(de) Fauchthunrundmail 6.7.08

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Sun Jul 6 19:31:40 CEST 2008


Agenda: 13.9.08 Grosse Bleiberechtdemo in Bern 13.30 Schützenmatte 
(bewilligt) ---- 1. G8 Gipfel in Toya-ko und die Proteste ---- 2. 
Solidaritätmit der Rote Hilfe in Belgien! ---- 3. Antifa Festival in 
Bern 1/2 August 2008 ---- 4. Infoveranstaltung zur FLA und Argentinien 
---- 5. Massive Angriffe gegen gegen CSD in Ungarn ---- 6. Globaler 
Aktionstag gegen Starbucks - Erster Eindruck ---- 1. G8 Gipfel in 
Toya-ko und die Proteste
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Tausende demonstrierten heute in Hokkaido (Sapporo) anlässlich des
Gipfels der G8-Herrschaft. Der anarchistische Block hat es diesmal
tatsächlich geschafft, die Polizeilinien zu durchbrechen und somit ?
zumindest teilweise ? eine unkontrollierte Demonstration zu
ermöglichen, welche die Inhalte einer neuen Welt vermittelte.
Bereits gestern (4.Juli) gab es in Sapporo, der Hauptstadt von
Hokkaido, Aktivitäten gegen den Gipfel der G8, der offiziell vom 7.
bis 9. Juli in Toya-ko ? einem Luxustourismus-Ort, abgeschottet von
jeglicher Realität ? stattfinden soll.

Für heute, den 5.Juli, war in Sapporo zur Großdemonstration von
Gewerkschaften, NGO's kommunistischen und anarchistischen
Organisationen aufgerufen, an der schließlich mehrere Tausend Menschen
teilgenommen haben. Allein damit war bereits jenes Zeichen gesetzt,
was die japanische Regierung verhindern wollten: ein breites Aufkommen
von AktivistInnen in Hokkaido. Das Image von einem Gipfel, welches
angeblich Zwecks humanitär ökologischer Fragen sich treffe ? was die
Regierung seit Monaten über bürgerliche Medien und Plakaten versucht
in der Öffentlichkeit zu inszenieren ? kam kräftig ins wanken. Die
Demonstration heute Sapporo thematisierte die tatsächlichen
Machenschaften des neoliberalen Kapitalismus, zeigte Perspektiven auf,
dass es noch ein Dasein geben kann, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Die Demonstration begann sogleich ? wie in auch in Tokyo ? damit, dass
die Polizei rund um die jeweiligen Blocks sich in Reihe und Knüppel
aufstellte, somit wieder die Situation eines wandernde Polizeikessels
entstehen lassen wollte. Die offensichtliche Aufgabe der
Repressionsorgane war, die Demonstration zu etwas nebensächlichem zu
erniedrigen, indem diesem nur ein Streifen auf einer vierspurigen
Straße genehmigt wurde. Doch im anarchistische Block begann alsbald
der glückliche Versuch dieses Konzept aufliegen zu lassen.

Wenn dieser Artikel nun betitelt wurde mit ?NoG8 bricht aus?, dann
darf sich mensch jetzt nicht eine übertriebene Situation des
Aufstands, wie etwa vor kurzem in Osaka vorstellen. Was jedoch
ereignete, war auf eine gewisse Weise mehr als übertrieben:
Die AktivistInnen drückten mit Körpergewicht einerseits die Polizei
nach Außen, während andere durch Lücken zwischen den Polizeiketten
nach Außen drangen. Die Polizei war offensichtlich von einer spontanen
Masse überrascht, die sich nicht an die Anordnung ?innerhalb einer
Stunde und nur in 4' er Reihen zu demonstrieren? gehalten hat. Bald
war der gesamte innere Verkehr der Stadt lahm gelegt und die Demo
hatte sich die Straße genommen. Was sich daraufhin abspielte war
typisch für die Repressionsorgane in Japan:

[Anmerkung: es ist hier nicht angebracht über das sich selbst
inszenierende ?Legal Team? ausführlicher zum Sprechen zu kommen, die
in jener Situation mehr eine Polizeihilfe war als Rechtshilfe der
Demo. Diese Diskussion muss sich noch anderswo austragen, wie es dazu
kommen kann, dass Leute vom ?Legal Team?, sowie manche
OrganisatorInnen von den NGO`s, gemeinsam mit der Polizei gegen die
Demonstration gearbeitet haben. Teilweise haben diese sogar
aggressiver als die Polizei versucht, die Demo wieder in ?geordnete
Bahnen? zu lenken. Als ?Rechtshilfe? Repressionsarbeit zu übernehmen
ist inakzeptabel!]

