(de) Fauchthunrundmail 11.7.07
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Wed Jul 11 21:10:35 CEST 2007
1. Alle wollen aufs Rütli - wir nicht! ---- 2. Keine Wahl 2007
1. Alle wollen aufs Rütli - wir nicht! ---- Aufruf zu einem
antinationalen und antifaschistischen NoDemo-Aktionstag am ---- 1.
August 2007 in Luzern Spätestens seit 2004 haben sich rechtsextreme
Gruppen das Rütli und sein Umfeld am 1. August als Bühne für ihre
Auftritte ausgesucht. ----- Nicht ohne Folgerichtigkeit, steht doch das
Rütli für Nationalismus, eine Einstellung des abwertenden Ausschlusses
sogenannt ?fremder? Menschen, und damit immerhin für einen wesentlichen
Aspekt der menschenfeindlichen Nazi-Ideologie. ---- 2004 und 2005
wurden Nazi-Auftritte behördlich geduldet, auf dem Rütli und in Brunnen.
2006 unterband ein polizeiliches Riesenaufgebot unseren in Brunnen
geplanten Protest. Antifaschistische Kundgebungen wurden im Ergebnis nie
geduldet, unsere Gesuche von 2005 und 2006 hatten in Brunnen keine Chance.
Dieses Jahr gibt sich nun Luzern dank gesponsertem Sicherheitsapparat als
Durchgangsort für einen angeblich linken Versuch her, nationalistische
Symbolik zu vereinnahmen. Damit werden Versuche der Neonazis, sich hier zu
zeigen, wahrscheinlich. Dennoch hat uns der Luzerner Stadtrat wissen lassen,
dass er unsere Kundgebung nicht zulassen will. Er nimmt also Naziauftritte
in Kauf, solange nur verhindert werden kann, dass jemand dagegen protestiert
und den äusseren Schein der guten Ordnung stört. Die Neonazis werden ihm für
diesen Dienst an ihrer Taktik, Respektabilität zu gewinnen, sicherlich Dank
wissen.
Es versteht sich, dass wir unter diesen Umständen die Verantwortung für eine
Demonstration nicht übernehmen können. Ebenso wenig lassen wir uns aber den
Raum für unseren Protest gegen Neonazis und Nationalismus nehmen. Wir wollen
ihn vielmehr mit anderen, kreativen Aktionsformen einfordern.
Darum rufen wir für den Nachmittag vom 1. August 2007 zu einem kreativen
antinationalen und antifaschistischen NoDemo-Aktionstag in der Luzerner
Innenstadt auf.
NoDemo kann in verschiedenster Weise sichtbar werden - etwa als Theater,
Musik, Auftritt von Sandwich-Leuten, Mahnwachen, Infoveranstaltungen,
Plakat- und Transparentaktionen, Flugblätter verteilen und nicht zuletzt
Trauerbekundungen über des Stadtrats armseliges Grundrechtsverständnis. Eure
Fantasie ist gefordert!
Zwar könnten unsere Aktionen in Luzern wegen der von den Herren
Schneider-Ammann und Hayek gesponserten polizeilichen Besetzung leicht etwas
erschwert sein. Doch wir lassen uns nicht auf Provokationen ein. Unsere
dezentralen, koordinierten NoDemo-Aktivitäten sollen eine Unterdrückung des
Protests verunmöglichen, unverhältnismässige Dispositive ins Leere laufen
lassen und deren Absurdität aufzeigen.
Durch Aktionen überall im Zentrum Luzerns setzen wir ein Zeichen der Stärke
gegen Faschismus sowie rechten und pseudolinken Nationalismus.
Bündnis für ein buntes Brunnen bbb
2. Keine Wahl 2007
Hallo zusammen,
Wie versprochen folgen nun einige weitere Informationen zur "keine
Wahl!"-Kampagne. Folgend der offizielle Aufruf:
Der Stand der Dinge
Am 21. Oktober 2007 finden in der Schweiz wieder nationale Wahlen statt
und das ?Schweizer Stimmvolk? wird aufgefordert, seine Stimme abzugeben.
Von vielen Seiten her wird zur Beteiligung an diesem Spektakel aufgerufen,
das dazu dienen soll, die Macht im Staat auf neue Abgeordnete und
Delegierte um- bzw. neuzuverteilen. Auch Jugendliche, die das Stimmalter
schon erreicht haben, werden vermehrt von Parteien motiviert sich an den
nationalen Wahlen zu beteiligen und werden so im Interesse der Parteien
zur Festigung der staatlichen Macht eingespannt. Im Vorfeld der
diesjährigen Wahlen hat sich eine schweizweite Wahlkampagne namens
?21.Oktober ? Besser wählen? gebildet, die sich hauptsächlich an
Jugendliche richtet und diese zur scheinbaren Mitbestimmung im Staat
begeistern soll. Die ?Besser wählen?-Kampagne bezieht sich mit ihren
Inhalten natürlich positiv auf den bürgerlichen Staat und die herrschende
Ordnung des Kapitalismus.
Zur Kampagne
Die ?Keine Wahl!?-Kampange ist einerseits als Gegenreaktion auf die
?Besser wählen?-Kampagne zu verstehen, andererseits aber auch als
grundsätzliche Ablehnung der bürgerlichen, staatlichen Politik. Die
Kampagne wird von einem Bündnis getragen, das sich aus antistaatlichen und
antikapitalistischen Gruppierungen aus der ganzen Schweiz zusammensetzt.
