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Thu Jun 7 05:08:18 CEST 2007


1. Spontandemo: Freiheit für Sam!und allen anderen AktivistInnen 2. Gassenküche 
Erfolg gegen Rot-Grün am 3.Juni 3. Demo gegen die Drogenpolitik von Rot-Grün 
2.Juni 4. Bericht aus Rostock
1. Spontandemo: Freiheit für Sam!und alle anderen Gefangenen in Rostock! Laut 
Informationen vor Ort wurde Sam (ein Aktivist aus Bern) am Sonntag 3.6.07 um 14 
Uhr in Rostock verhaftet( an einer demo von 3000 menschen gegen . Die Vorwürfe 
lauten auf schwere Körperverletzung und Landfriedensbruch. Sie basieren auf 
einer Zeugenaussage eines einzelnen Polizisten und sind aus der Luft gegriffen!
Heraus zur Spontandemo für die Freilassung von Sam und allen anderen gefangenen 
Anti-G8-AktivistInnen in Deutschland!
Freiheit für alle Politischen Gefangenen!
Morgen Montag, 4.6.07, 18.30 Uhr, Heiliggeistkirche Bern
Hier noch die Meldung der sda:

Der 21-Jährige sei am Sonntag an einer Demonstration gegen die Gentechnik 
festgenommen worden, bestätigte Florence Proton, Generalsekretärin von Attac 
Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA die Information eines Kollegen 
des Festgenommenen.

Laut dem Kollegen war der 21-Jährige unter dem Vorwand, seinen Rucksack auf 
gefährliche Gegenstände zu durchsuchen, mitgenommen und dann zur 
«Gefangenensammelstelle» gebracht worden.

Die beiden waren in einer 15-köpfigen Gruppe von Angehörigen verschiedener 
globalisierungskritischer Organisationen, darunter Attac, die Jungen 
Alternativen und Anti-WTO, unterwegs, wie der Kollege weiter berichtete. Sie 
hätten jedoch weder am Samstag noch am Sonntag illegal gehandelt.

Seiner Meinung nach wurde der Festgenommene wegen seinem Äusseren rausgepickt.

Er habe einen löchrigen Pullover und eine Sonnenbrille getragen. Laut Proton 
ist der 21-Jährige in globalisierungskritischen Kreisen in der Schweiz bekannt.

Die deutsche Staatsanwaltschaft beantragte am Sonntag nach eigenen Angaben 
Haftbefehle gegen zehn mutmassliche Randalierer. Gegen die Beschuldigten 
bestehe der dringende Tatverdacht des schweren Landfriedensbruchs und der 
gefährlichen Körperverletzung. Die übrigen der insgesamt 128 Festgenommenen 
seien wieder auf freien Fuss gesetzt worden.

und hier noch die neusten tickermeldungen:

# 15:30:

Die Demo des Aktionstags Landwirtschaft ist gerade mit einer 
Abschlusskundgebung beendet worden, mit Redebeiträgen u.a. aus Brasilien, Mali 
und Nicaragua. Die Demo war auf etwa 5000 TeilnehmerInnen angewachsen. Die 
Polizei hat sich weitgehend ruhig verhalten, Rucksäcke kontrolliert und ist 
immer wieder in die Demo gelaufen. Es wurde besonnen reagiert und kam zu 
keinerlei Ausschreitungen.

# 15:00:

In der ganzen Stadt und auf Strassen in der Umgebung, insb. bei den Camps 
finden Polizeikontrollen statt. Es werden vor allem Leute durchsucht, die dem 
Äusseren nach anscheinend dem Schwarzen Block zugeordnet werden.

2.Gassenküche Erfolg gegen Rot-Grün am 3.Juni

Heute 17:50 Uhr lief die Gassenküche, begleitet von rund 100 SympathisantInnen 
zur kleinen Schanze, um wie immer Essen zu verteilen.

