(de) FAUCHRUNDMAIL 21.6.07

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Sun Jun 24 20:24:49 CEST 2007


1. Antifaschistische Gummibootdemo 23.6.07, Thun-Bern 2. Besetztes Haus in 
Leuven Belgien geräumt - Soliaktion in Zürich 3. Soliabend für CIRA ,Film und 
Vokü 4. G8 - Genua - Polizeichef abgesetzt! ----  Auf dem Lande, auf den Wassern 
? nieder mit den Menschenhassern! ?----Antifaschistische Gummibootdemo - Drucken
Samstag, 23. Juni 2007, 13:00 - 17:00
Das Libertäre Antifaschistische Kollektiv Thun (LAKT) will mit der Gummibootdemo 
von Thun nach Bern einen Beitrag leisten gegen die zunehmenden Aktivitäten der 
Berner Oberländer Neonaziszene auf der Strasse und in der Politik.
Wegen des repressiven Vorgehens der Thuner Stadtregierung suchen wir neue 
Aktionsformen, um unsere Inhalte friedlich kundzutun, indem wir der Polizei 
keine Angriffsmöglichkeiten bieten. Weiter können wir die unnötige 
Bewilligungspflicht umgehen, welche an inakzeptable Auflagen geknüpft ist.

Diese Demo reiht sich ein in eine Serie von Aktionen, die Spass machen und 
trotzdem Inhalt vermitteln sollen.

Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln ? hier und überall gegen Nationalismus!

Selber denken, gemeinsam handeln!

Wichtig: Bitte bringt eure eigenen Gummiboote mit!

23. Juni 2007, 13 Uhr, Schwäbis (hinter dem Selveareal) in Thun. Bei schlechtem 
Wetter wird die Demo auf den 30. Juni verschoben (Infos ab 21. Juni auf 
«www.antifa-kampagne.ch» und «www.a-i-o.ch.vu»).

Tipp: Am besten gelangt man mit dem Zug (Gleis 16/18, Thun ab 13:02 bis 
Haltestelle Schwäbis) oder zu Fuss (ab Bahnhof Thun in rund 15 Minuten) an den 
Besammlungsort. Die Demo endet im Berner Marzilibad.

Infos zur Kampagne:www.antifa-kampagne.ch/

2. Besetztes Haus in Leuven Belgien geräumt - Soliaktion in Zürich

mehr als 6 jahre war die villa an der schapenstraat 29 besetzt, nachdem es 7 
jahre als pfandobjekt der fundamentalistisch katholischen sekte 'opus dei' 
vergammelte...

die villa swattus dei hat sich zu einer quelle der kreativität, politischer und 
kultureller aktivitäten, von ausstellungen, volksküchen, informationen und 
philosophie entwickelt.

jegliche veranstaltungen basierten auf freien preisen, um niemanden auszuschliessen.

das haus war innerhalb belgien und international bekannt und ein wichtiger 
knotenpunkt.

wieder ist ein wichtiger freiraum von der bildfläche verschwunden...

aus solidarität mit der besetzer-bewegung in leuven und persönlicher bindung zu 
dem haus und den leuten wurde dienstag nacht das Belgische Konsulat in zürich 
angegriffen. Als vertretung des belgischen staates, welcher zulässt, bzw. 
fördert, das von leben sprühende autonome freiräume zerstört werden, um einer 
rechts-konservativen sekte platz zu schaffen!

Dies ist auch ein aufruf zu weiteren solidaritätsaktionen für villa

skwattus dei, oder anderen bedrohten projekten wie die köpi!

VILLA SKWATTUS DEI BLIJFT IN HERINNERING! KRAKEN GAAT DOOR!

--> friday 22.june 20:00 manifestation "grote markt" in leuven!

AUTONOME FREIRÄUME ERHALTEN UND ERKÄMPFEN!

SOLIDARITÄT MIT DEN LEUTEN AUS DER KÖPI UND R84 IN BERLIN!

Anhang: Foto Belgisches Konsulat in Zürich

3. Soliabend für CIRA ,Film und Vokü

Mo.25.Juni.07 , 19.00 Infoladen Kasama-Militärstrasse Zürich (AT)

Fr. 6.Juli.07, 19.00 BlackBox Albrechstrasse 1 Winterthur (LAW)

Die Bibliothek des CIRA stellt Texte über die anarchistische Bewegung,

Geschichte und Ideen in vielen Sprachen zur Verfügung: Bücher, Broschüren,

Zeitschriften, Uni-Arbeiten, Manuskripte und Archivdossiers. Ebenso sammelt sie

Bilder (Fotos, Postkarten, Plakate, Kunstdrucke), Filme und Tonaufzeichnungen.

Das CIRA wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Die Bibliothek und das Archivzentrum

sind ein Erinnerungsort dank der Grosszügigkeit von Autorinnen und Verlegern,

und dank der freiwilligen Arbeit von Dutzenden von Personen, um die

Konservierung und Verfügbarmachung des Bestandes sicherzustellen.

