(de) Palaetina-Israel, Bil'in, Die regulaere gemeinsame Freitagsdemonstration gegen den Trennungszaun geht weiter

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Wed Sep 28 18:13:09 CEST 2005


Trotz der Erklärung des regionalen IDF (israelische Verteidungsarmee, 
d. Ü.) Befehlshabers vor ein paar Wochen, dass es keine 
gemeinsamen Demonstrationen in Bil'in mehr geben würde, und trotz 
seinen Bemühungen dies zu erzwingen, fand die gestrige - 23.09.05 - 
Demonstration mit großem Erfolg statt.
Es scheint als ob die negative Berichterstattung und die politische 
Unruhe im Zusammenhang mit dem Verbot der Demonstration, und 
die Kämpfe in den 2 Wochen, während das Verbot in Kraft war, die 
sowieso demonstrierten... die höheren Machthaber dazu Zwang, das 
Verbot aufzuheben. (Als Folge wurden die beiden Demonstrationen 
der letzten 2 Freitage nicht nach wenigen Minuten aufgelöst, nach dem 
die Demonstration an der Straßenblockade angekommen war, welche 
das Vorrücken zur Baustelle des Trennungszauns verhinderte - was 
eine "Verbesserung" der Poizeimaßnahmen war.)
Auf die verstärkten Versuche, die Ankunft von Israelis zu den 
gemeinsamen Freitagsdemonstrationen zu verhindern, reagierten wir 
mit Gegenmaßnahmen.

Die offensichtliche war, dass ein paar KameradInnen schon am 
Donnerstag Abend in Bil'in eintrafen. Trotz der Straßensperren auf 
allen Straßen, die nach Bil'in führen, versicherte uns das Umgehen, 
das zumindest ein paar Israelis an der pünktlichen gemeinsamen 
Demonstration teilnehmen werden.
Der andere Schritt war eine Stunde früher nach Bil'in zu reisen. Dieser 
Schritt, der sich als nützlich erwies, ermöglichte es den meisten Leuten 
pünktlich zu kommen, trotz des Umstandes, ein bis zwei Stunden zu 
Fuß zu gehen und über einen Hügel zu steigen um die Straßensperren 
zu umgehen, oder Zeit in Polizeigewahrsam zu verschwenden.

Und in der Tat konnten auch diesen Freitag wieder sogar die wenigen 
mit weißen Haaren von uns bestehen... und die meisten Leute aus Tel 
Aviv kamen sogar früh genug an, um eine Pause vor der 
Demonstration zu haben. Während der Pause hatten Reporter der 
israelischen Print- und Digitalmedien Zeit, um uns über die Rolle der 
Anarchists Against The Wall in den gemeinsamen Bil'in 
Demonstrationen zu interviewen...
Bei der beabsichtigten Zeit - dem Ende des Freitagmittagsgebets in 
der Moschee, fingen etwa 150 von uns (ein Drittel der internationalen 
und zwei Drittel der Palästinenser aus Bil'in und ein paar von 
ausserhalb des Dorfes) den Marsch auf der Straße zur Baustelle an... 
Und wie gewöhnlich, nach dem Singen und Rufen von Slogans 
während des Marschs (and the weekly creative display structure at our 
heads, finde leider keine Übersetzung, d.Ü.), wurden wir am Rand des 
Gebiets gestoppt, wo der Zaun gebaut wird.

Wie gewöhnlich standen die Massen von Soldaten und Grenzpolizisten 
hinter dem Stacheldraht, der über die beiden Straßenseiten gespannt 
war. Wie in einem Ritual zeigte uns der Befehlshaber ein Dokument,
welches das Gebiet als militärische Sperrzone und verwies alle Israelis 
aus dem Gebiet. Er erklärte auch, dass die Zeit für die Demo 
beschränkt sei und er sie auflösen werde, wenn wir nicht folgen.

Während die Zeit voranschritt, endete die Aufregung. Als die zugeteilte 
Zeit zu ende ging, entschieden wir uns, die Staatsgewalt zu umgehen 
und nahmen eine Route zurück zum Dorf durch das Olivengehölz, die 
parallel zur Route des Trennungszauns verläuft.  Da das Land 
zwischen den Bäumen frisch gepflügt war, wurden die Soldaten, die 
parallel zu uns gingen, um sicherzustellen, dass wir nicht die Baustelle 
"besichtigen" würden, müde und konnten nicht mit uns mithalten...
So befanden wir uns vor der unwiederstehlichen Versuchung, in 
Richtung der Bauroute des Trennungszaun auszuscheren.

Zehn der schnellesten von uns - ein Palästinenser, drei internationale 
und sechs Israelis, die sich auch weigerten, schnell zurückzukehren, 
wurden von Grenzpolizisten festgenommen, die mit Autos ankamen.

Andere Leute standen für eine Weile in dem Konfontationsgebiet, in 
dem die gewöhnlichen Steine von jugendlichen geworfen wurden und 
das Tränengas und die Gummigeschosse der Polizei nicht fehlten.
Trotzdem, da der Kampf ausserhalb des Baustellengebiets des Dorfes 
lag und eine niedrige Intensität hatte, wurde niemand verletzt.

Nach mehr als einer Stunde versammelten sich die Israelis, 
internationale und Dorfaktivisten in "Dream House", wo die 
internationalen im Dorf wohnen, und wo wir uns vor und nach den 
Demonstrationen für Gespräche versammeln.

Als das Abschlusstreffen begann, wurden wir zu einer dringende 
Aktionen gerufen.  Nach einer mysteriösen  Explosion in der Region 
der Straßenblockade bei der Demonstration (welche wir schon vor 
einer Stunde verlassen hatten), fing die Staatsgewalt an, Leute , die in 
der Umgebung leben zu befragen und zu bedrängen, und wir wurden 
gerufen um der Staatsgewalt entgegenzutreten.
(Es wurde vermutet, dass die Staatsgewalt rachsüchtig ist und 
versucht, Rache für ihren zertrampelten Ruf als beschützer der Route 
des Zauns zu nehmen.)

Nach einer kurzen verbalen Konfrontation mit der Staatsgewalt, welche 
die Befragungen / Bedrängungen beendeten als wir ankamen, zogen 
sie sich aus dem Dorf zurück und entließen kurz danach die 
israelischen und palästinensichen Gefangenen.
Die internationalen Gefangenen, die sich weigerten sich zu 
identifizieren wurden zur Polizeistation Givat Ze'ev für weitere 
Vorgehensmaßnahmen genommen.

Danach kehrte der israelische Konvoy der Anarchists Against The Wall 
und anderen der Koalition gegen den Zaun müde, aber zufrieden nach 
Israel zurück.

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http://ainfos.ca/05/sep/ainfos00322.html
(en) Palestine-Israel, Bil'in, The regular joint Friday demonstrations
against the separation fence resumed 
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Sat Sep 24 14:46:29 GMT 2005


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