(de) Fauchthunrundmail 6.6.07

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Wed Jun 6 23:33:34 CEST 2007


1.Lautstarke Solidemo in Bern für die Gefangenen in Rostock 2.Militante Aktion 
in Zürich gegen Daimler Chrysler 3.Bericht des antifaschistischen und 
antiimperialistischen Aktionsbündnisses gegen die G8 4.Kampagnenerfolg im Fall 
Credit Suisse / Samling: Umstrittener Tropenholzkonzern muss sich aus 
Indianer-Regenwald zurückziehen
1.Lautstarke Solidemo in Bern für die Gefangenen in Rostock Heute haben sich um 
18.30 ca. 100 Personen in Bern (CH) demonstriert, um gegen die massive 
Repression am G8- Gipfel zu demonstrieren. --- Insbesondere haben wir für die 
Freilassung unseres Freundes und Genossen Sam, so wie alle anderen Inhaftierten 
des G8 in Heiligendamm protestiert. Via Innenstadt zogen wir, von einem 
grösseren Aufgebot der Polizei begleitet, zur deutschen Botschaft, welche schon 
grossräumig abgesperrt war.Es war ein kräftige lautstarke präsente demo mit 
T-Shirt " die armut wird G m 8 - und freiheit für sam und alle anderen"

Solidarische Grüsse aus Bern

Das Flugblatt:

Freiheit für Sam ? Freiheit für Alle!

Gestern Sonntag wurde unser Freund und Genosse Sam an einer friedlichen 
Demonstration von ca 3000 Menschen im Rahmen der Proteste gegen den G8-Gipfel 
in Rostock von deutschen Polizisten verhaftet.

Anlässlich einer der unzähligen und willkürlichen Personenkontrollen, welche 
die meisten DemonstrantInnen immer wieder über sich ergehen lassen müssen, 
wurde ihm von einem Beamten des Bundeskriminalamtes vorgeworfen, an den 
Ausschreitungen des vergangen Samstags beteiligt gewesen zu sein und einen 
Polizisten schwer verletzt zu haben. Dieser Vorwurf stütze sich lediglich auf 
Mutmassungen, die anhand seiner Kleider aufgestellt wurden, sowie der Aussage 
eines Polizisten.

Die Verhaftung von Sam wurde von der Gratiszeitung 20-Minuten sogleich dazu 
genutzt um mit einer öffentlichkeitswirksamen Schlagzeile aufzutrumpfen. Sam 
wurde als Krawalltourist vorverurteilt und verunglimpft. Dies zeigt einmal mehr 
die unkritische und staatstreue Arbeit weiter Teile der modernen 
Medienschaffenden. Dies obwohl Zeugenaussagen vorhanden waren, welche die 
Unschuld von Sam bestätigten.

Aus Heiligendamm erreichen uns zum Glück nicht nur schlechte Nachrichten ? Sam 
wurde heute Nachmittag aus der Untersuchungshaft entlassen!

Jedoch sind weiterhin viele Personen von der Polizeiwillkür in Norddeutschland 
betroffen. Viele befinden sich im Knast und/oder wurden durch Aktionen der 
Polizei verletzt.

Ihnen gilt unsere Solidarität! Wir werden uns weder von den Provokationen noch 
von den Kriminalisierungsversuchen der Behörden und der Medien einschüchtern 
lassen ? und kämpfen weiter, ob in Rostock oder in Bern:

Für die Freiheit von allen politischen Gefangenen!

Gegen G8 und Kapitalismus!

Für die Soziale Revolution!

2. Militante Aktion in Zürich gegen Daimler Chrysler

Wir haben in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni die Daimler Chrysler Tochter 
Mercedes an der Zürcherstrasse in Schlieren bei Zürich (Schweiz) angegriffen in 
dem wir Luxus-Autos angezündet haben.

Daimler Chrysler (DC) steht für imperialistische Kriege, Ausbeutung und das G8!

Wie ist man im Kapitalismus erfolgreich? DC weiss es genau. Im Kapitalismus 
wird nicht für die Bedürfnisse der ArbeiterInnen produziert, sondern für die 
Vermehrung und Absicherung von Profit. Das ist das Geschäft von DC! Der 
Chrysler-Boss hat es auf den Punkt gebracht: "Man braucht Autos der 
Luxusklasse, denn man weiss ja nie, wann der kleine Mann seinen Job verliert. 
Auf eines kann man sich verlassen, nämlich, dass die Reichen reicher werden."