Die momentane Situation ist einfach: Es müssen mindestens 150?000 Franken

gesammelt werden, damit die Bibliothek UND das Gelände in den Besitz des CIRA

übergehen. Wenn das nicht klappen sollte, müsste das Haus verlassen werden. Die

Sammlungen wären dann in grosser Gefahr, denn es ist schwierig, für eine

anarchistische Bibliothek zu Konditionen einen Ort zu finden, die erlauben

würden, mehr zu tun, als nur zu beobachten, wie die Bücher und Zeitschriften

langsam verstauben.

Postkonto für Spenden: PC 12-17750-1

CIRA, Beaumont 24, CH-Lausanne

(+41) (0)21 550 1804 - www.anarca-bolo.ch/cira -  cira at plusloin.org



Org:

Libertäre Aktion Ostschweiz

AnarchistInnen Treff Zürich

Libertäre Aktion W'Thur



4.G8 - Genua - Polizeichef abgesetzt!



   Gestern nachmittag wurde bekannt, dass der italienische Präsident Prodi den

italienischen Polizeichef Gianni De Gennaro absetzen wird. De Gennaro war 14

Jahre im Dienst, länger als jeder andere italienische Polizeichef mit Ausnahme

von Bocchini unter Mussolini.

Gegen 23 Uhr gestern abend wurde bekannt, dass gegen De Gennaro ein

Ermittlungsverfahren wegen Anstiftung zur Falschaussage im Diaz-Schulprozess

eingeleitet wurde. Ein weiteres Verfahren wurde gegen den früheren Polizeichef

von Genua, Francesco Colucci, wegen Falschaussage eingeleitet und es wird

gemutmaßt, daß es sich bei ihm um den von De Gennaro angestifteten Lügner

handelt. Dies wird die politische Landschaft Italiens in Bewegung bringen und

wurde von allen BeobachterInnen der Prozesse nach dem G8-Gipfel in Genua

jahrelang erhofft, denn bisher sah es so aus, als ob er wie die anderen

Verantwortlichen für die Polizei-Übergriffe von Genua 2001 ungeschoren davon

kommen würde. Dies könnte sich nun ändern.







Quelle: La Repubblica Gianni De Gennaro indagato nell'inchiesta sul G8 di Genova



Letzte Woche: Hoher Polizist bestätigt Übergriffe beim G8.



Hier noch die Quellen ;





Polizist sagt zu Todesschüssen in Genua aus

01. Jun 22:21





Just wenige Tage vor Beginn des G8-Gipfels in Heiligendamm, hat der Polizist,

der beim Gipfel in Genua 2001 einen Demonstranten erschoss, gesprochen. In

einem Prozess gegen G8-Gegner.



Sechs Jahre nach seinen tödlichen Schüssen auf einen italienischen

Demonstranten bei den Unruhen am Rande des G8-Gipfels in Genua hat der Polizist

erstmals vor Gericht ausgesagt.



Er sei in seinem Polizeiauto angegriffen worden und habe Angst bekommen. «Da

habe ich meine Pistole genommen und zwei Schüsse in Richtung auf die kaputte

Autoscheibe abgegeben», sagte der Carabiniere Mario Placanica am Freitag vor

einem Gericht in Genua als Zeuge. Bei dem Prozess stehen 25

Globalisierungskritiker wegen schwerer Sachbeschädigung vor Gericht.



«Ich habe mich hier zur Aussage entschlossen, weil ich zeigen will, dass ich

nichts zu verbergen habe und vor niemanden weglaufe», sagte Placanica weiter.



Ein Verfahren gegen Placania hatte die italienische Justiz bereits vor vier

Jahren eingestellt. Sie war zur Überzeugung gekommen, dass Placanica bei den

Unruhen im Juli 2001 in Notwehr gehandelt habe.



Erschossen und überfahren



Der 23-jährige Demonstrant Carlo Giuliani war bei den schweren Zusammenstößen

zwischen Polizei und Demonstranten am Rande des G8-Gipfels erschossen und

anschließend überfahren worden. Angeblich hatte er versucht, ein Polizeiauto

mit einem Feuerlöscher anzugreifen.



Es kam in Genua zu den schwersten Unruhen in der über 25-jährigen Geschichte

der G8-Konferenzen. Zwei Tage lang dauerten die Straßenschlachten, hunderte

Menschen wurden verletzt, die Demonstraten setzten Autos ins Brand und

plünderten Geschäfte. Der italienischen Polizei wird wiederum vorgeworfen,

damals überreagiert zu haben. Vor allem bei einer Razzia in einer Schule, wo

Demonstranten übernachteten, sollen die Beamten mit unverhältnismäßiger

Brutalität vorgegangen sein. Auch diese Prozesse dauern noch an. (nz)



   http://www.netzeitung.de/ausland/662170.html







Hoher Polizist bestätigt Übergriffe bei G-8-Gipfel 2001 in Genua



Aus Solidarität sechs Jahre lang gelogen



Sechs Jahre nach blutigen Zusammenstössen am Rande des G-8-Gipfels in Genua hat

erstmals ein hoher Polizeioffizier schwere Übergriffe der Sicherheitskräfte

eingeräumt.



