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Tue Jan 10 21:57:47 CET 2006


[ Direkte Aktion, Zeitung der FAU-IAA | Nr. 173, Januar / Februar 2006 ]

FAU HANNOVER STREIKT AN DER UNI
Landesbeschäftigte der FAU stellen eigene Forderungen

Streiks an Universitäten sind sicherlich nichts Neues. Nur waren es
keine StudentInnen, die am 23. November in den Ausstand traten. Diesmal
hatte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Landesbeschäftigten an
den niedersächsischen Hochschulen dazu aufgerufen. Gefolgt waren dem
Aufruf in Hannover allerdings nur wenige. 40 KollegInnen versammelten
sich seit dem frühen Morgen nach und nach vorm Streikzelt, um gegen den
von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vorgelegten
"Wissenschaftstarifvertrag" und für die Übernahme des bereits bei Bund
und Kommunen geltenden "Tarifvertrag Öffentlicher Dienst" (TVöD) zu
streiken. Zugleich forderten die ver.di - KollegInnen den Erhalt der
38,5-Stunden-Woche - ein Widerspruch zum neuen Tarifwerk, nach dem die
39-Stunden-Woche gilt.

Auf den Punkt brachten es dagegen die Uni-Beschäftigten, die sich in der
Ortsgruppe der FAU organisiert haben. Zusammen mit ihren (ebenfalls
betroffenen) Kollegen aus anderen Landesbetrieben (Landeskrankenhaus und
Jugendverband) unterstützen sie zwar den Kampf gegen die Angriffe durch
die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und
Hochschulrektorenkonferenz, wandten sich aber zugleich gegen den von
ver.di ausgehandelten TVöD. Stattdessen machte sich die kleine,
unabhängige Gewerkschaft in ihren Flugblättern für den Erhalt des
Bundesangestelltentarifs (BAT) stark, der danach auch rückwirkend für
alle Neueingestellten und studentischen Hilfskräfte gelten soll.

Streikende ver.di - KollegInnen und nicht beteiligte Uni-Beschäftigte
reagierten gleichermaßen interessiert auf diese Forderungen. Am Ende kam
doch so manche Diskussion darüber zustande. Fragen zur FAU wurden
beantwortet, die Uniformität der ver.di- Fahnen endlich durchbrochen.
Richtig sauer reagierte hingegen ein ver.di- Funktionär, der
"Spaltungsversuche" witterte. Aber auch ihm blieb letzten Endes nichts
anderes übrig als sich den FAU- Argumenten zu stellen. Schließlich
musste auch er zugeben, dass die Einführung von Niedriglohngruppen durch
den TVöD eine Auslagerung von Betriebsbereichen nicht verhindert.

Anarr


[ Weitere Information: http://www.fau.org ]


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