(de) Fauchthunrundmail: 25.10.07 Schwedische Botschaft Besturmt fur Asyl
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Sun Oct 28 16:49:31 CET 2007
1. Heute wurde in Bern die Schwedische Botschaftsresidenz bestrürmt für
Asyl! ---- Sehr geehrte Medienschaffende ---- Mitglieder des Komitees
Schwarzes Schaf (Veranstalterin der Kundgebung ---- "SVP nicht
willikommen " ganz Fest gegen Rassismus? vom 6.10. in Bern) haben heute
beobachtet, wie 35 BewohnerInnen von Bern in das Gelände der
schwedischen Botschaftsresidenz geflüchtet sind, um politisches Asyl zu
beantragen. Die Leute kletterten mit Koffern und Bündeln bepackt über
den Zaun auf das Gelände. Die Flüchtenden sagten, sie würden öffentlich
an den Pranger gestellt und im Internet werde zur Lynchjustiz
aufgerufen. Die Instrumente der Einschüchterung seien vielfältig: Sie
reichten von medialer Hetze (?Talibanfürst?) über den Entzug der
wirtschaftlichen Grundlage (Kündigung des Lokals eines Galeristen) bis
zu zahlreichen anonymen Morddrohungen und sozialer Ausgrenzung. Das
?Verbrechen? dessen sie angeklagt sind, ist der Versuch, die
rassistische und fremdenfeindliche schweizerische Volkspartei
aufzuhalten und sich gegen Vorurteile und Diskriminierung einzusetzen.
Der Botschafter hat die Flüchtlinge freundlich empfangen, konnte aber
nach einem Telefonat mit Stockholm keine sofortigen Garantien
aussprechen. Er hat die Anliegen aber ernst genommen, die Asylgesuche
entgegengenommen und die Anwesenden eingeladen, nächste Woche auf der
Botschaft vorzusprechen. Des Weiteren versprach er einen offiziellen
Rapport nach Stockholm zu senden. Nach über einer Stunde verliessen die
Leute das Gelände wieder.
Entsprechende Fotos sind bei der Fotoagentur Reuters erhältlich.
Mit freundlichen Grüssen
Komitee Schwarzes Schaf
Für Rückfragen: 0041 76 438 87 67
Folgendes Asylgesuch wurde dem schwedischen Botschafter übergeben:
Bern, 26.10.2007
Sehr geehrter Herr Botschafter
Die politische Situation in der Schweiz ist uns nicht mehr geheuer. In
der Regierung sitzt eine fremdenfeindliche und rassistische Partei,
die sich regen Zulaufs erfreut. Eine ernstzunehmende Opposition ist im
Parlament nicht auszumachen. Die parlamentarische Linke wirkt
traumatisiert und wird ihre Appeasement-Politik gegenüber der extremen
Rechten noch verstärken. Die Opposition auf der Strasse wird
eingeschüchtert und ist massiver Repression ausgesetzt: Wer sich der
extremen Rechten in den Weg stellt, wird öffentlich an den Pranger
gestellt und im Internet wird zur Lynchjustiz aufgerufen. Die
Instrumente der Einschüchterung sind vielfältig: Sie reichen von
medialer Hetze (?Talibanfürst?) über den Entzug der wirtschaftlichen
Grundlage (Kündigung des Lokals eines Galeristen) bis zu zahlreichen
anonymen Morddrohungen und sozialer Ausgrenzung.
Aus diesem Grund beantragen wir hiermit kollektiv politisches Asyl.
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