Die Polizei, die eindeutig verwirrt und überfordert war, setzte die
sogenannten ?Truppen zur Aufstandsbekäpfung? ein, um die Lage wieder
unter Kontrolle zu bringen. Nur damit es nochmal klar ist, die
faktische Lage bestand ausschließlich darin, dass sich die Leute die
ganze Strasse zum demonstrieren genommen haben. Dies muss die Polizei
in ihrer Autorität dermaßen gekrängt haben, sodass es zu neurotischen
Mitteln greifen musste. Es kam nun immer mehr zu Gewaltakten gegen
AktivistInnen, die wieder zurück in die eine Spur gedrängt wurden,
obwohl ohnehin der gesamte Verkehr eingestellt war. Doch den zackigen
DemonstrantInnen gelang an einer anderen Stelle erneut die
Polizeilinien zu durchbrechen.

Die Neurose der Polizei nahm seinen Lauf in der Reaktion auf eine
Übertretung der ?Lautsprecherwagen-Verordnung?. Dort ist nämlich
festgehalten, dass sich nur zwei Personen auf dem Lautsprecherwagen
befinden dürfen. Als sich der DJ's abwechseln wollte, war einer zu
viel auf dem Wagen zu sehen, was dann die Festnahme beider DJ's
gerechtfertig haben soll. Dies war der Vorwand; tatsächlich sollte mit
der Festnahme der beiden Dj's die Atmospähre gebrochen werden. Als
dann die Polizei dabei war auch den Fahrer des Lautsprecherwagens
festzunehmen, geschah das Gegenteil von dem, was sich die Polizei
erhofft hatte. Die Stimmung kochte. DemonstrantInnen sammelten sich
rund um den Wagen, der seinerseites von der Polizei umzingelt war und
versuchten die Festnahmen zu verhindern ? was leider nicht gelang.
Nach einer längeren Auseinandersetzung wurde schließlich der
unbeholfene Fahrer abgeführt. Die gesamte Strasse war nun endgültig
zur Demonstration zwischen Hütern und ÜberwinderInnen der G8 geworden.
Der Block ließ sich bis zum Abschluss der Demonstration die Strasse
nicht mehr nehmen.

Nach der Demo, um ca. 18°° Uhr, sammelten sich erneut AktivistInnen,
diesmal vor dem Polizeirevier Sapporo Chuosho und forderten die
sofortige Freilassung der Gefangenen. [Nach Gesetz kann eine Person
bis zu 23 Tage im Revier festgehalten werden.] Mittlerweile kam in
erfahrung, dass es eine weitere Festnahme gegeben hat: ein Journalist,
der während der Gewaltakte der Polizei, der Aufforderung, das
fotografieren einzustellen, nicht Folge geleistet haben soll, wurde
ebenfalls festgenommen. Keine Berichterstattung erwünscht.

Währendessen tauchte ? wie der Zufall so will ? auf der Strasse neben
dem Oodori-Park, wo sich gerade einige DemonstrantInnen zum Rasten
gelegt hatten, ein Propaganda-Wagen von Faschisten auf, namentlich der
rechtsextremen ?Uyoku?, die auch mit Verbindungen zur Yakusa bekannt
ist. Über Lautsprecher gaben sich zum Rechten, dass das Stattfinden
des G8-Gipfel in Japan ein Zeichen dafür sei, wie groß die japanische
Nation ist, auf die man(n) Stolz sein soll usw. Dies empfand der
antifaschistische Charakter als Provokation, woraufhin Fahnen und
Transparente vom Wagen entfernt wurden. Nachdem dann auch einige
Flaschen flogen, entfernten sich die Faschisten ziemlich schnell.

