb der unteren Klasse gegeneinander ausgespielt, 
damit sie ihre gemeinsamen Interessen nicht erkennen und vertreten.Da 
dienen internationale Megaevents wie die EM höchstens als Feigenblatt, 
um die repressive, ausbeuterische Politik in das etwas freundlichere 
Licht der "Völkerverständigung" zu rücken. Etwas Zuckerbrot um die 
Peitschenhiebe erträglicher zu machen. Dabei bleiben sogar die 
Zuckerbrote ungerecht verteilt. Wer bezahlen kann und über das richtige 
Netzwerk verfügt, darf live mitfeiern. Für die anderen bleibt vielleicht 
die Grossleinwand oder der Kasten zu Hause.Beim genaueren Hinsehen 
erscheint hinter dem völkerverbindenden Fest halt doch wieder das 
bekannte Muster: Nationalismus, Rassismus, Sexismus, Spaltung, 
Überwachung, Repression, Verwertungslogik, Gewinnmaximierung, für viele 
wenig und für wenige alles - Kapitalismus
halt.
Von wegen Fest für Alle!
Was wirklich für alle drin läge, wenn die Produktionsmittel nicht nur 
wenigen gehören,sondern von der Basis verwaltet würden, bleibt vorerst 
Wunschtraum. Ebenso eine Welt die auf Solidarität und Gerechtigkeit 
statt auf Konkurrenz und Rassismus baut. Trotzdem können und wollen wir 
uns nicht damit abfinden. Denn mit Mut und Willen, gemeinsam für alle 
Ausgegrenzten und Ausgebeuteten einzustehen, lassen sich auch hier und 
jetzt viele Erfolge feiern.

Deshalb: Antifaschistische Solidarität statt nationalistische Konkurrenz!

Wir zählen auf Dich!

Falls wir nicht spazieren können: Verschiebedatum 07. Juni 2008. Infos 
auf Homepages und
Handzetteln.

www.buendnis-gegen-rechts.ch

4.Am 23.2 fand eine internationale Kundgebung von 120 Menscen im 
französichen Ensisheim für die Militanten aus Action Directe statt.
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Rede aus Frankfurt zur Freiheit der Gefangenen aus Action Directe

