(de) AV_Newsletter Sommer 2007

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Sun Jun 17 18:50:23 CEST 2007


Sommerprogramm bei Verlag Edition AV ---  Hiermit möchten wir Ihnen unser 
Sommerprogramm 2007 präsentieren. --- Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur 
Verfügung. ---  Das Team von Verlag Edition AV wünscht Ihnen viel Spaß beim 
Lesen. ---  Alle Bücher unter:   www.edition-av.de --- Neuheit ab 30. Juni 
2007: --- Stefan Gurtner --- Die Straßenkinder von Tres Soles ---  Von 
zerstörten Kindheiten, Selbstorganisation und einem Theater der Unterdrückten 
in Bolivien --- Seit zwanzig Jahren besteht in Bolivien die vom Autoren --- 
                             gegründete Wohngemeinschaft „Tres 
Soles“; für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Dieses Buch 
versucht, anhand von Einzelschicksalen und Anekdoten „manche spannender 
als Romanstorys“ ihre Entstehungsgeschichte darzustellen. Ebenso spannend 
ist ohne Zweifel die geschilderte Suche nach neuen, erzieherischen Wegen, in 
einem Land, wo nach jahrhundertalter Unterdrückung durch die spanischen 
Kolonialherren und langen Militärdiktaturen noch immer äußerst autoritäre 
Gesellschaftsstrukturen herrschen, sowohl in den Familien, in den Schulen als 
auch in den Firmen.

Außerdem ist von der weißen Minderheit ein Apartheid-Staat geschaffen worden, 
der die großen indianischen Mehrheiten praktisch von allen Entscheidungen 
ausgeschlossen hat und der erst vor Kurzem durch die Wahl des ersten indigenen 
Präsidenten, Evo Morales, in Frage gestellt worden ist. Man kann sich natürlich 
vorstellen, dass diese Suche in einem solchen Umfeld sehr schwierig ist und auf 
viele, teilweise heftige Widerstände stößt. Auch ist die Verführung groß, 
wieder in - diesmal moderne-kolonialistische oder übermäßig traditionelle 
Verhaltensweisen der Urbevölkerung zu verfallen. Das Resultat ist ein 
faszinierende, manchmal auch heikle Mischung aus indianischen Gemeinschafts- 
und Selbstverwaltungsmustern und westlichen Erziehungsmethoden, vor allem Spiel 
und Theater, mit denen versucht wird, den Kindern und Jugendlichen ein neues 
Bewusstsein und ein kritisches Denkvermögen zu ermöglichen. Auf alle Fälle ist 
die Arbeit mit solchen Jugendlichen immer problematisch, und so manch einer 
kommt mit einem blauen Auge davon, nicht nur im körperlichen Sinn; aber das mag 
der Leser bei der Lektüre selbst erfahren.



ISBN 978-3-936049-79-4

310 Seiten mit einer DVD über Tres Soles Preis 18,00 € Lieferbar ab 30. 
Juni 2007





Ab jetzt lieferbar!!!



Sulamith Sparre

Rahel Levin Varnhagen (1771  - 1833)

Salonière, Aufklärerin, Selbstdenkerin,

romantische Individualistin, Jüdin



„Ich bin so einzig, wie die größte Erscheinung dieser Erde. Der größte 
Künstler, Philosoph, oder Dichter ist nicht über mir. Wie sind vom selben 
Element. Im selben Rang, und gehören zusammen. Und der den andern ausschließen 
wollte, schließt nur sich aus. Mir aber war das Leben angewiesen; und ich blieb 
im Keim, bis zu meinem Jahrhundert und bin von außen ganz verschüttet, drum 
sag’ ich’s selbst.“ Diese Briefzeilen gingen im Jahre 1805 an 
David Veit, einen jüdischen Medizinstudenten und Freund der Verfasserin.

Die Kühnheit ihrer Worte hat Anstoß erregt. In Wirklichkeit aber sind sie eine 
objektive Selbstdefinition mit historischem Überblick, den nur sie selbst geben 
konnte, denn sie allein wußte, welche Fähigkeiten sie hatte, die nicht zur 
Geltung kommen konnten, da es noch keine „Anstalt“, keine 
Entfaltungsmöglichkeiten für sie gab, keine angemessenes öffentliches Forum.