Fazit: Der Tag in Sappro, welche für viele Organisation als der
wichtigste im Proteste gegen die G8 in Hokkaido eingeschätzt wurde,
verlief für manche als ?zu wenig?, für andere als ?immerhin das?, für
die Repressionsorgane als ?zuviel? Protest. Tatsächlich wurde die
unerträgliche Norm, bezeichnend für die gesellschaftliche Sackgasse,
in der sich die gesamte Welt befindet, für einen Moment durchbrochen ?
aufgezeigt das es jene Menschen gibt, die zumindest sehen können, was
es für den Menschen noch zu erreichen gäbe.

 Bilder:
gibts auf at.indy:  https://at.indymedia.org/node/10720#comment-9739

einiges mehr an Bildern, u.a. die brutale Festnahme des Lauti-Fahrers, 
hier:
 http://www.flickr.com/photos/powless/sets/72157605985394658/


2. Solidaritätmit der Rote Hilfe in Belgien!
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Liebe GenossInnen

Die starke Solidaritätsarbeit im Zusammenhang mit dem Versuch der 
belgischen
und internationalen Repression, die Rote Hilfe Belgiens und die Rote Hilfe
International in ihrem Aufbauprozess anzugreifen, zeigte seine ersten
Früchte:

*  3 der vier und 1 Gefangenen mussten sie, zwar ohne den Haftbefehl
aufzuheben, bedingt entlassen. Sie alle erwarteten viele FreundeInnen,
Verwandte, GenossInnen mit Fahnen und Spruchbändern. Die verschiedensten
bürgerlichen Medien waren präsent und im TV mussten sie den herzlichen
Empfang wie die Gefangenen mit erhobenen Fäusten beim Verlassen der
verschiedenen Knäste filmen.

* Jea-François ist immer noch im Hungerstreik. Beim Haftrichter musste die
Anklägerin einen Schritt zurück und laut und deutlich sagen, dass es ihm
natürlich nicht verboten sei, die RH-Sitzungen zu besuchen!! Nur der 
Kontakt
zu Bertrand sassoye, mit dem er Jahre zusammen im Knast war, sei nicht
erlaubt gewesen!! J-F ist immer noch im Hungerstreik! Ihm gilt unsere
spezielle Solidarität

* In den bürgerlichen Medien kippt die Stimmung zugunsten unserer
GenossInnen langsam aber sicher: das neue Antiterrorgesetz und seine erste
wirkliche Anwendung wird in Frage gestellt ... Damit wächst der Druck auf
die Anklägerin ....

* In Belgien hat sich die Rote Hilfe durch die Antwort an die Angreifenden
verstärkt, zahlreiche Soli-Gruppen haben sich gebildet: s5s (Solidaritätmit
den 5 Verhafteten), Angehörige, die sich jeden Tag nachdem die Kinder in
Krippe oder Schule sind, treffen sich in der Kneipe wo Bertrand arbeitet,
Bertrand's Chef organisiert eine Aussstellung in der Kneipe, sein Verleger
liess in Tageszeitungen seine Bücher propagieren, usw. usw.

* Der Internationale Solidarität ist enorm. Von Italien, Deutschland,
Frankreich und der Schweiz kommen immer mehr Meldungen von
Solidaritätsaktionen und Solidaritätsbotschaften .... Auch hier zeigt sich
klar: die internationale Konterrevolution rückt im präventiven Bereich zwar
vor, aber ganz im Sinne einer Dialektik, mobilisieren und organisieren wir
uns entsprechend. Die jetzige Mobilisierungsfähigkeit in Belgien wie im
restlichen Europa zeigt klar: die Initiative der international agierenden
Konterrevolution kann gestoppt werden und GenossInnen wieder aus ihren
Klauen befreit oder aber bessere Bedingungen erkämpft werden.

Am Samstag 19. Juli organisiert die Rote Hilfe International, zusammen mit
der Roten Hilfe Belgien eine internationale Demonstration vor dem Knast in
Brüssel. Kommt zahlreich, verschickt Grussbotschaften oder zeigt Eure
Solidarität sonstwie ...

Meldet Euere Interesse bitte, wenn Ihr es für richtig hält, bei uns an:
info at rhi-sri.org
wir organisieren Euch Schlafplätze oder sorgen dafür, dass am 19. Juli in
Brüssel an der Demo von Eurere Solidarität gesprochen wird......