(sda/dpa) «Vier Polizisten schlugen auf ein Mädchen mit einer Platzwunde am

Kopf ein, die bereits in einer Blutlache auf dem Boden lag», sagte der

Ex-Polizei-Kommandant Michelangelo Fournier bei einem Prozess in Genua.



Es habe sich um eine «Metzelei» gehandelt, sagte er nach Angaben italienischer

Zeitungen vom Donnerstag. Er habe sechs Jahre lang «aus Solidarität mit seinen

Kollegen» gelogen und die Übergriffe geleugnet.



Bei dem Prozess gegen 29 Sicherheitskräfte geht es um eine Razzia in einer

Schule, in der Globalisierungskritiker damals übernachteten. Laut

Staatsanwaltschaft haben die Einsatzkräfte Dutzende Personen verprügelt und

teilweise schwer verletzt.



Bei Demonstrationen und Zusammenstössen beim G-8-Gipfel 2001 wurde ein

Demonstrant von einem Polizisten erschossen. Das Verfahren gegen den

Todesschützen wurde später eingestellt. Der Carabiniere habe in Notwehr

gehandelt, hiess es zur Begründung.

www.nzz.ch/2007/06/14/al/newzz



Niemand ist 6 Jahe nach Genua abgestzt worden



21.06.2007

Prodi hatte schon im Winter De Gennaro vermittelt, dass es an der Zeit ist,

dass es zu einem Wechsel auf seinem Posten kommt (Seit der Mussolini-Diktatur

war übrigens nie wieder ein oberster Polizeichef so lange im Amt). Unterm

Strich ist an einer regelrechten Absetzung nich viel dran: de facto wurde bloß

ein inzwischen scon seit eingen Monaten ziemlich sicherer Abgang von der

zeitlichen Vollendung her etwas vorweggenommen, sprich, es wurden angesichts

der neuesten Entwicklungen rund um Genua etwas schneller als vorgesehen Nägel

mit Köpfen gemacht, damit der Wechsel jetzt auch möglichst rasch Tatsache wird,

obwohl noch nicht abschließend festgelegt ist, wer De Gennaros Nachfolger sein

wird und auch sein zukünftiger Auftrag noch nicht fest steht, nicht zuletz weil

die strukturellen Voraussetzungen für die Posten, auf die De Gennaro eigentlich

schielte, nicht bzw noch nicht vorliegen, was verrät, dass die Prodi-Regierung

es plötzlich eiliger hatte, als sie es sich gewünscht hätte.



Der nach der amtlichen Zustellung des Bescheids über die Einleitung eines

Ermittlungsverfahrens vor einer Woche entstandene Handlungsdruck könnte im

Nebenprodukt der ohnehin wahrscheinlichen Besetzung des Postens mit De Gennaros

rechter Hand Manganelli den Weg endgültig frei machen, in dem die Bündnispartei

Rifondazione Comunista, die Manganelli für nicht tragbar hält, genötigt wird,

sich mit dem angeblichen Kopf De Gennaros zufrieden zu geben und bei Manganelli

endlich nachzugeben. De Gennaro würde dann im Bewusstsein gehen, dass seine

rechte Hand das Kommando übernimmt. Sofern Leute "gehofft" haben, dass er

seines Amtes enthoben wird, damit sich etwas ändert, wird daraus garantiert

nichts, wenn Manganelli übernimmt. Eine kleine genugtuung erhalten immerhin

die, die De Gennaros Absetzung als Konsequenz für die Machenschaften in Genua

immer wieder GEFORDERT (und nicht einfach nur "erhofft") haben. Nur ist die

Sache ja erstmal noch nicht direkt eine Konsequenz für Genua, weil wegen

Anstiftung zur Falschaussage NACH Genua ermittelt wird.



Ob dadurch vielleicht doch noch die politischen Verantwortlichkeiten und die

Verantwortlichkeiten De Gennaros u.a. in Sachen Diaz-Schule aufgedeckt werden,

ist vorerst alles Andere als sichergestellt. Was die Erkenntnisse der

Staatsanwaltschaft, die sich wirklich sehr zugeköpft hält, wirklich hergeben,

ist für alles Weitere erstmal grundlegend entscheidend und momentan zumindest,

völlig unklar. Einiges spricht immerhin dafür, dass sie mindestens eine sehr

brisante Sache in der Hand hat. Einschätzungen über die reale Tragweite sind

derzeit nicht möglich. Bleibt es bei dem einfachen Verdacht der Anstiftung zur

Falschaussage, kommt De Gennaro über kurz oder lang aber schon ganz gut klar,

das steht fest.


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