„Ich blieb im Keim, bis zu meinem Jahrhundert.“ Ihr Jahrhundert ist 
freilich nicht das 18., in dem sie lebte, - ihr Denken, radikal und 
kompromißlos, führt aus ihrer Zeit hinaus – und ist weitaus 
vorurteilsfreier als z. B. das Denken der Aufklärer, die alle Männer waren und, 
- mit einer Ausnahme – Nichtjuden. Die Aufklärung – das wissen wir 
heute, - versagte an ihren gesellschaftlichen

Außenseitern: den Frauen und den Juden.

Rahel Levin, verheiratete Varnhagen von Ense, Salonière, Brief- und 
Tagebuchschreiberin, als Jüdin doppelt von der Gesellschaft Ausgeschlossene, 
existierte lange Zeit nicht für die germanistische Philologie. Ihr Frau- und 
Jüdinsein erschwerte lange Zeit hindurch eine angemessene Würdigung ihrer 
Lebensleistung, die zudem quer lag zum gängigen normativen Literaturkanon (der 
z. B. Briefe als bloßes „weibliches“, d. h. minderes Schreiben, 
abtat). Die „Frankfurter Rundschau“ nannte ihr Werk, - das 1983 
erstmals wieder in einer Neuausgabe zugänglich war – „den 
vielleicht reichsten Schatz der deutschen Literatur, weitgehend ungehoben und 
nur zu Teilen überhaupt erst veröffentlicht.“



ISBN 13: 978-3-936049-76-3

Taschenbuch; 156 Seiten

Preis: 16,00 €



Schlagworte: Widerständige Frauen, Saloniere, Aufklärung

Barsortiment: Libri, KNV







Marijana Gršak, Ulrike Reimann und Kathrin Franke



Frauen und Frauenorganisationen im Widerstand in Kroatien, Bosnien und Serbien



Im November 1945 wurde die Föderative Volksrepublik Jugoslawien ausgerufen. 
Fünfzig Jahre später, fast auf den Tag genau, besiegelten nach mehr als vier 
Kriegsjahren die Kriegsparteien unter dem Druck der USA mit dem Friedensvertrag 
von Dayton die Desintegration Jugoslawiens.

Im Vordergrund dieser Ereignisse standen und stehen Männer: Als Kriegstreiber 
und -verbrecher, Helden, Eroberer, Präsidenten und diplomatische Vermittler.

Der vorliegende Band stellt Frauen als Akteurinnen der Geschichte in den 
Mittelpunkt. Als engagierte Aktivistinnen politischer Frauenorganisationen 
widersetzen sie sich den ihnen von der Gesellschaft zugewiesenen Rollen als 
bedauernswerte Opfer, Leidtragende und Vergewaltigte. Sie kämpfen für die 
Rechte und Freiheiten von Frauen und leisten zugleich Widerstand gegen Krieg 
und Nationalismus und wirken mit am Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft.

Serbien, Bosnien und Kroatien sind nicht nur Krisengebiete, sondern auch Orte, 
an denen sich Frauen solidarisieren und sich einem menschenverachtenden System 
couragiert und beharrlich entgegenstellen. Die ausgewählten Texte eröffnen 
vielfältige Zugänge zum Thema Widerstand von Frauen und regen dazu an, 
stereotype Bilder vom Balkan kritisch zu hinterfragen.



ISBN 13: 978-3-936049-57-2

Taschenbuch; 320 Seiten

Preis: 17,00 €



Barsortiment: Zivilgesellschaft, Frauen, Jugoslawien, Bürgerkrieg

Auslieferung: Libri, KNV

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Horst Stowasser



Anti-Aging für die Anarchie

Das libertäre Barcelona und seine anarchistischen Gewerkschaften 70 Jahre nach 
der Spanischen Revolution Eine Reportage



Kann man als Anarchist durch Barcelona gehen, ohne nostalgisch zu werden?