Schreibt Bertrand und Jean-François Postkarten schickt ihm Flyer's, Plakate
oder so:
Jean-François Legros, Prison de Verviers, 81, Ch. de Heusy, B-4800 Verviers

Bertrand Sassoye, Prison de Forest, Avenue de la Jonction 52, B-1190
Bruxelles


www.rhi-sri.org     www.secoursrouge.org

DRINGEND GESUCHT: DIESES MAIL AUF FRANZÖSISCH, ITALIENISCH, SPANISCH UND
ENGLISCH ZU ÜBERSETZEN .... WER HAT ZEIT?

3. Antifa Festival in Bern 1/2 August 2008
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Liebe AntifaschistInnen

Es ist wieder soweit. Das dritte Antifa Festival in Bern steht vor der
Tür. Freitag 1. und Samstag 2. August werden diverse Bands aus
verschiedensten Musikrichtungen kräftig einheizen. Wie gehabt wird
auch ein Campingplatz ab Freitag zur Verfügung stehen. Ein
vielfältiges Rahmenprogramm und diverse Stände mit Infomaterial und
Essen wird die Veranstaltung abrunden.

Wir freuen uns auf euch, um auch dieses Jahr ein kräftiges Zeichen
gegen Faschismus und Rassismus zu setzten. Nach dem Brandanschlag vom
letzten Jahr erst recht!!!

Bis bald euer Antifa Festival-Team
!BITTE WEITERLEITEN!

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-Donnerstag 31.7-
19.30 Podiumsdiskussion "Prekarisierung und Rassismus"
Hotel Bern

-Freitag 1.8-
Öffnung des Campingplatzes (12.00)

Themenausstellung Migration
Kornhausforum

Konzerte auf dem Vorplatz der Reitschule
ca. 16.15 Pitifuls
ca. 17.30 Pitchfork

Konzerte in der Grossen Halle (Türöffnung 18.00)
Hoffnungslos (Punk Bern)
Protonbrod (HipHop Lausanne)
Opciok-95 (Oi Punk Barcelona)
UK Subs (Punk UK)
A.C.K. (Punk Germany)
NRK (HC Punk CH)

-Samstag 2.8-
Themenausstellung Migration
Kornhausforum

Konzerte auf dem Vorplatz der Reitschule
ca. 14.30 The Deliveris
ca. 15.15 Kopfnuss
ca. 16.30 Zenotornado

Konzerte in der Grossen Halle (Türöffnung 18.00)
Inner Terrestrials (Punk UK)
Commandantes (songs for the working class Germany)
Two Tone Club (Ska France)
Mak Hip Hop (HipHop Basque Country)
Readykill (Britcore Germany)
Oi Polloi (Oi Punk)

-Sonntag 3.8-
Themenausstellung Migration
Kornhausforum

12.00 Campschliessung

-Eintritt, Vorverkauf & Reservation-
1 Tages Pass: 20 sFr.
2 Tages Pass: 35 sFr.
(kein Vorverkauf, Reservationen via mail)

-- 

Saludos antifascistas
Antifaschistische Grüsse
Salutations antifascistes
Antifascist greetings
Saluti antifascisti

Antifascist Festival
1.-3.August 2008
Grosse Halle, Reitschule Bern

Rock out fascism!
www.antifafestival.ch

4.Infoveranstaltung zur FLA und Argentinien
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ArgentinaAnarchista - Flyer

Mit der Wirtschaftskrise von 2001 hat der Anarchismus in Argentinien
eine Neuentdeckung und Verjüngung erlebt ? so auch die bald 80-jährige
Federación Libertaria de Argentina (FLA). In ihrem Haus in Buenos
Aires finden Quartieraktivitäten und Versammlungen von den
Anarko-Queers bis zu den Präkarisierten ArbeiterInnen statt, dazu
gibt?s eine Libertäre Schule, Verlag, Zeitung, Bibliothek und eines
der wichtigsten Archive der Bewegung weltweit;ein Ort der Begegnung
und Inspirationsquelle, wie die kleinen Kämpfe des Alltags und die
grosse Idee einer Gesellschaft ohne Herrschaft vereint werden können.
Siehe Auch unter www.libertario.org.ar

