(de) Fauchthunrundmail 28.8.07

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Thu Aug 30 09:44:26 CEST 2007


1. AnarchistInnen unter Beschuss Israel/Palästina 2. CNT erklärt Konflikt mit 
deutschem Multi VAW-arvato 4. No Border Camp im Anflug auf Gatwick Airport / 
England  ------ AnarchistInnen unter Beschuss Israel/Palästina Druck auf 
israelische Anarchisten wegen Kooperation mit palästinensischen Dorfkomitees Im 
Laufe der letzten fünf Jahre ist das israelische Friedenslager kleiner geworden. 
Letzten Monat jährte sich der 40. Jahrestag der Besetzung, und nicht mehr als 
4.000 Menschen versammelten sich in Tel Aviv, um gegen Israels lange dauernde 
Militärherrschaft zu protestieren. Von den Demonstranten, die erschienen waren, 
sind nur einige Hundert leidenschaftliche Aktivisten - Menschen, die ihr Leben 
dem Kampf um Frieden und Gerechtigkeit gewidmet haben.

Unter denjenigen, die am meisten engagiert sind, sind Israels
Anarchisten. Dennoch stehen sie die letzten zwei Jahre unter Beschuss
und es wird immer schwieriger für sie ihren Kampf fortzusetzen.

Die Gruppe der Anarchisten, gegründet im Jahr 2003, besteht aus jungen
Israelis, meistens in ihren Zwanzigern, die eng mit den
palästinensischen populären Dorfkomitees zusammenarbeiten, um gegen
Israels Besatzung Widerstand zu leisten. Sie haben keine offizielle
Führung, kein Büro, und keine bezahlten Mitarbeiter, und trotzdem ist
es ihnen gelungen, mehr zu erreichen als viele gut dotierte NGO?s und

soziale Bewegungen. Wahrscheinlich sind sie am besten bekannt wegen

ihrer Bemühungen im kleinen Dorf von Bi'lin, wo seit mehr als zwei

Jahren wöchentliche Demonstrationen gegen die Mauer, die Israel auf

palästinensischem Land baut, abgehalten werden.



Die Anarchisten sind auch in zahlreichen anderen Dörfern und Städten

aktiv. Tag für Tag fahren sie in kleinen Gruppen durch die West Bank,

unterstützen gewaltfreie Aktionen, die palästinensischen Bauern

helfen, Zutritt zu ihren Feldern und Ernten zu erlangen, während sie

sich gegen die Errichtung der Mauer und gegen die Beschlagnahme

besetzten Landes stellen.



Eine der bemerkenswertesten Fähigkeiten dieser jungen Israelis ist der

subversive Gebrauch ihres eigenen Privilegs, das sie nicht zum eigenen

sozialen, ökonomischen oder politischen Nutzen einsetzen - wie dies

die meisten Menschen tun - sondern vielmehr um gegen Gewalt

einzutreten. Mit anderen Worten, die Anarchisten nutzen das Privileg,

das mit ihrer jüdischen Identität einhergeht, und verwenden es als

einen strategischen Vorteil gegen die brutale Politik des jüdischen

Staates.



Als jüdische Aktivisten ist ihnen wohl bewusst, dass das israelische

Militär sich ganz anders verhält, wenn israelische Juden bei einem

Protest in der West Bank anwesend sind und dass der Pegel der Gewalt,

immer noch hoch, viel weniger intensiv ist. In der Tat hat das

Militär, laut Aussage israelischer Soldaten, viel striktere

Vorschriften betreffend Schießbefehle bei Demonstrationen, bei denen

Nichtpalästinenser teilnehmen. Wenn also ein Dorfkomitee beschließt,

gewaltfreien Widerstand gegen die Besatzungsmacht durchzuführen,

mischen sich die Anarchisten unter die demonstrierende Dorfbevölkerung

und werden so ein menschlicher Schutzschild für alle jene

Palästinenser, die sich entschieden haben, dem Weg Mahatma Gandhis und

Martin Luther Kings zu folgen.



Obwohl die Anarchisten oft geschlagen und verhaftet werden, hören sie

nicht auf. Bis heute sind etwa 10 Palästinenser bei Demonstrationen

gegen die Trennungsmauer getötet und Tausende verwundet worden, eine

Zahl, die ohne Zweifel viel größer gewesen wäre, wäre da nicht der

furchtlose Einsatz der Anarchisten.