So produziert DC vorallem in zwei Sparten, welche in der imperialistischen 
Phase des Kapitalismus den Profit abwerfen: Luxuskarossen für die immer reicher 
werdenden Kapitalisten und Kriegsmaterial für die säbelrasselden Kriegsstrategen.

Deshalb ist DC eine der grössten Aktionäre beim europäischen/deutschen 
Rüstungskonzern EADS. Mit diesem wollen vor allem die französischen und 
deutschen Imperialisten militärisch unabhängig von der USA werden. Über die 
Deutsche Bank, welche bei DC Grossaktionärin ist, sind die 'deutschen 
Interessen' direkt vertreten. Wer in der Welt morden und bombardieren will, ist 
angewiesen auf eine zuverlässige und loyale Kriegsindustrie im eigenen Land.

Die DC hat diesen Dienst für den deutschen Imperialismus schon immer gerne 
geleistet. So erhielt die Daimler unter dem Nationalsozialismus die 
Auszeichnung 'nationalsozialistischer Musterbetrieb' für die zuverlässige 
Vorproduktion und Lieferung von Kriegs- und Mordmaterial.

Heute braucht der deutsche Imperialismus die Rüstungsindustrie für Angriffe in 
Afrika, Afghanistan oder Libanon. Mit der Bombardierung des Balkans hat die 
Sozialdemokratisch/grüne Regierung, Deutschland wieder auf Kriegskurs gebracht, 
um auf der Welt die Interessen der deutschen Kapitalisten zu vertreten.

DC stellt einen Konzern dar, welcher am direktesten und klarsten die Interessen 
des deutschen Imperialismus vertritt. So ist dieser Konzern auch prominent am 
aktuellen G8 in Heiligendamm vertreten. Dort diskutieren die Vertreter der 
verschiedenen imperialistischen Nationen zusammen mit ihren Konzernen um die 
gewaltsame Aufteilung, Unterdrückung und Ausbeutung der Welt. Währenddessen 
sieht sich der Widerstand dagegen mit der inneren Militarisierung konfrontiert.

DC steht für den Imperialismus, der die Welt zerbombt!

DC ist der schlagende Beweis gegen das Gelaber von multinationalen Konzernen, 
welche die Natonalen Interessen verträten: DC steht für Ausbeutung und 
Entlassungen!

DC steht für das G8!

Für den proletarischen Internationalismus!

Freiheit für die Gefangenen G8-Aktivisten und alle politischen Gefangenen!

G8 und Imperialismus angreifen!

3.Bericht des antifaschistischen und antiimperialistischen Aktionsbündnisses 
gegen die G8

2. Juni

Das antifaschistische und antiimperialistische Aktionsbündnis gegen die G8

(www.G8versenken.de) war an der Organisation des 
internationalistisch-revolutionären Blocks beteiligt der mehr als 2000 Personen 
umfasste. Auf der Großdemonstration am 2. Juni in Rostock lief dieser Block im 
Südzug, der vom Hauptbahnhof startete, hinter dem Block der 
Interventionistischen Linken (IL) und vor dem ATTAC-Block.

Der internationalistisch-revolutionären Block bestand aus ArbeiterInnen, 
SchülerInnen, StudenteInnen und RentnerInnen aus der Türkei, Deutschland und 
vielen anderen Ländern und bewegte sich friedlich bis zum Rostocker Stadthafen, 
dem Platz der Abschlusskundgebung.

Der plötzliche Angriff der martialisch gepanzerte Polizei mit Sondereinheiten 
auf den internationalistisch-revolutionären Block war völlig unerwartet und 
ohne jeden Anlass.

Der frontale Angriff geschah in mehreren Angriffswellen. Die Polizei wendete 
brutal und willkürlich Gewalt an. Auch der Lautsprecherwagen wurde zum Ziel des 
Angriffs.

Dazu sagt Jonathan Helwig von der Pressegruppe des antifaschistischen und 
antiimperialistischen Aktionsbündnisses gegen die G8: ?Aber wir lassen uns 
nicht verprügeln. Auch Einschüchterungsversuche und Misshandlungen von Seiten 
der Polizei werden uns nicht daran hindern, von unserem Recht auf Verbreitung 
unserer politischen Botschaft durch friedliches Demonstrieren Gebrauch zu machen.?