Juan Manuel erzählt von seinen 8 Jahren in der FLA, von den
vergangenen und aktuellen Kämpfen Argentiniens (Sp, deutsch übersetzt).
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Mi. 16.7. Winterthur, LAW BlackBox, Albrechtstr. 1, 19h VoKü, 20h Vortrag

Do. 17.7. Bremgarten, KUZEB, Zürcher-/Zugerstr, 19h VoKü, 20h Vortrag

Fr. 18.7. Zürich, KASAMA, Militärstrasse 87a (Innenhof), 19.30

Mi. 23.7. Bern, INFOLADEN, Reitschule, 19.30

Do. 24.7. Biel, LA BIU, Wydenauweg 38, 19h VoKü, 20h Vortrag
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homepage der zürcher AnarchistInnen:

www.za.homelinux.org/blog/archives/49


5.Massive Angriffe gegen gegen CSD in Ungarn
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n Ungarn ist es zu massiven Ausschreitungen gegen den CSD gekommen.
Die Gegendemonstranten lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit
der Polizei. Mindestens acht Menschen seien verletzt worden, darunter
zwei Beamte, sagten Rettungsdienste und die Polizei. Wenige Tage vor
dem CSD Budapest hatten Unbekannte zwei Anschläge auf eine schwule
Sauna verübt, während Rechtsradikale im Internet zum Protest aufriefen.
Gegenproteste mehrerer ultrarechter Gruppen

Nach Bulgarien und Tschechien (
http://de.indymedia.org/2008/06/220983.shtml) ist es nun auch bei der
Schwulenparade in der ungarischen Hauptstadt Budapest zu Gewalt
gekommen. Im Juni gab es Irritationen, als die Polizei den CSD
erstmals seit dem Ende des Kommunismus verboten hatte, angeblich wegen
des hohen Verkehrsaufkommens (
http://de.indymedia.org/2008/06/219753.shtml). Nach Protesten aus dem
In- und Ausland zog sie das Verbot am nächsten Tag allerdings zurück.
Im Internet hatten Rechtsradikale zu Protesten während der Parade
aufgerufen. Die rechtsextremen Aktivisten György Budaházy und László
Toroczkai forderten von "ungarischen Patrioten" Härte: "Wir werden es
nicht tolerieren, dass ausländische Perverse jeglicher Hautfarbe ihre
ausländische und kranke Welt nach Ungarn bringen", schreiben sie. Die
Gruppe Rendszerváltó Fórum ("Forum für eine Systemveränderung") hatte
neben anderen Gruppen und Privatpersonen die Erlaubnis erhalten, am
Samstag gegen den CSD zu protestieren.


Anschläge auf schwule Einrichtungen

Polizeisprecherin Éva Tafferner erklärte im Vorfeld, die Beamten
würden alles tun, um die Demonstranten von den CSD-Teilnehmern fern zu
halten. Am Mittwochmorgen war zum zweiten Mal innerhalb einer Woche
ein Brandanschlag auf die schwule Sauna "Magnum" in Budapest verübt
worden. Unbekannte warfen insgesamt vier Molotow-Cocktails. Ein Gast
erlitt dabei eine leichte Rauchvergiftung. Der Anschlag war zuvor
telefonisch angekündigt worden. Am vergangenen Freitag war ein
Molotow-Cocktail gegen die "Action-Bar" geworfen worden. Gábor
Kuszing, CSD-Organisator "Wir glauben nicht daran, dass die Behörden
schwul-lesbische Einrichtungen schützen können, wie sie es versprochen
haben" Ungarn gehört zu Ländern des ehemaligen Ostblocks, die sind
beim Thema Homo-Rechte als eher liberal gelten. So verabschiedete der
EU-Staat als drittes postkommunistisches Land nach Tschechien und
Slowenien die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften. Das Gesetz
soll am 1. Januar 2009 in Kraft treten. Auch dagegen richteten sich
die Demonstrationen von heute.