Diese anonymen Helden werden zur Zeit in Israel als ?Fünfte Kolonne?

angesehen. Und als die israelische Polizei festzustellen begann, dass

Schlagen und Verhaftung ihren unbeugsamen Widerstand nicht aufhalten

konnte, wurde eine andere Strategie eingeschlagen. Eine Masse von

gerichtlichen Klagen wurde vom Staatsanwalt verhängt. Die Anarchisten

sahen das als neue Herausforderung an. Sie haben eine gesetzliche

Kampagne eingeleitet, deren Ziel es ist, das grundlegende Bürgerrecht

aller Israelis zu verteidigen, Widerstand gegen die Politik ihrer

Regierung, die das Recht missbraucht, zu leisten. Diesen Kampf führt

Gabi Lasky an, eine energische Rechtsanwältin, die viele ihrer

Wochenenden damit verbringt, die Anarchisten aus dem Gefängnis

freizubekommen, und ihre Werktage damit, sie bei Gericht zu

vertreten.



Im Gegensatz zum Kampf innerhalb der Besetzten Gebiete verlangt der

gesetzliche Kampf für den Schutz der Freiheit der Bürger finanzielle

Ressourcen, die die Anarchisten nicht haben. Der Staat weiß, dass das

die Achillesferse der Anarchisten ist, und hat versucht, die

friedensbildenden Aktivitäten zu unterminieren, indem er sie zu hohen

Strafen verurteilt. Obwohl Lasky für wenig mehr als ein Minimumgehalt

arbeitet, kann der Kampf der Anarchisten nicht ohne Hilfe von

besorgten Menschen auf der ganzen Welt fortgesetzt werden. Klicken Sie

hier, um festzustellen, wie sie helfen können.



AATW home page --- www.awalls.org ---



Orginalartikel: Anarchists Under Fire

Übersetzung: www.fau.org





2.CNT erklärt Konflikt mit deutschem Multi VAW-arvato



Fau Bern

Unsere spanische Schwestergewerkschaft CNT hat sich wegen massiver

Behinderung ihrer gewerkschaftlichen Rechte im Konflikt mit dem

Dokumentationsdienstleister VAW-avarto erklärt. Die

Bertelsmann-Tochter hat ihren Hauptsitz in Grefrath und

Tochterunternehmen in verschiedenen Ländern. Die CNT erwägt deshalb,

den Konflikt zu internationalisieren.



Hintergrund des Konflikt



Im März 2007 gründeten in der spanischen Niederlassung in Martorell

bei Barcelona eine Gruppe von ArbeiterInnen, die die Nase voll hatten

von der gelben Gewerkschaft UGT, eine Betriebsgruppe der CNT. Von

Anfang an verweigerte die Firmenleitung der neuen Gewerkschaft im

Betrieb alle ihr zustehenden Rechte. Desweiteren ging die Firma gegen

die Gewerkschaftsdelegierte der CNT vor, was selbst ein Arbeitsgericht

honorieren mußte. Da die Firmenleitung mehrere Gesprächsangebote

kategorisch abschlug, hat die CNT am 26. August einen Konflikt mit

VAW-avarto erklärt.

VAW-avarto

VAW-avarto ist entstanden aus der Übernahme des «Verlag Automobil
Wirtschaft» durch Bertelsmann im Jahr 2004. Die Firma mit Sitz u.a. in
Spanien, Tschechien, Südafrika und den Niederlanden ist spezialisiert
auf technische Dokumentationslösungen für die Automobilindustrie, die
Medizin und Rüstungsfirmen. Zu ihren Kunden gehören die meisten
europäischen Automobilhersteller, insbesondere die Firmen der
Volkswagen Gruppe. Der Hauptsitz von VAW-avarto befindet sich im
rheinischen Grefrath.
Die CNT Lokalföderation von Barcelona wird vom weiteren Ablauf und vom
Verhalten der Firmenleitung abhängig machen, ob sie die IAA um Hilfe
anrufen und den Konflikt internationalisieren wird.
Quelle: www.fau.org
FAU-IAA

4.No Border Camp im Anflug auf Gatwick Airport / England

  Während das britische Innenministerium damit begonnen hat, einen
neuen Abschiebeknast - Brook House - am Flughafen Gatwick zu bauen,
rückt das No Border Camp (19-24 September 2007) langsam näher. Unter
den vielen angekändigten Aktionen gehört die Demonstration von Crawley
nach Tinsley House Prison/Gatwick, gleich neben der Baustelle des neün
"Ausreisezentrums". Auf dem Camp selber, und an der Goldsmith
University in der Woche vor dem Camp wird es zahlreiche Workshops
geben, auch verbunden mit dem 30sten Jahrestages des Battle of
Lewisham, als hunderte AntifaschistInnen sich einem National Front
Aufmarsch in den Weg stellten.