Ich habe es mir jedenfalls fest vorgenommen: Nicht der Glorie jener libertären 
Revolution wollte ich nachspüren, die vor einem Menschenalter der staunenden 
Welt bewies, dass Anarchie funktioniert, sondern dem, was heute ist. Schlägt 
das Herz der heimlichen Anarcho-Hauptstadt auch nach 70 Jahren noch? Wo? Und 
vor allem: wie? Taugt Barcelona noch immer als libertärer Trendsetter, oder hat 
sich der Anarchismus dort mit dem Blick auf die ruhmreiche Vergangenheit 
abgefunden?«



Das Buch zeichnet Skizzen einer ebenso lebendigen wie vielfältigen Bewegung 
– aus einer Stadt, in der das Wort »Anarchie« kaum jemanden erschreckt, 
weil es Teil der eigenen historischen Identität ist. Im Mittelpunkt der 
Reportage stehen die anarchistischen Gewerkschaften, die sich in den letzten 
Jahrzehnten auf der Suche nach dem »richtigen Weg« heillos zerstritten und 
enorm an Bedeutung verloren hatten.

Zwischen orthodoxer Prinzipientreue und pragmatischer Erneuerung tauchen 
überraschende Entwicklungen auf, die Mut machen und zeigen, dass der libertäre 
Diskurs auch im 21. Jahrhundert noch in der Lage ist, die Arbeiterschaft zu 
begeistern. Der Streifzug durch das libertäre Barcelona stellt darüber hinaus 
auch die bunte Bandbreite einer anarchischen Gegenkultur vor – mit ihren 
»Ateneos«, besetzten Häusern, Genossenschaften, Freien Radios, Infoläden, 
Zeitungen und Stadtteilinitiativen. Die subjektiven Eindrücke des Autors werden 
ergänzt durch drei Originalinterviews sowie leicht verständliche Einführungen 
in die Thematik des Anarchosyndikalismus und der Spanischen Revolution von 1936.



ISBN: 978-3-936049-72-5

Taschenbuch; 190 Seiten

Preis: 16,00 €

Schlagworte: Anarchie, Gewerkschaften, Barcelona, Spanischer Bürgerkrieg

Auslieferung: Libri, KNV

Das richtige als Sommerlektüre!!!

Michel Ragon

Das Gedächtnis der Besiegten

Roman

Fred Barthélemy wächst am Vorabend des Ersten Weltkriegs im Pariser 
Anarchistenmilieu auf, gelangt während des Krieges als Mitglied einer 
französischen Militärmission nach Russland, wird Beobachter und Beteiligter der 
revolutionären Ereignisse und Machtkämpfe, kehrt desillusioniert in das 
Frankreich der Zwischenkriegszeit zurück, macht sich einen Namen als 
politischer Publizist, nimmt am Spanischen Bürgerkrieg teil, verbringt den 
Zweiten Weltkrieg als politischer Dissident in Haft und gehört schließlich in 
den Nachkriegsjahren zu den Vergessenen, die erst in Zeiten eines erneuten 
politischen  Aufbruchs (Mai

68) wieder ins

Rampenlicht treten.

Der Verfasser Michel Ragon war in Frankreich bereits als Kunst- und 
Architekturhistoriker bekannt, bevor er Anfang der 1980er Jahre auch als 
Romancier den Durchbruch schaffte.

Wie in seinem bekanntesten  Roman „Die roten Tücher von Cholet“, 
der dem Massenmord an der aufständischen Bevölkerung der Vendée während der 
französischen Revolution thematisiert, geht es Ragon auch in „Das 
Gedächtnis der Besiegten“ darum, die aus der offiziellen 
Geschichtsschreibung verbannten Kämpfe vergessener und besiegter 
Sozialbewegungen wieder ins Gedächtnis zu rufen.

ISBN: 978-3-936049-66-4

Taschenbuch; 392 Seiten

Preis: 24,50

Schlagworte: Französische Geschichte, Anarchie, Revolution, Abenteuer

Barsortiment: Libri, KNV

Lily Zográfou

Beruf: Pórni  [Hure]

