(de) Antifaschistische Demonstration und Naziaufmarsch in Lubben

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Mon Dec 11 10:38:13 CET 2006


Was heute in Lübben los war, hat diese Stadt so noch nicht gesehen. 
Aufgrund eines dort angemeldeten Naziaufmarsches gab es eine Gegendemo 
von der „Autonomen Antifa Lübben“. An dieser linksradikalen, 
antifaschistischen Demonstration nahmen ca. 60 Leute teil.
Neben der Antifa-Demo gab es ab 8.00 Uhr eine Mahnwache gegen Nazis am 
Bahnhof mit ca. 80 Leuten und später ab 11.00 Uhr eine bürgerliche 
Kundgebung mit dem Motto „Lübben lehnt Extremismus ab“ auf dem 
Marktplatz mit ca. 350 Leuten.

Die Nazis, welche unter dem Motto „Menschenrecht bricht Staatsrecht“ 
aufmarschierten, waren, nach unserer Schätzung, ca.100. Von den Nazis 
aus Lübben aber wurden gerade mal ca.10-20 erkannt.

Die Antifa-Demo, sowie die Nazidemo hatten als Auftaktort den 
Bahnhofsplatz, welcher von der Polizei fein säuberlich in links und 
rechts und mitte getrennt wurde. Ab 9.30 Uhr sammelten sich dann auch 
die Leute. Da wir direkt zwischen dem Platz, wo die Nazis sich sammelten 
und dem Bahnhofsparkplatz standen, konnten wir diejenigen Nazis direkt 
begrüßen, welche mit dem Auto anreisten.

Gegen elf Uhr gingen wir dann mit Sprechchören und Musik Richtung 
Lübbener Neustadt, die Homezone der Nazis, los. Auf dem Weg lagen 
überall Schnipsel mit dem faschistischen Demo-Motto. Wie erwartet 
standen in Lübben an fast jeder Ecke die einheimischen Nazis rum, die 
nicht beim Aufmarsch waren.

Auf der Hälfte der Strecke die durch die Neustadt führte, fand eine 
Zwischenkundgebung mit Redebeiträgen statt. Hier wurden auch die sich in 
der Nähe befindenden Nazis erst abfotografiert und dann aufgefordert 
sich zu verpissen…

In der Zeit bewegte sich auch der Naziaufmarsch durch die Stadt. Die 
Nazis liefen die selbe Demo-Strecke wie wir, außer einem Abstecher durch 
die Altstadt, entgegengesetzt. Aber dafür, dass die Demos sich nicht 
begegneten, sorgten die in fünf Hundertschaften vor Ort gewesenen 
Polizisten. Die Rechte Route führte sie an der Bürgerkundgebung vorbei 
und dort konnten sie sich sogar frei bewegen.

Es waren irgendwann mehr Nazis auf dieser Kundgebung am Marktplatz als 
Bürger.

Der „rbb“ schreibt fälschlicher Weise: „Neben einer Gegenveranstaltung 
auf dem Marktplatz gab es nach Veranstalterangaben eine Mahnwache sowie 
einen Demonstrationszug durch die Stadt. Organisiert wurden die 
Veranstaltungen von Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) sowie 
Landtagsabgeordneten und Kirchenvertretern.“ Die Verallgemeinerung der 
„Veranstaltungen“ ist völliger Blödsinn. Die Gegenkundgebung der Bürger 
war gegen „jeden „Extremismus – egal ob links oder rechts“ und das die 
Nazis auf dem Marktplatz anscheinend geduldet wurden, weist nur ein 
weiteres Mal darauf hin, dass die Stadtoberen mehr Angst vor 
„linksextremen Steinewerfern“ hat, als sich des Naziproblems in der 
Stadt bewusst zu werden. Weiterhin hat die Antifa ihre Demo selbst 
organisiert und nicht etwa in Absprache mit dem Bürgermeister.

Entgegen der Hoffnungen der Stadtoberen haben uns einige Leute 
zugejubelt und ein paar schlossen sich auch der Demo an.

Wir hatten im Vorfeld versucht, dass „Forum gegen Gewalt, Rassismus und 
Fremdenfeindlichkeit“ anzusprechen. Dieses Forum hatte aber eher Angst 
vor uns und wollte nicht mit uns gemeinsam die Protestform absprechen 
und hielten als Reaktion darauf eine Mahnwache ab. Es gab aber auch auf 
der Mahnwache einige linksradikale Antifaschist_Innen, die ein 
Transparent hielten mit der

Aufschrift: „Extrem gegen Faschismus, Extrem gegen Verbrechen, Extrem 
Vernünftig, Extrem links“. Auf der Mahmwache waren auch Leute der DKP 
und das bürgerlich-antifaschistische Halbe-Bündniss unterstützte diese 
Mahnwache, wollte aber aufgrund der Hetze gegen Antifaschist_Innen nicht 
unter den Aufrufer stehen wie uns die brandenburger MdL Karin Weber von 
der Linkspartei.PDS. Nach ihrer Mahnwache gingen die Leute auf den 
Marktplatz.

Dieser Tag hat gezeigt, dass von den Stadtoberen, den Kirchen und 
Landtagsabgeordneten nicht viel zu erwarten ist. Jahrelang haben sie die 
Nazis ignoriert und toleriert. Es wird ein „Extremismusproblem“ 
konstruiert, dass es in Lübben so nicht gibt. Aber ihr 
„Extremismusproblem“ sind die Nazis und nicht etwa linksradikale 
Antifaschist_Innen. Dies wurde bestätigt, als nach den Demos 
Antifaschist_Innen gejagt wurden. Es ist davon auszugehen, dass es 
nunmehr, nach dem Outing von David Schmidt, welcher heute bei der Jagd 
vorn dabei war, zu vermehrten Übergriffen in Lübben kommt.

Die Sicherheit der Menschen in Lübben ist einzig durch die Faschos der 
Stadt gefährdet!

Es gab aber trotz allen „friedlichen Protestes“ von Seiten des Staates 
Repressionen gegen Antifaschist_Innen. So beschwerten sich einige über 
die zügellosen Gewaltausbrüche der Polizei am Rande des Nazi-Aufmarsches 
und beklagten sich über Prellungen.

Fünf Minuten nachdem die Nazis losgegangen sind, wurden 
Antifaschist_Innen die den Nazi-Aufmarsch begleiteten brutalst 
niedergeknüpelt und einer von ihnen in Gewahrsam genommen und nach 
Königs Wusterhausen verbracht! Die Person ist wieder frei.

Eine andere Anzeige bekam eine Person wegen einem Küchenmesser das sie 
versehentlich vergaß aus dem Rucksack zu packen.



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