Beitrag der frankfurter genossInnen zur knastkundgebung in ensisheim am 
23.2.2008 heute stehen wir - hoffentlich - das letzte mal mit der 
forderung nach freilassung der gefangenen aus action directe vor diesem 
gefängnis.
dabei vergessen wir nicht, dass diese knäste weiter existieren werden, 
dass tausende darin unter härtesten bedingungen gefangen gehalten 
werden, darunter auch viele politische gefangene.
2005 waren wir das erstemal aus der brd hier in ensisheim bei einer 
knastkundgebung.
Unsere verbindung zu den gefangenen aus action directe ist vielfältig 
und unterschiedlich:
von freundschaften - georges hat 10 jahre lang in franfurt gelebt - über 
jahrelange besuche im knast, bis zu politischen beziehungen, schließlich 
haben raf und action directe in den 8oer jahren zusammen das projekt der 
antiimperialistischen Front in westeuropa verfolgt.
2006 und 2007 waren wir wieder hier und haben gesagt: "wir bleiben dran, 
bis die gefangenen aus ad aus dem knast sind."
Jetzt ist die freilassung der gefangenen aus action directe auf dem weg, 
auch wenn bei georges cipriani die entscheidung noch bevorsteht und bei 
regis schleicher noch nichts klar ist.
nathalie menigon und jean-marc rouillain sind seit letztem jahr im 
offenen vollzug mit der option, nach einem jahr auf bewährung 
freigelassen zu werden.
dies ist auch ein erfolg der vielfältigen aktivitäten in den letzten 
jahren, der herstellung von öffentlichkeit über die situation der 
ad-gefangenen national wie international:
pressekonferenzen, veranstaltungen, kundgebungen, demonstrationen, 
filmvorführungen, interviews mit den gefangenen.
auch joelle aubron, nachdem sie aus den knast entlassen war, trug ihren 
teil dazu bei.
Die freilassung der gefangenen wird nur über den weg der semi liberte 
gewährt. Das heißt tagsüber arbeit, abends in den knast zurück. Nach 21 
jahren knast unter menschenvernichtenden haftbedingungen wird versucht 
eine eingliederung in den kapitalistischen markt zu erzwingen.
Mit der semi liberte und der darauf folgenden freilassung auf bewährung, 
will der französische staat auch die diskussion um den politischen 
hintergrund des bewaffneten kampfes beenden.
er verhängt als auflage redeverbote über die gründe des bewaffneten 
kampfes. Das ist ein versuch der enteignung der politischen geschichte, 
und diese soll im öffentlichen raum nur entpolitisiert erscheinen. Sie 
werden über 20 jahre gefangen gehalten, weil justiz und staat hoffen, 
dass die gefangenen nach so langer zeit politisch nicht mehr 
handlungsfähig sind.
Zusätzlich wird nach der freilassung, durch die verbannung in ein 
departement, die bewegungsfreiheit eingeschränkt.
auch der deutsche staat versucht gerade 30 jahre nach der offensive der 
raf 77 und den morden in stammheim, die geschichte in seiner version mit 
hilfe der willfährigen medien festzuschreiben.
der druck einer möglichen staatlichen verfolgung soll weiterhin 
einschüchtern. so wurden ermittlungsverfahren gegen einstige mitglieder 
der raf, die zu ihrer geschichte stehen, wegen presseinterviews 
eröffnet. andere sind von beugehaft bedroht, weil sie sich weigern, mit 
der klassenjustiz zu kollaborieren. gegen einzelne, die schon über 20 
Jahre im knast waren, werden sogar neue prozesse angestrebt. in ihnen 
sollen sie individualistisch ihre teilnahme an bestimmten operationen 
der raf zugeben. bislang wurden sie kollektiv wegen ihrer fehlenden 
politischen distanzierung verurteilt.
auch wenn die gesetze in frankreich und in der brd im detail 
unterschiedlich sind, geht es ihnen hier wie dort um dasselbe, um das 
auslöschen der erinnerung an die bewaffneten kämpfe und auch um das 
auslöschen dieser option für alle zukunft.
für uns geht es darum, dass alle gefangenen aus ad und der raf 
bedingungslos rauskommen und sie sich, wenn sie es wollen, an den 
diskussionen um den politischen sinn der kämpfe ohne einschränkung der 
rede- oder bewegungsfreiheit beteiligen können. an den ursachen, warum 
damals die guerillaprojekte in der brd und frankreich begannen, hat sich 
nichts geändert. so lange kapitalistische verhältnisse mit ihren 
menschenvernichtenden auswirkungen rund um die welt bestimmend sind, 
wird es weiter kämpfe geben.
Hoch die internationale solidarität!
Dieser Beitrag ist in neuen Ausgabe des Gefangenen Infos 334 erschienen.
Weitere Artikel:
- zum 18.März, den Tag, für die Freiheit für dei Freiheit der 
politischen Gefangenen weltweit.
- zum Prozeßbeginn gegen verhaftete KommunistInnen
- zum Buch von Xose Tario: Hau ab, Mensch!
Das Gefangenen Info kostet 1,55 Euro und ist erschienen im GNN-Verlag, 
Neuer Kamp 25, 20359 Hamburg, BRD.
E-Mail:  gnn-hamburg at freenet.de
Gefangenen Info im Netz: www.political-prisoners.net