Die brutalen Polizeiübergriffe, die 20 Mitglieder des 
internationalistisch-revolutionären Blocks verletzten, die meisten davon 
schwer, haben das Bündnis zu geschlossener, solidarischer Gegenwehr gezwungen.

Dass das selbstverständlich sein muss, wird sogar in konservativen Kreisen

vertreten: Heiner Geißler, bekannter CDU-Politiker, erinnerte im Fernsehsender 
Phönix an das Grundrecht zu demonstrieren und sagte weiter: ?Wenn mich einer 
anfasst, dann schlage ich zurück ? und wenn es ein Polizist ist, dann schlage 
ich zurück.?

Der CDU-Politiker positioniert sich damit links von führenden 
ATTAC-SprecherInnen, die in dreister Anbiederung an bürgerliche Kreise die 
Polizeigewalt rechtfertigten und die Einsatzleitung sogar mit Dankesgrüßen 
bedachten.

Dazu Helwig: ?Damit hat sich ATTAC einmal mehr gegenüber der Linken 
disqualifiziert.

Während der Konfrontation am Rostocker Stadthafen und nur wenige hundert Meter 
von ihr entfernt behauptete Werner Rätz vom ATTAC-Koordinierungskreis, die 
»andere Welt«, für die ATTAC angeblich eintritt, sei »hier in Rostock [..] auf 
dem Platz«. Das brutale Vorgehen der Polizei ist und bleibt jedoch Realität und 
notwendige Folge des kapitalistischen Systems. Mit einer »neuen Welt« hat das 
nichts zu tun.?

Die Polizeigewalt richtete sich in ihrer vollen Härte auch und gerade gegen die 
revolutionären und antiimperialistischen Kräfte, die nicht Teil des 
vielbeschworenen ?Schwarzen Blocks?sind. Die von der Polizei provozierte 
Eskalation leistete außerdem erfolgreiche Pressearbeit: In den meisten Medien 
gelten nun alle Systemkritiker als Anwender sinnloser Gewalt und es wird der 
Eindruck erweckt, die Welle staatlicher Repression im Vorfeld des G8-Gipfels 
sei gerechtfertigt gewesen.

4. Juni

Am Aktionstag Migration, dem 4. Juni, fand im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen 
eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der ausländerfeindlichen Ausschreitungen 
von 1992 statt. Im ehemaligen Asylbewerberheim am Ort der Kundgebung hatten 
Neonazis ausländische Familien terrorisiert und, unter dem Beifall von Teilen 
der Bevölkerung, mit Brandsätzen angegriffen und schwer verletzt. ?Während 
damals die Polizei nicht eingeschritten war?, so Helwig, ?wurde die 
Gedenkveranstaltung von martialisch ausgerüsteten Hundertschaften der Polizei 
gestört, die einen der Redner von der Kundgebung fernhielten, mehrere 
Teilnehmer verhafteten und tätlich angriffen und somit wie am Samstag eine 
Eskalation provozieren wollten.?

Die mehr als 1000 KundgebungsteilnehmerInnen ließen sich jedoch nicht zu 
militanter Gegenwehr hinreißen, zumal auch Menschen ohne Papiere unter ihnen waren.

Auf dem Fußmarsch zum Anfangsort der darauf folgenden Demonstration gegen die 
rassistische Flüchtlingspolitik der G8-Staaten ? die Polizei hatte die 
Verkehrsmittel gesperrt ? wurde ausschließlich der 
internationalistisch-revolutionäre Block von der Polizei eskortiert. Ohne 
Angabe von Gründen wurde ein Mitglied des antifaschistischen und 
antiimperialistischen Aktionsbündnisses gegen die G8 festgenommen.

Noch vor Erreichen des eigentlichen Startpunkts der Demonstration wurde der 
internationalistisch-revolutionäre Block durch einen Polizeikessel von den 
inzwischen mehr als 3000 anderen DemonstrantInnen getrennt. Ohne die 
Einwilligung in eine Leibesvisite sollte die Teilnahme an der Demonstration 
verboten werden. Nur durch die Solidarität tausender anderer DemonstrantInnen 
sah sich die Polizei nach etwa einer Stunde zur Auflösung des Kessels gezwungen.