Ziel der Kampagne ist, möglichst viele Leute zum Nicht-Wählen zu
motivieren und grundsätzliche demokratie-, staats-, und
kapitalismuskritische Inhalte im konkreten Zusammenhang mit den
diesjährigen Wahlen zu vermitteln.
Wahlen schaffen keine Perspektiven
Im Hinblick auf die kommenden Wahlen muss als Erstes geklärt werden, was
und wozu denn überhaupt gewählt wird. Gerade die Sozialdemokratie und
andere reformistische Parteien haben ein vollkommen falsches Bild von
Wahlen und staatlicher Politik geschaffen. Sie stellen den Wahlakt immer
als positive und aktive Mitbestimmung dar und lassen das ganze Geschehen
im glamourösen Schein der Freiheit und Selbstbestimmung erscheinen.
Wahlen haben nichts mit Freiheit und Selbstbestimmung zu tun. Wahlen
veräusserlichen nicht wirklich eine Form der Mitbestimmung und Mitsprache,
sondern lediglich die Bestimmung derjenigen Menschen, die anstelle von uns
mitbestimmen und mitsprechen können. Selbst können wir keine
Entscheidungen treffen. Kurzum: Wählen gehen bedeutet nicht
mitzubestimmen, es bedeutet jemanden zu wählen, der Entscheidungen für uns
trifft und so gesehen über uns verfügen und herrschen kann. Zudem ist der
Staat den Zwängen und Zwecken der Wirtschaft ausgeliefert und hat eine
regulierende Funktion in der Wirtschaft. Nicht das Befriedigen der
Bedürfnisse der Menschen einer Gesellschaft ist Ziel des Staates, sondern
die Schaffung optimaler Wirtschafts- und Profitbedingungen.
Die Parteien, welche wir wählen können, sind im Grunde gar nicht
verschieden. Sie sind allesamt politische Erscheinungsformen des gleichen
Staates und der gleichen Politik. Sie unterscheiden sich zwar
oberflächlich in Form und Auftreten, ihre Politik und ihr Zweck bleiben im
Grossen und Ganzen gleich. Wir haben keine Wahl zwischen
Verschiedenartigem, wir haben bloss die Wahl zwischen in sich Gleichem,
das sich nach aussen ein wenig unterscheidet. Es ist schon genügend absurd
dies als Wahl zu bezeichnen, denn das zu Wählende ist schon im voraus
festgelegt, wir müssen es nur noch auf die eine oder andere Art und Weise
abnicken. Eine wirkliche Opposition zu dieser Gesellschaftsform und dieser
wirtschaftlichen Ordnung können wir nicht wählen.
Für grundlegende Veränderung unserer Gesellschaftsordnung und unserer
wirtschaftlichen Strukturen schaffen Wahlen nicht die geringste
Perspektive. Vielmehr reproduziert jede Wahl die bestehenden
Herrschaftsstrukturen des Kapitalismus und seiner regulierenden
staatlichen Instanz.
Aufruf zum Wahlboykott
Wir rufen alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die sich auch keine
Perspektiven mit dem ganzen Wahlzirkus erhoffen, zum bewussten Wahlboykott
während den nationalen Wahlen 2007 auf. Es gibt viele Varianten des
Wahlboykotts. Hier ist aktiver Wahlboykott als eindeutige politische
Äusserung (z.B. ganzer Wahlzettel durchstreichen) dem passiven Wahlboykott
(einfach Zuhause bleiben und nicht stimmen gehen) vorzuziehen: Hauptsache
ist aber, dass möglichst vielen Menschen bewusst wird, dass Wahlen nichts
grundlegend verändern können.
Erheben wir lieber unsere Stimme anstatt sie abzugeben!
Schluss mit dem ganzen Betrug namens Demokratie!
Freiheit und Selbstbestimmung statt Staat und Kapitalismus!
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Als Ideen, welche im Rahmen dieser Kampagne umgesetzt werden könnten,
haben wir uns folgendes vorgestellt:
- Kleber im Flyerformat (könnten als Flyer und/oder danach als Kleber
verwendet werden)
- Informative Broschüren zu Staats- und Demokratiekritik
- Informationsveranstaltungen in verschiedenen Städten (Vorträge,
Diskussionsrunden?) zu Staatskritik
- eine gemeinsame Homepage für die Kampagne (ein Blogentwurf ist auf
www.keine-wahl.ch.vu zu finden)
- ein oder mehrere Artikel in der Koopera (www.koopera.ch) --> so etwas
wie eine Kampagnenzeitung
- Konzerte im Stil einer Anti-Vote-Disco
- evtl. ein Kampagnen-Sampler
- evtl. eine Demonstration, beispielsweise in Bern (zentrale Lage)
Wir würden Rückmeldungen, Kritik, Ergänzungen und weitere oder andere
Ideen sehr begrüssen. Sollte ein Vernetzungsforum zu Stande kommen, kann
die Diskussion dort weitergeführt werden.
Aufgrund diverser Abwesenheiten werden wir wohl erst Mitte nächster Woche
wieder zurückschreiben können, dies nur als Information um Verwirrung etc.
zu vermeiden
mit solidarischen Grüssen
die Libertäre Aktion Ostschweiz
www.lao.ch.tc
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