5. Naziangriff auf Autonomes Zemtrum in Weimar 9.3.08
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Heute Nacht gab es in Weimar einen der brutalsten Angriffe auf das 
soziokulturelle Zentrum Gerberstraße 3 in Weimar seit den 90er Jahren. 
Zwischen 2:00 und 3:00 Uhr versuchten ca. 20 mit Knüppeln, 
Teleskopschlagstöcken und Zaunslatten bewaffnete Neonazis in die 
Gerberstraße einzudringen und bewarfen die Häuser und anwesende Personen 
mit Steinen und Flaschen. Dabei wurden mehrere Personen leicht und zwei 
Personen gefährlich verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt 
werden. Die sofortige Reaktion der Gäste und Bewohner_innen konnte das 
Treiben nach ca. 20 Minuten beenden und die Nazis schließlich aus dem 
direkten Umfeld der Gerberstraße vertreiben.
Bereits gegen 2:00 Uhr wurde deutlich, dass sich auffällig viele Nazis 
in der Innenstadt bewegten. Kurze Zeit später bewegte sich ein Mob von 
ca. 20 Nazis aus Richtung des Atriums auf auf die Gerberstraße zu, 
brüllten lautstark Drohungen und rissen schließlich Zaunslatten aus dem 
Gartenzaun der Gerberstraße 1, woraufhin in der Kneipe der Gerber 3 der 
Hausalarm ausgelöst, die Türen geschlossen und die Polizei alarmiert 
wurde. Daraufhin bewarfen die Nazis beide Häuser mit Steinen, Flaschen 
und anderen Gegenständen, wodurch unter Anderem ein Fenster beschädigt 
wurde. Als die Nazis versuchten die Türen einzurammen begannen sich die 
Besucher_innen mit dem Werfen von Flaschen zu wehren und begaben sich 
schließlich geschlossen vor die Tür. Sofort begannen die Nazis diese 
Personen mit Teleskopschlagstöcken, Totschlägern und Zaunslatten 
anzugreifen. Dabei wurden zwei Person von mehreren Nazis bewusstlos 
geschlagen, einer erlitt eine Platzwunde am Auge, mehrere Blessuren und 
eine schwere Gehirnerschütterung, der andere eine Schädelprellung. Beide 
mussten im Krankenhaus behandelt werden. Durch das schnelle und 
entschlossene Handeln der Anwesenden konnten die Nazis schließlich in 
die Flucht geschlagen werden, wobei es dennoch immer wieder zu 
körperlichen Auseinandersetzungen kam. Die Nazis verteilten sich jedoch 
nicht, sondern sammelten sich wieder direkt vor dem neuen Polizeirevier 
um sich, nun zu ca dreißigst, erneut in Richtung Gerberstraße zu 
bewegen. Als sie sich auf der Höhe des Brühls befanden, traf schließlich 
die Polizei ein: eine halbe Stunde nachdem sie alarmiert wurde. Die 
Polizei konnte von ca. 6 Nazis Personalien aufnehmen, ließ diese 
daraufhin jedoch wieder laufen. Nach dem Angriff versammelten sich 
einige der Angreifer im Irish Pub in der Ebertstraße, wo sie sich 
vermutlich auch vor dem Angriff versammelt hatten. Während des Angriffs 
wurden mehrere bekannte Nazis aus Apolda erkannt.
Während der ganzen Nacht blieben auffällig viele Nazis in der Innenstadt 
präsent. Gegen 4:00 Uhr kam es zu einem weiteren Übergriff in der Nähe 
der Gerberstraße. Auf der Höhe der Sparkasse wurde ein 17-jähriges 
Mädchen, welches auf dem Nachhauseweg von der Gerberstraße war von vier 
Nazis vom Fahrrad getreten und beschimpft.

Dieser erneute Angriff von Neonazis auf das autonome Zentrum 
Gerberstraße reiht sich in die Ereignisse der letzten Wochen und Monate 
ein. Bereits im Dezember kam es zu einem versuchten Angriff und beinahe 
jedes Wochenende kam es zu Übergriffen auf linke und alternative 
Jugendliche. Auch am vergangenen Freitag wurden am hellichten Tag einige 
Punks von Nazis mit Flaschen beworfen und verfolgt. Die rechte Gewalt 
scheint in Weimar langsam zum Normalzustand zu werden und beschränkt 
sich längst mehr auf Problembezirke wie Weimar West oder Schöndorf.

Angesichts dieser Lage ist es von großer Bedeutung Nazistrukturen 
offenzulegen und zu bekämpfen. So gilt es unter Anderem den 
Naziaufmarsch am 5. April zu verhindern. Auch an diesem Wochenende wird 
mit Übergriffen zu rechnen sein. Weiterhin bedarf es großer Solidarität 
um der Nazigewalt etwas entgegensetzen zu können.

Wir werden in den nächsten Tagen eine chronolgische Abfolge der 
Übergriffe und des Angriffes veröffentlichen.

DEN ANTIFASCHISCHEN SELBSTSCHUTZ ORGANISIEREN!


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