Kurzgeschichten

Aus dem Griechischen übersetzt von Ralf Dreis

„Mir liegt nichts an Ausdruck, Stil, Literatur. Ich schreibe keine 
Erzählungen. Ich lege Zeugnis ab über die Zeit, in der ich lebe. Alles, was ich 
niederschreibe, ist geschehen. Entweder mir oder anderen. Jahre schon 
verausgabe ich mich damit, alles und jeden zu beobachten. Das Leben dringt in 
mich ein, durchdringt mich mit seiner Hässlichkeit, erfüllt mich mit Wut über 
seine Ungerechtigkeit, sein organisiertes Unrecht, demütigt mich mit meiner 
Unfähigkeit, mich zu widersetzen, mich wirksam zu erheben, mich gegen unsere 
ständige Erniedrigung zu verteidigen. Wäre ich noch einmal zwanzig, würde ich 
von den Berggipfeln herab beginnen, als Partisanin, Räuberin, Piratin, würde 
denen die Augen öffnen, die sich ohne Protest in ihr Schicksal ergeben, wie 
auch denen, die sich blind stellen. Nein, meine Revolution würde sich nicht 
gegen das Establishment und sein System richten, sondern gegen all jene, die es 
ertragen. Ich würde das geistige Elend zerschlagen, die Unterwerfung, die 
Anspruchslosigkeit. So oder so ist auf der Erde kein Platz für noch mehr 
Erniedrigte und Verachtete.

Ebenso wenig wie sie weitere Marktschreier für Revolutionsschablonen 
verträgt.“ Lily Zográfou

Obwohl Lily Zográfou (1922 – 1998) eine der erfolgreichsten 
zeitgenössischen Schriftstellerinnen Griechenlands war, wurde bisher nur ihr 
letzter, 1994 erschienener Roman I agápi árgise mia méra (deutscher Titel: Die 
Frauen der Familie Ftenoudos) in Deutschland veröffentlicht. Wir beabsichtigen, 
dies in den kommenden Jahren zu ändern. Das vorliegende Buch erschien erstmals 
1978 mit dem Titel Epággelma: Pórni (Beruf: Hure) und hat in Griechenland 
mittlerweile die 40ste Auflage erreicht.

ISBN: 978-3-936049-71-8

Taschenbuch; 140 Seiten

Preis: 16,00 €

Schlagworte: Widerständige Frauen, Griechische Militärdiktatur, Kurzgeschichten

Barsortiment: Libri, KNV

Gwendolyn von Ambesser

Die Ratten betreten das sinkende Schiff

Das absurde Leben des Leo Reuss

Vorwort von Mario Adorf

In den Dreißigerjahren emigrierte der bekannte Berliner Schauspieler Leo Reuss 
nach Wien. Seine Hoffnungen dort Arbeit zu finden, zerschlugen sich, denn auch 
dort hatte man wenig Interesse an jüdischen Emigranten. Reuss verschwand und es 
hieß, er sei nach Amerika gegangen. Ein paar Monate später tauchte ein 
vollbärtiger blonder Gebirgsbauer auf, der unbedingt zum Theater wollte: Der 
Mann war sehr begabt und natürlich für die Wiener Theaterdirektoren viel 
„interessanter“ als die emigrierten richtigen Schauspieler… 
In diesem Buch wird nicht nur die absurde Emigrationsgeschichte von Leo Reuss 
erzählt, sondern auch das Verhalten vieler seiner Wiener und Berliner Kollegen 
ausführlich und offen geschildert. Es wird ein

liebevoll- bissiger Blick auf den Theateralltag und die Mentalität von 
Schauspielern geworfen. Und auf ihr Verhalten im Dritten Reich, der Zweiten 
Republik, der Emigration und bei der Rückkehr … Und natürlich gab es auch 
unter den Theaterleuten viele, die sich anständig und genauso viele, die sich 
schrecklich verhielten.

ISBN: 978-3-936049-47-3

Taschenbuch; 276 Seiten

Preis: 18,00 €

Schlagworte: Film, Theater, Nationalsozialismus, Reuss,

Barsotiment:  KNV, Libri

Gwendolyn von Ambesser

Schaubudenzauber

Geschichte und Geschichteneines legendären Kabaretts

Als sich der Schauspieler und Regisseur Rudolf Schündler unmittelbar nach dem 
Krieg in München mit der Gründung des literarischen Kabaretts "Die Schaubude" 
einen Traum verwirklichte, da wußte er nicht, daß er damit  in nie erhoffte 
Erfolgshöhen aufsteigen würde, um am Ende mit der Schaubude, von ganz oben, in 
einen noch viel weniger erwarteten Alptraum abzustürzen.

Immer wieder findet "Die Schaubude" in Kabarettanthologien und Büchern über die 
Nachkriegszeit eine mal mehr, mal weniger breite Erwähnung – nicht 
zuletzt wegen der Mitarbeit Erich Kästners und Ursula Herkings. – Bisher 
hatte sich jedoch niemand die Mühe gemacht, die ganze Geschichte des seinerzeit 
erfolgreichsten und bekanntesten deutschsprachigen Kabaretts zu recherchieren 
und sie aufzuschreiben.

