(de) Mexico-Stadt: Repression gegen Radio der "Anderen Kampagne"

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Sun Jun 10 17:54:58 CEST 2007


DIE VON UNTEN Gloria Muñoz Ramírez SIGNAL IN GEFAHR
Warum stellt ein kleines alternatives Radio eine so große Gefahr für die 
Universitätsautoritäten der Hochschule "Colegio de Ciencias y Humanidades" 
                                  (CCH) der Nationalen Autonomen Universität 
von Mexiko (UNAM) dar? Wieso gibt es soviel Belästigungen und Ausschlüsse von 
SchülerInnen bis hin zu einem manipuliertem Referendum, um das Funktionieren 
[des Radios] zu verhindern? Was senden diese Jugendlichen? Wem fügen sie 
Schaden zu ... ? Regeneración Radio ist weder ein neues noch ein improvisiertes 
Projekt. Es entstand 1999 unter dem Namen Radio Pacheco innerhalb der 
Installationen der Bildungsanstalt des CCH Vallejo, bevor der Streik an der 
UNAM ausbrach, der die Erhöhung der Gebühren verhinderte, das heißt, die 
langsame Privatisierung der mittleren und höheren Bildung. Während des Streiks 
wandelte es sich in einen Raum der Kommunikation und des Kontakts innerhalb der 
Universitäts-Community und - im Laufe der Jahre - hat dieses bescheidene 
Kollektiv seine Mikrofone und Aufnahmegeräte zu diversen sozialen Bewegungen in 
ganz Mexiko mitgenommen und hat so auf bedeutende Weise die "Andere Kampagne" 
mitverfolgt, an der sie ebenfalls teilnehmen.

Das Team von Regeneración hat Aggressionen der Porros [universit.

regierungsnahe Schlägertruppen, Anm.d.Ü.] der Gruppe "3. März"

bekanntgegeben, die, so klagen sie an, "eine Gruppe sind, die Zusammenstößte 
provozieren soll und von den Autoritäten der Universität finanziert ist". 
Zusätzlich zu der Tatsache, dass sie ihnen fünfmal das Equipment gestohlen 
haben, haben sie ihre vorherige Radiokabine zerstört, sie haben sie geschlagen 
und verfolgt - alles, ohne zu erreichen, dass sie ihre Arbeit einstellen 
würden. Das Radio reicht über den universitären Rahmen hinaus und obwohl die 
mangelhafte Ausrüstung nicht dazu ausreicht, Live-Übertragungen zu realisieren, 
können die Audios und Programme auf ihrer Internetseite 
(www.regeneracionradio.org) abgefragt werden, wo Kämpfe wie in Oaxaca und 
Atenco thematisiert werden, darüber hinaus gibt es die Bereiche, die der 
Autonomie und Selbstverwaltung, der "Anderen Kampagne", der Repression, der 
Gendergerechtigkeit, den indigenen Bevölkerungsgruppen, den Freien Medien, 
u.a., gewidmet sind. Dies ist Teil der "gefährlichen" Arbeit, die dieses kleine 
Radio leistet, und das nach Angaben des internen Rates [des CCH], "einen 
exzessiven Lärm verursacht".

Die neue Kampagne der Belästigungen, die die Auflösung dieses selbstverwalteten 
Raums zum Ziel hat, begann am 9. Mai, an dem Tag, als die Direktorin der 
Bildungsanstalt - nach Angaben des Kollektivs - damit gedroht hat, sie "ins 
Gefängnis zu schicken". Die Absicht ist, wie sie sagen, dass die Arbeit von 
Regeneración Radio beendet wird, dass ihnen die Radiozelle entrissen wird und 
das die Kabine zerstört wird, die autonom auf dem Gelände der Bildungsanstalt 
gebaut wurde. Die unbegründeten Anklagen sind u.a., dass die Angehörigen des 
Teams "Drogen verkaufen", und außerdem, dass sie auf dem Gebiet der 
Bildungsanstalt "Süßigkeiten verkaufen", um ihr Projekt aufrechtzuerhalten (das 
mit den Süßigkeiten stimmt).

Die Strategie der Universitätsautoritäten basiert nun auf den Ergebnissen des 
Referendums, das am 23. Mai durchgeführt wurde und das, so versichert 
Regeneración, manipuliert wurde, weil viele LehrerInnen ihren SchülerInnen 
Extrapunkte in ihrer Beurteilung angeboten hätten, damit sie sich zugunsten der 
Zerstörung der autonomen studentischen Räume aussprechen würden.

Diesen Raum zu verteidigen, bedeutet die freie Meinungsäußerung, die Autonomie 
und die Selbstverwaltung zu verteidigen.

LA JORNADA - 26. Mai 2007

http://www.jornada.unam.mx/2007/05/26/index.php?section=opinion&article=010o1pol

***

Übersetzung: Gruppe B.A.S.T.A.

Anmerkung:

Das Radio ist übrigens nach der bedeutenden Zeitschrift "Regeneración"

(dt.: Erneuerung) benannt, die der anarchistische Revolutionär Ricardo Flores 
Magón gemeinsam mit weiteren AktivistInnen zur Zeit der mexikanischen 
Revolution herausgegeben hat. Magón - nicht Zapata - prägte ursprünglich die 
Losung "Land und Freiheit!" Allen, die sich für die spannende Bewegung um diese 
Person interessieren, empfehlen wir die folgende Publikation:

=> http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,206,6.html

(Bitte entschuldigt diese "Schleichwerbung", aber die Publikation liefert viel 
historischen Hintergrund zur außerparlamentarischen Linken in Mexiko

- und somit auch zur aktuellen Situation.)

Adresse für Proteste:
Colegio de Ciencias y Humanidades Plantel Vallejo
Directora: Lic. Lucía Laura Muñoz Corona
Teléfono(s): 57192193
Extensión(es): 50972101
Fax: 53688767
E_mail: laura_munoz_corona at hotmail.com


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