Dort wurden, trotz drohender Repression, über 120 Mahlzeiten verteilt. Viele 
Gassenleute kamen zu uns essen und liessen sich nicht, wie letzten Sonntag, von 
der Stadt in die Irre, sprich Hodlerstrasse, führen. Trotz der friedlichen 
Stimmung, wurden wir von zwei Polizisten mit einem extrem nervösen Hund 
besucht. Diese wiesen uns darauf hin, dass es sich bei der Essensabgabe um eine 
illegale Kundgebung handle. Wieso das Verteilen von warmen Mahlzeiten eine 
illegale Kundgebung sein soll, ist uns nach wie vor schleierhaft. Auf diese 
Weise versucht die Stadt uns zu kriminalisieren und unser niederschwelliges 
Hilfsangebot für ihre Zwecke umzudeuten. Trotz Räumungsdrohungen im Vorfeld, 
konnten wir unseren BesucherInnen während einer Stunde Ruhe, zu Trinken und zu 
Essen bieten.

Wir werden weiterkochen und uns mit den Menschen auf der Gasse solidarisieren.

Wider die Drogenpolitik der Feigheit!

   3. Demo gegen die Drogenpolitik von Rot-Grün 2.Juni

Die DemonstrantInnen zogen lautstark und friedlich durch die Innenstadt. In 
zwei Redebeiträgen wurde die Stadt Bern wegen ihrer aktuellen Drogen- und 
Vertreibungspolitik kritisiert. Der Scheisshaufen, den wir vor das Rathaus 
stellten, symbolisiert die verfehlte und widersprüchliche Drogenpolitik:

? Bei der zuvor schon chronisch überlasteten Anlaufstelle an der Hodlerstrasse 
wurde der Einlass mittlerweile auf lächerliche 100 Personen beschränkt. Zudem 
werden nur innerkantonale Besucher akzeptiert, wobei aufgrund des sinnlosen und 
perfiden Politspiels zwischen den Städten Bern und Thun, vielleicht bald nur 
noch Stadtberner zugelassen werden.

? Die RGM-Regierung wird ab kommendem Winter die städtische Notschlafstelle 
einstellen.

? Anonyme, niederschwellige Entzugsmöglichkeiten (Break) werden gestrichen.

? Unter dem Vorwand des Bahnhofumbaus und der Euro 2008 sollen Randständige aus 
dem Stadtbild verbannt werden.

? Die Wegweisungspolitik zwingt die Randständigen ins Bollwerk, insbesondere 
vor die Reitschule, und schiebt damit städtische Sozialprobleme auf alternative 
Kulturbetriebe ab.

Anstelle die Problematik mithilfe eines riesigen und immens teuren 
Repressionsapparates zu verdrängen, fordern wir nach wie vor:

? Rund um die Uhr genügend öffentliche Angebote für ALLE Drogenabhängigen.

? Das ganze Jahr geöffnete Notschlafstellen für jedermensch.

? Ausreichend niederschwellige und anonyme Entzugsmöglichkeiten, die sich nicht 
bloss einige Gutbetuchte leisten können.

? Die Legalisierung aller Drogen.

In diesem Sinne:

Schluss mit Repression und Gassenhatz,
Für die Legalisierung aller Drogen,
Im öffentlichen Raum haben ALLE Platz,
Alles andere ist gelogen!!!

4. Bericht aus Rostock

Die Einreise nach Deutschland verlief ohne grosse Schwierigkeiten. Im Vorfeld 
der Demo berichteten die Medien, dass mensch über 100`000 Teilnehmer erwarten 
würden. Dies war meiner Meinung nach eine deutlich zu hohe Schätzung und 
letztendlich eine weitere stupide Rechtfertigung für das grosse Bullenaufgebot.

Überraschenderweise wurden am Rostocker Bahnhof kaum Kontrollen gemacht. Die 
Demo war anfangs sehr unübersichtlich, jedoch bildeten sich sehr schnell 
verschiedene Blöcke (Punks, Grüne Gewerkschaften etc). Wir schlossen uns dem 
revolutionären Block an (in den Medien natürlich als Schwarzer Block 
verteufelt), der ca. 2000-3000 Leute umfasste. An der Demo selber nahmen ca.