Wie in ihrem ersten Buch "Die Ratten betreten das sinkende Schiff" ist es 
Gwendolyn von Ambesser gelungen, eine genaue, spannende, erheiternde und 
gleichzeitig oft erschreckende Zeitdokumentation zu verfassen.

Dem Leser werden in diesem Buch nicht nur viele, teils noch nicht 
veröffentlichte Originaltexte der Schaubuden-Hausautoren Axel von Ambesser, 
Herbert Witt und Helmuth Krüger sowie ein bisher unveröffentlichtes Couplet 
Erich Kästners  vorgestellt, vielmehr werden ihm auch die den Texten zugrunde 
liegenden Motive und die in der Öffentlichkeit erzielten Wirkungen – die 
mitunter einen eigenen Sketch wert gewesen wären – nahe gebracht.

Das Vorwort zu diesem Buch – eine wahre Liebeserklärung an die Schaubude 
– schrieb, schon vor 60 Jahren!, der Schriftsteller und Theaterkritiker 
Walther Kiaulehn, selbst ein zeitweiliges Mitglied des Schaubudenensembles.

ISBN: 978-3-936049-68-8

Taschenbuch; 255 Seiten

Preis: 18,00

Schlagworte: Kabarett, Nachkriegsgeschichte, München, Filmgeschichte

Auslieferung: Libri, KNV

Ankündigung für August!!!

Neuerscheinung

Bilkis Brahe

Frida Kahlo -

Tragödien sind albern



Am 6. Juli 2007 jährt sich der Geburtstag der mexikanischen Malerin Frida Kahlo 
zum hundertsten Male. Das allein kann aber nicht Grund für die Publikation 
einer weiteren Biographie der Künstlerin sein, wird sie doch heute zu Recht zu 
den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts gezählt. Das war nicht 
immer so: nach ihrem Tod im Jahre 1954 wurde es still um sie; noch 1979 ist sie 
einer Germaine Greer kaum ein Begriff, es gelingt der englischen Historikerin 
nicht, die Malerin in einen geopolitischen Kontext einzuordnen. Erst die 
feministische Bewegung entdeckte die Malerin wieder, weil Kahlo, so erkannte 
bereits ihr Ehemann Diego Rivera, zum „erste(n) Mal in der 
Kunstgeschichte (…) jene allgemeinen und besonderen Dinge, die 
ausschließlich die Frau betreffen, ausgedrückt hat.“ Kahlos Kunst bietet 
demnach Modelle der Identifikation und des Sich-Selbst-Erkennens gleichermaßen.

Heute wird Kahlo umfassender gewürdigt und wahrgenommen; der neuesten 
Generation Kunsthistorikerinnen ist es gelungen, zu Themenbereichen und zu 
Fragestellungen vorzudringen, die noch vor wenigen Jahren nicht wahrgenommen 
wurden: Kahlos intensive Auseinandersetzung mit dem präkolumbischen Erbe ihres 
Landes, ihre Sozialkritik, ihre reiche Metaphorik, ihr Wissen um die prekäre 
Wechselbeziehung zwischen Privatem und Politischem prägen ihre Malerei; 
zugleich ist sie bestimmt vom Autobiographischen und Selbstbekennenden, von den 
Fragen um sexuelle Differenz, Marginalität, kulturelle Identität und weibliche 
Subjektivität.

Frida Kahlo ist, so

Erika Billeter 1993, „die erste Künstlerin in der Geschichte, die das 
männliche Prinzip in der Kunst verlassen hat“ und „ihre eigene 
Ikonographie“ erfand. Kahlo hat in der Welt der Malerei neue Maßstäbe 
gesetzt; sie ging eigene, persönliche Wege in der Malerei, in der das 
individuelle Leid zugleich zum Paradigma der menschlichen Existenz wird. Kahlo, 
deren Leben von Krankheiten und den Folgen eines schweren Unfalls bestimmt war, 
wehrt sich gegen die Vereinnahmung durch die

Surrealisten:

„Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine 
Wirklichkeit.“

Schlagworte: Widerständige Frauen, Kunst

Barsortiment: Libri, KNV


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