Zwei Jahre No Border Netzwerk UK

Es war im Vorfeld des G8 2005 in Schottland, dass verschiedene Gruppen
anfingen sich wieder rund um das Thema "Freedom Of Movement" zu
vernetzen und die Make Borders History Demo in Glasgow während des G8
zu organisieren. Sie in mehrere Züge aufgespaltene Demo fürte zu
verschiedenen Institutionen des Grenzregimes, um die Komplexität von
Migrationskontrolle, Abschiebungen und Repression zu verdeutlichen.
Nach dem G8 zwangen AktivistInnen den YMCA (CVJM)mit einer Kampagne
sich aus dem "Ayslum Slavery Scheme", der vermittelten Zwangarbeit von
AsylbewerberInnen, zurückzuziehen.

Im Jhar darauf wurden Gruppen in verschiedenen Städten gegründet, in
London, Brighton, Cardiff, Nottingham, Leeds und anderen
Städten.Regelmässige Demonstartionen gegen "Reporting Centres", in
denen MigrantInnen regelmässig erscheinen müssen um ihren Aufenthalt
zu verlängern, wie z.b. Communication House in London, wurden
organisiert.
In 2006 fand auch das erste No Borders Gathering in London im
besetzten Square Social Centre statt, ein Jahr später folgte ein
weiteres Treffen in Glasgow.Die Gruppen arbeiteten dabei zu regional
unterschiedlichen Schwerpunkten, vom Kampf gegen Polizeirazzien gegen
MigrantInnen, Anti-Abschiebungs Aktionen (z.b. in Leeds),Kampagnen
gegen das neünPunktesystem,Solidarität mit migrantIschen ArbeiterInnen
(z.b. Justice For Cleaners) und selbstverständlich Protesten an
Abschiebeknästen.In Glasgow startete das Unity Centre. In London wurde
Harmondsworth ein weiterer Schwerpunkt, ebenso der Aufbau von
praktischer Unterstützung von inhaftierten AsylbewerberInnen.Das
October 7th Network organisierte die Demonstration in Londonals Teil
des Transnational Day Of Action für migrantische Rechte 2006. Wenn das
Innenministerium ankündigte einen neuenn Abschiebeknast in Gatwick zu
bauen, bekam Gatwick ein gemeinsamer Focus.
Das geplante No Border Camp wird von No Borders Gruppen aus
Birmingham, Brighton, Glasgow, Leeds, London, Nottingham, Sheffield
and Cardiff orgnisiert, unterstützt durch Barbed Wire Britain, Unity,
FAB (Feminist Against Borders), West Midlands Antifa, Sex workers
union, Vapaa Liikkuvuus (freedom of movement-group in Finland), der
Campaign To Close Campsfield, No One Is Illegal, Fight Racism/Fight
Imperialism und anderen ...
Angekündigte Demonstrationen während des No Border Camps:
Donnerstag 20. September5pm-7pm Welcome Demonstration - Crawley Town Centre
Freitag 21. September10am-2pm Gathering at Lunar House Home Office
Reporting Centre,East Croydon"A convergeance between those who have
papers and those who don't.Information-sharing, exchanging stories,
food & music."
Samstag 22. September
Transnational Demonstration at Tinsley House Detention Centre, Gatwick.
Workshops
Eine Vielzahl von Workshops sind bereits angekündigt: Migration
Control, ID Cards, Practical Support of people in Detention,
Alternative Media Work, Erfahrungen anderer Kampagnen.
"Migrating University"
Migrating Universityist eine Reihe von Workshops/Vorlesungen and der
Goldsmith Universität in London, in der Woche vor dem Camp.
Indymedia At The No Border Camp
IMC UK wird mit vor Ort Internetzugang und Hilfe beim Schreiben von
Berichten anbieten, ausserdem eigene Workshops rund um Alternative
Medien.

Siehe auch: Unruhen in englischem Abschiebeknast
(http://de.indymedia.org/2007/08/190002.shtml)


More information about the A-infos-de mailing list