Eier, Steine, Flaschen und Molotowcocktails

Die 1500 Teilnehmer des "Marschs der Würde" wurden mit Eiern, Flaschen
und Steinen beworfen, Beamte, die den Umzug der Schwulen und Lesben
schützen sollten wurden auch mit Brandsätzen angegriffen. Die Polizei
setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Randalierer zu
zerstreuen, von denen viele rechten ultranationalistischen Gruppen
angehörten. 45 Personen wurden festgenommen. Zwei Polizisten erlitten
bei den Krawallen, neben 6 anderen Menschen Verletzungen, wie
Polizeisprecherin Éva Tafferner mitteilte. Ein Polizeiwagen wurde in
Brand gesetzt und brannte aus. Die Rechtsextremen griffen zudem einen
Streifenwagen an, in dem die europäische Abgeordnete Katalin Levai
saß. Sie warfen einen Stein durch die Fensterscheibe. Die
Menschenrechtlerin wurde nicht verletzt. "Es ist beschämend, dass es
auch noch fast 20 Jahre nach der Wende eine solche Intoleranz gibt",
sagte die sozialistische Abgeordnete.


Ungarische Garde feiert ?Tag des heterosexuellen Stolzes?

Am Donnerstag waren im Internet Anleitungen zu lesen, wie man
ausgeblasene Eier mit Farbe füllt und als Wurfgeschosse gebraucht. Die
rechte Oppositionspartei Fidesz, die nach Meinungsumfragen derzeit
jede Wahl gewinnen würde, aber auch Teile des Klerus und viele rechte
Meinungsbildner distanzieren sich oft nicht von den radikalen Gruppen.
Die paramilitärische Ungarische Garde marschierte erst kürzlich
ungehindert durch Dörfer mit hohem Roma-Anteil. Zuletzt hatte die
Garde auch schwulenfeindliche Kundgebungen abgehalten. Anfang Juni
beging die Gruppe sogar einen "Tag des heterosexuellen Stolzes". Der
Politiker Gabor Horn, Präsidiumsmitglied des liberalen Bundes Freier
Demokraten (SZDSZ), wurde beim Verlassen des Schauplatzes nach eigenen
Angaben von Neonazis bespuckt, geohrfeigt und mit Bier übergossen. Die
Gay-Pride-Parade findet in Budapest seit zwölf Jahren statt. Im
Vorjahr war es erstmals zu stärkeren Übergriffen durch
Rechtsextremisten gekommen. Diesmal hatten sich mehrere hundert
Gegendemonstranten entlang der Paradestrecke versammelt. Das Konzert
einer Jazz-Sängerin, das den Umzug hätte beenden sollen, wurde wegen
der Ausschreitungen kurzfristig abgesagt

6. Globaler Aktionstag gegen Starbucks - Erster Eindruck
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 Hier erste Kurzberichte vom Globalen Aktionstag gegen Starbucks. Am
heutigen 5. Juli werden in insgesamt rund 20 Ländern
Solidaritätsaktionen mit den entlassenen Starbucks Baristas Monica
(Sevilla, Spanien) und Cole (Grand Rapids, USA) stattfinden. Zu den
Hintergründen könnt ihr hier auf IndyMedia (z.B.
http://de.indymedia.org/2008/07/221216.shtml) mehr erfahren, dieser
Bericht beschränkt sich weitgehend auf die Zusammenfassung der
Aktionen. Es handelt sich dabei nur um einen kleinen Ausschnitt, denn
viele Proteste laufen derzeit noch oder beginnen in den nächsten
Stunden erst, von vielen weiteren liegen noch keine Berichte vor. Aber
auch dieser erste kleine Ausschnitt zeigt vielleicht schon, welchen
Ärger wir mit vergleichsweise kleinem Aufwand einem Konzern
verursachen können, der meint die Rechte der ArbeiterInnen mit den
Füßen treten zu können.
POLEN: PROTESTTAG MIT AKTION IN WROCLAW ERÖFFNET

Im polnischen Wroclaw haben bereits am 1. Juli Mitglieder unserer
Schwestergewerkschaft ZSP Flugblätter am Firmensitz von Amrest
verteilt. Derzeit gibt es noch keine Starbucks-Filialen in Polen,
allerdings will Amrest in Kürze die Marke dort einführen. Die zur
berüchtigten Yum! Gruppe gehörende Firma betreibt in Polen bereits
andere Systemgastronomie-Ketten wie KFC, Burger King und Pizza Hut.
Laure Akai von der ZSP schreibt dazu ?Es sieht so aus, als gäbe es
einiges Potential für eine gewerkschaftliche Organisierung, bevor
Starbucks überhaupt erst richtig eröffnet hat.?

