(de) Konnern bei Halle 31.8.-2.9.: Festival 35 Jahre Graswurzelrevolution

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Thu Aug 30 09:20:18 CEST 2007


Die "Monatszeitung für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft" 
feiert ihren Geburtstag in der Attac-Villa Könnern "Die Zeitschrift 
Graswurzelrevolution gilt als die langlebigste und einflussreichste 
anarchistische Zeitschrift der deutschen Nachkriegszeit", so die 
Online-Enzyklopedie Wikipedia, und als "das Hauptorgan 
basisdemokratischer Akteure", so der Sozialwissenschaftler Ralf 
Vandamme. ---- Der bekannte Schriftsteller Horst Stowasser schreibt in 
seinem soeben als "Sachbuch des Monats" ausgezeichneten "Anarchie"-Buch: 
"Die Gruppierung, die die Herausbildung eines Wurzelwerks am 
konsequentesten vor­angetrieben hat und zugleich der anarchisti­schen 
Ethik am nächsten kommt, ist die 'Gewaltfreie Aktion'. Nicht zufällig 
trägt ihre Zeitung den Namen Graswurzelrevolution. Deutschlands größte 
Anarcho-Zeitung wird auchaußerhalb libertärer Kreise viel gelesen."

 

Im Sommer 1972 erschien die Nullnummer dieser "Monatszeitung für eine

gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft" im bayerischen Augsburg. Knapp

35 Jahre später, am 17. März 2007, stellte die Berliner taz fest: "Die

Graswurzelrevolution ist nach wie vor höchst lebendig - sowohl auf Papier

gedruckt als auch im Internet präsent."

 

Dass dieses Sprachrohr sozialer Bewegungen auch im 21. Jahrhundert

tatsächlich noch fidel sein könnte, das hätte in den siebziger Jahren

sicher kaum jemand gedacht.

 

Vom 31. August bis zum 2. September 2007 wollen die HerausgeberInnen und

FreundInnen des Blattes die 35 Jahre Graswurzelrevolution feiern.

 

"Schon zu DDR-Zeiten gab es gute Kontakte zwischen West- und

Ost-GraswurzelrevolutionärInnen. Häufig wurden Exemplare der

Graswurzelrevolution in die DDR geschmuggelt. Deshalb beschnüffelte die

Stasi das in Büchern des Ost-Berliner Dietz-Verlags als ,kleinbürgerlich,

pseudorevolutionär' geschmähte Blatt mit ähnlichem Elan, wie heute noch

der Verfassungsschutz", so GWR-Koordinationsredakteur Bernd Drücke.

 

Trotzdem ist es das erste Mal, dass eine GWR-Geburtstagsfeier im Osten

stattfindet. Und zwar in der Kleinstadt Könnern bei Halle an der Saale.

 

Klaus der Geiger, Deutschlands bekanntester Straßenmusiker wird am

Wochenende ebenso aufspielen wie "Der singende Tresen", der Chansonier

"peryton", das "Duo Contraviento" und andere.

 

Zudem werden zahlreiche Filme, Workshops und Vorträge angeboten. Horst

Stowasser stellt seine Ideen von einem "Projekt A/Plan B" vor, Professor

Wolf-Dieter Narr referiert über den "Irokesenbund und seine heute

Relevanz", Gisela Notz über "Leben und Werk der Anarchistin Mar­garethe

Hardegger"; und israelische Anarchisten berichten über "Gewaltfreien

Widerstand in Israel/Palästina". Themen wie "Gelebte Utopie im 21.

Jahrhundert", "Bombodrom: Alles rosa", "Queer-Politics", "AnarchistInnen

im Sozialabbau" und "Solidaritäts-GmbH - ein anarchistisches

Vorzeigeprojekt?" stehen ebenso auf der Tagesordnung wie ein

"Schnupperkletterworkshop Baumbesetzung".

 

Viele politisch und künstlerisch aktive Menschen bieten ein vielfältiges

Programm, wenn die Graswurzelrevolution an diesem Wochenende ihren

Geburtstag feiert.

 

Anmerkungen:

 

35 Jahre Graswurzelrevolution. Fest und Programm. 31.8. bis 2.9.07,

Attac-Villa, Bahnhofstr. 6, 06420 Könnern (bei Halle/Saale).

 

Informationen: _http://www.graswurzel.net/news/gwr35.shtml

<http://www.graswurzel.net/>_

 

Kontakt: _villa at attac.de_, Tel.: 034691/52435. Mobil: 0176-66013350

(Solveig)



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