Später nahm die Polizei allerdings die unterbliebene Kontrolle zum Anlass, den 
gesamten Demonstrationszug von inzwischen mehr als 10000 DemonstrantInnen 
weitere zwei Stunden aufzuhalten und fuhr Spezialeinheiten und Wasserwerfer 
auf. Die Einsatzleitung der Polizei gab an, dies geschehe ?auf Anweisung von 
höherer Stelle?. Im Folgenden wurde die Demonstration von mit Schusswaffen 
ausgestatteten, gepanzerten und vermummten Polizeiketten und Wasserwerfern 
durch einen fast unbewohnten Stadtteil Rostocks geführt.

Nach zahlreichen Unterbrechungen und erst knapp einem Kilometer zurückgelegten 
Wegs wurde die Demonstration endgültig gestoppt: Statt der angemeldeten Route 
durch die Rostocker Innenstadt versuchte die Polizei die DemonstrantInnen unter 
Angabe des Grundes, die angemeldete Teilnehmerzahl sei überschritten, in einen 
Randbezirk zu zwingen. Daraufhin löste der Veranstalter die Demonstration auf.

Die Polizei, die es trotz ihres repressiven Auftretens nicht geschafft hatte, 
eine Konfrontation zu provozieren, musste im Folgenden ohne weitere Vorwände

handeln: Auf dem Rückweg wurden zahlreiche DemonstrantInnen festgenommen.

Wieder traf dabei die staatliche Repression die antiimperialistischen Kräfte:

Viele Mitglieder des antifaschistischen und antiimperialistischen 
Aktionsbündnisses gegen die G8 wurden verhaftet.

Dazu Jonathan Helwig: ?Die imperialistischen G8-Staaten müssen zur Durchsetzung 
ihrer Ziele ihr ?Hinterland? sichern. Dazu setzen seit jeher jedes nötige 
Mittel ein um die antiimperialistischen und antikapitalistischen Kräfte zu 
schwächen, die ihrerseits immer näher zusammenrücken: Die Polizeirepression hat 
in den letzten Tagen Stalinisten, Trotzkisten und Anarchisten verschiedenster 
Herkunft im solidarischen Kampf vereint.?

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!

4.Kampagnenerfolg im Fall Credit Suisse / Samling: Umstrittener 
Tropenholzkonzern muss sich aus Indianer-Regenwald zurückziehen

Bern/ Basel, 5. Juni 2007

Der internationale Druck gegen den von Credit Suisse unterstützten 
Tropenholzkonzern Samling zeitigt einen ersten Erfolg: nach einem Besuch von 
Medienvertretern im Indianerdorf Akawini im Regenwald von Guyana

(Südamerika) hat Samling angekündigt, sich aus dem Gebiet von Akawini 
zurückzuziehen. Mit diesem Schritt möchte der malaysische Holzkonzern einer von 
den Indianern angekündigten Klage gegen die illegalen Aktivitäten ihrer Firma 
zuvorkommen.

Die Bevölkerung von Akawini reagierte mit Freude auf die Nachricht. Toshao 
David Wilson, Häuptling des 800 Einwohner zählenden Dorfs, sagte: „Wir sind 
froh über diese Entwicklung, denn die Abholzung des Urwaldes ist eine 
zunehmende Bedrohung für unser Leben. Samling hat uns belogen und betrogen.

Wir möchten mit dieser Firma nichts mehr zu tun haben.“

Toshao David Wilson nahm am vergangenen 3. Mai auf Einladung der Gesellschaft 
für bedrohte Völker und des Bruno-Manser-Fonds an einer Pressekonferenz in 
Zürich teil. Dort berichtete er über die von Samling im Urwald von Guyana 
angerichteten Schäden. Vor kurzem brach in seinem Dorf erstmals eine 
Typhus-Epidemie aus, weil die Holzfäller die Trinkwasserfassung von Akawini 
beschädigt hatten.

  Samling verfügt über 1,6 Millionen Hektaren Forstkonzessionen im 
südamerikanischen Guyana und ist dort in grossem Stil an illegalem Holzschlag 
beteiligt. Im vergangenen März wurde der Konzern von einem Bankenkonsortium 
unter der Führung von Credit Suisse in Hong Kong an die Börse gebracht.

Der Bruno-Manser-Fonds und die Gesellschaft für bedrohte Völker fordern, dass 
Credit Suisse die Geschäftsbeziehungen zu Samling abbricht und den Ertrag aus 
dem Börsengang von Samling – rund 10 Millionen US-Dollar – den geschädigten 
Urwaldvölkern in Guyana, Kambodscha, Malaysia und Papua-Neuguinea zurückerstattet.

Dossier <http://www.gfbv.ch/iarchiv.html>  indigene Völker


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