BRD: AACHEN
Gute Aktion. Wir haben mit 6 Leuten Flugblätter verteilt und einige
Liter Solikaffee gratis an interessierte PassantInnen abgegeben.
Mehrere Beschäftigte haben Sympathie bekundet; wir haben viele
interessante Gespräche geführt.

BRD: FRANKFURT/MAIN
In Frankfurt haben wir fünf Starbucks Filialen besucht, Flugblätter
verteilt und Gespräche geführt. Vor drei Läden wurden Kundgebungen mit
Megafonen abgehalten. Es gab jeweils einen Redebeitrag zur aktuellen
Situation auf deutsch und spanisch, bei der Kundgebung auf der
Freßgass hatten wir dabei einige hundert ZuhörerInnen in den
umliegenden Straßencafes.
Am Nachmittag gibt es noch einen Stand auf dem Rödelheimer Parkfest.

BRD: HAMBURG
Knapp ein Dutzend FAU-GenossInnen haben innerhalb einer Stunde die
fünf Starbucks-Filialen um das Rathaus im Stadtkern besucht und
Flugblätter verteilt und ein Transparent entfaltet.

SCHWEIZ: ZUG
Mitglieder der Gruppe «Systembruch» haben heute Flugblätter an Gäste
und ArbeiterInnen bei Starbucks sowie an Passanten verteilt. Viele
zeigten sich interessiert, vielleicht gerade auch weil Starbucks
letzte Woche mit den geplanten 12'000 Entlassungen bereits in den
Medien war. Wir solidarisieren uns mit den bedrohten und gefeuerten
ArbeiterInnen. Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff auf alle!

AUSTRALIEN: MELBOURNE
Zwanzig Leute aus unterschiedlichen Gruppen, darunter der IWW, der ASF
(Anarcho-Syndicalist Federation), Melbourne Anarchist Club, Union
Solidarity und andere versammelten sich vor dem lokalen Starbucks um
ihre Solidarität mit den gefeuerten ArbeiterInnen zu zeigen und das
Recht der ArbeiterInnen sich zu organisieren zu verlangen. Die Aktion
dauerte eineinhalb Stunden, fast niemand ging in den Laden. Es war
eine Menge Polizei anwesend, die von Starbucks mit Gratis-Kaffee
versorgt wurde, dennoch blieb alles friedlich.

BRD: DUISBURG
In Duisburg hat sich die lokale FAU-Gruppe um 9.30 getroffen, um gegen
11.00 Uhr mit Unterstützung aus Krefeld und Düsseldorf auf der
Königstraße einen kleinen Stand aufzubauen und das Transpi zu
entrollen. Unsere Aktion, an der sich rund 15 Leute beteiligt haben,
war ein voller Erfolg: Wir hatten zu vielen Leuten Kontakt, die mehr
über die Politik bei Starbucks wissen wollten und ähnlich wie eine
ältere Passantin reagierten, die meinte ?Ich fand die (Starbucks)
schon immer doof, jetzt weiß ich endlich, warum!?. Um 15.00 haben wir
dann eingepackt, um 500 Flyer ärmer und um etliche Zusprüche reicher.
Eine Frau, deren Freund unter einer seltsamen Begründung kürzlich in
einem nahe gelegenen Starbucks gefeuert wurde, hat sich gleich für
unser öffentliches Treffen angekündigt.

BRD: BRAUNSCHWEIG
Die Ortsgruppe Braunschweig der FAU hat mit 7 Leuten in und vor der
Starbucksfiliale im hiesigen ECE-Center Flyer verteilt. Von Beginn an
wurden die in der Filiale ausgelegten Zettel vom Personal
eingesammelt, aber von uns wieder zurückgeholt. Nachdem wir ca. 35
Minuten vor der Filiale an die Passanten und die Besucher von
Starbucks verteilt hatten, kam das Sicherheitspersonal des ECE-Centers
und erteilte uns ein Hausverbot. Im weiteren Verlauf kam es dann vor
dem ECE-Center noch zu einigen interessanten Gesprächen mit
Starbucks-MitarbeiterInnen, von denen einige bereits im Vorfeld etwas
vom Aktionstag gehört hatten.