30000 bis 40000 Leute teil (die demoleitung spricht von 60 000 red.) Der 
Demozug starte dann gegen 14uhr. Es war eher ein gemütlicher Samstagspaziergang 
als eine Demo. Die uniformierte Polizei hielt sich vorerst zurück. Jedoch gab 
es etliche Zivis die ständig Funkkontakt mit der Einsatzleitung hatten.

Die meisten Geschäfte waren verbarrikadiert, jedoch hielt es die Sparkasse

(Bank) nicht für nötige ihr Geschäft mit Holz einzupacken. Was uns natürlich 
die Gelegenheit gab, gleich zwei Bankfilialen gezielt zu entglasen. Die Bullen 
blieben jedoch ruhig. Gegen 15 Uhr bewegte sich die Demo Richtung Hafen zur 
Abschlusskundgebung. Die Bullen traten jetzt mit deutlich mehr Präsenz auf. Ein 
Kastenwagen befand sich dann zufällig am flachen Platz und wurde prompt 
entglast. Zudem versuchte ein Eingreiftrupp der Polizei Leute zu filmen und aus 
dem rev. Block raus zuziehen und zu verhaften. Diese wurde jedoch schnell 
vertrieben. Was jedoch die zur Folge hat, dass der rev. Block von den Bullen 
begleitet wurde (als einziger Block der ganzen Demo.) Als die Demo die 
Abschlusskundgebung erreichte überschlugen sich die Ereignisse. Die Demo war 
als beendet erklärt, als Bullen den Make-Capitalism-History Block angriffen. 
Uns selber war die Sicht verdeckt, vermutlich war ein kleines Scharmützel Grund 
für diese Bullenaktion. Die Bullen versuchten dann die Demo zu spalten. Der 
rev. Block reagierte mit Steinen und Flaschen. Erschreckend war wie brutal die 
Bullerei gegen Demo-Teilnehmer vorging. Sie schlugen auf alles ein was sich 
bewegte. Zudem tauchte jetzt auch der ?Schwarze Block? der Bullerei auf 
(Riot-Police). Ein Auto wurde angezündet (wahrscheinlich von Agent Provocateurs 
der Bullerei). Nun rückte die Feuerwehr vor, mensch liess sie jedoch nicht zum 
Auto. Dies wiederum hatte zur Folge, dass ein Wasserwerfer mitten in die Menge 
fuhr um das Feuer zu löschen. Es grenzt an ein Wunder, dass niemand überfahren 
wurde. Weitere Wasserwerfer wurden aufgefahren, gefolgt von Räumungspanzern. 
Von Deeskalation war keine Spur. Die Bullerei provozierte bewusst, so gab es 
Cops die riefen: ?Kommt her, wir warten auf euch.?. Nur der 
Selbstdiszipliniertheit der Demonstranten ist es zu verdanken, dass nicht mehr 
passiert ist. So ging ein grosser Teil der Demonstranten mit erhobenen Händen 
auf die Polizeiketten zu und zeige, dass sie friedlich waren. Doch die Bullen 
pfiffen auf irgendwelche Deeskalation. Die Bullen begannen in kleineren Gruppen 
durch die Demo zu ziehen und willkürlich Verhaftungen vorzunehmen. Vor allem 
Fotografen wurden stark ins Visier genommen. Immer wieder kam es zu Übergriffen 
und die Demonstranten wehrten sich natürlich, was wiederum zu Tränengas und 
Pfeffersprayeinsatz führte. Einmal wurden sogar 30 grüne Männchen von 100 
Leuten umstellt, diese zogen sich dann wieder schnell zurück.

Die Scharmützel zogen sich dann stundenlang weiter. Am Abend und in der Nacht 
war es dann ruhig. Jedoch wurde alles was mehr als sechs Beine hatte kontroliert.

Fazit:

Die Bullen warteten nur auf Riots und ihre Agent provocateur haben sicherlich 
einen grossen Teil dazu beigetragen. Denn wir Militanten haben unsere Aktionen 
selbstdiszipliniert und gezielt durchgezogen

es Grüssen Schweizer Anarchisten

(es gibt verschiedene berichte wo von einer provokation der polizei spricht red)


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