BRD: DÜSSELDORF
Mit insgesamt 12 Filialen gehört Düsseldorf in Deutschland zu den Top
3 der ?Starbucks-Citys?. Gegen 16.00 Uhr machten wir uns auf den Weg
die sieben Filialen der Innenstadt zu besuchen. Die Reaktionen der
ArbeiterInnen reichten von ehrlichem Interesse, über echte oder
gespielte Gleichgültigkeit bis hin zu offener oder gespielter
Feindschaft. Die KundInnen hingegen waren in aller Regel offener und
interessierter. Viele lasen, beim ?Genuss? ihres Kaffees, das
Flugblatt. Einige hätten gerne spontan mehr erfahren. Leider kamen
einem Info-Gespräch immer die Filialleiter in die Quere. Ihr Hausrecht
ausnutzend, verwiesen sie uns kurzer Hand vor die Tür. Aber da war es
immer schon zu spät ? die Flugblätter waren an ArbeiterInnen und
KundInnen verteilt. Unser Flugblatt zeichnete sich im übrigens dadurch
aus, das es, neben den Hintergrundinformationen, sowohl für
ArbeiterInnen als auch KundInnen konkrete Handlungsanweisungen
enthielt, wie sie den Widerstand konkret unterstützen können. (siehe
auch: Website der FAU Düsseldorf).

BRD: MÜNCHEN
Mitglieder des Bildungssyndikates der FAU München haben fünf Filialen
von Starbucks in der gesamten Münchener Innenstadt besucht. Sie
verteilten sowohl Flugblätter in den Filialen an die Beschäftigten und
die KundInnen als auch außerhalb, wo wegen des schönen Wetters viele
KundInnen saßen. Es gab ausschließlich positive Reaktionen, vor allem
innerhalb der größtenteils international zusammengesetzten Kundschaft.
Viele waren empört über die Missstände bei starbucks und zeigten
Verständnis für den Protest. Vorsichtiger waren meist die Baristas,
die bei Nachfragen zu den eigenen Arbeitsbedingungen meistens schnell
an die GeschäftsführerInnen verwiesen. Für die Münchener FAUistas war
der Aktionstag ein sehr positives Erlebnis, an dem sie sich jederzeit
wieder beteiligen würden.

BELFAST
Organise! und die WSM verteilten von 12.00 bis 13.00 Uhr Flugblätter
vor dem Starbucks im Zentrum von Belfast. Trotz des miserablen Wetters
beteiligten sich ein Dutzend Leute an der Aktion. Zu Beginn gingen
drei von ihnen in den Starbucks und verteilten dort an die
Beschäftigten und KundInnen. Die Reaktion auf die Aktion war sehr
positiv, auch wenn eine Person fälschlicher Weise beschuldigt wurde,
ein Mitglied der Belegschaft angegriffen zu haben.

BRD: WUPPERTAL
Vor der Starbucks-Filiale in Wuppertal-Elberfeld wurden Flugblätter an
KundÍnnen und Baristas verteilt.

BRD: DARMSTADT
Das Verteilen von Flyern in Darmstadt brachte den dortigen
Filialleiter derart auf die Palme, dass er die Polizei rief und diese
aufforderte, den GenossInnen einen Platzverweis zu erteilen. Solch ein
Austand für ?so eine Lapalie? war den Beamten allerdings sichtbar zu
viel, nicht eben zur Freude des Bosses. Sein Verhalten dürfte mit dazu
beigetragen haben, dass der Starbucks an diesem Tag ziemlich leer blieb.


ZUSÄTZLICHE INFOS:

Weitere Berichte und Fotos finden sich auf der Website der FAU z.B.
unter  http://www.fau.org/artikel/art_080705-070956

Links zu den Website der CNT-AIT und der Starbuck Workers Union der
IWW, sowie zur internationalen Kampagnen-Website finden sich am Ende
des Indymedia-Beitrages  http://de.indymedia.org/2008/07/221216.shtml
  http://www.fau.org





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