(de) Aachen, Escape into rebellion - Prozessende der Angeklagten spanischen AnarchistInnen

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Sun Aug 7 21:26:52 CEST 2005


Der Prozess wird enden - unsere Solidarität wird es nie 

Letzter Akt in Aachen wahrscheinlich früher als erwartet - 
internationaler Aufruf zu Solidaritätsaktionen und zur 
Präsenz in Aachen zur Urteilsverkündung 
Seit dem 23. Mai 05 stehen unsere Companeros Jose, Bart, 
Gabriel und Begonia in Aachen/Deutschland vor Gericht. 
Vom dem ersten Tag ihrer Verhaftung, dem 28. Juni 04, an, 
ist klar, dass sie mit spezieller Härte behandelt werden 
und das auch so weiter gehen wird: für Monate wurden Jose, 
Bart und Gabriel in fast totaler Isolation 
gefangengehalten, für Monate wurden sie als gefährliche 
Kriminelle dargestellt, für Monate haben Teile der 
sogenannten linksradikalen Bewegung in Schweigen verharrt. 
All dies ist Standard für die Verteidiger der bestehenden 
Ordnung, Normalität, Moralität. 
Am Freitag, dem 05. August 05 wird nun vorraussichtlich 
das Urteil gesprochen, nachdem schon monatelang das 
Spektakel des Gerichtes und der Gerechtigkeit aufgeführt 
wurde. Wir glauben nicht an den Schwindel dieses 
Theaterstücks, das einzig und allein mit dem Ziel 
inszeniert wurde, den Status Quo zu bewahren und 
gleichzeitig eine sehr reelle Repression zu verstecken. 

Die Realität der Isolation: Jose zeigte am zweiten Tag des 
Prozesses auf den Staatsanwalt und schrie: "No más 
tortura. Libertad para tod at s!" Später erklärte er, dass er 
genug gelitten habe und es nicht mehr aushalten könne. 
JedeR von uns konnte klar sehen, dass er sich sehr 
schlecht fühlte, er war blass und komplett abwesend. 

Die Realität der Sicherheit um jeden menschlichen Preis: 
Am 31. März zerreisst Gabriel seine Klamotten und betritt 
das Gericht nur in Unterhose. Aus Protest gegen die 
Bedingungen, die er (genau wie Jose) zu den Monaten 
Isolation im Gefängnis noch zusätzlich ertragen muss: an 
Prozesstagen 2 mal nackt zur Leibesvisitation vor einem 
Dutzend Bullen stehen, Transport mit verschlossenen Augen 
und Ohren von maskierter Spezialpolizei, Hand- und 
Fussketten etc. 

Die Ausblendung der Realität: Knast und Folter ist nichts, 
worüber das Gericht reden will, wo es nur um die 
Verurteilung der "kriminellen Taten" geht. Die Angeklagten 
werden von der Presse laut als Terroristen deklariert, 
doch ihre Geschichte will sich niemand anhören. Zeugen zu 
Isolation in FIES-Knästen, zu Folter in stillen Zimmern, 
zu Toten hinter unüberwindbaren Mauern werden als 
nicht "verfahrensrelevant" abgehakt. Unverständige 
Sachverständige kauen psychologische Wissenschaft wieder 
und sprechen Menschen, die 20 Jahre lang eingesperrt und 
gefoltert wurden, Panikreaktionen gegenüber Polizei und 
Verhaftung ab, weil sie nicht mit gebrochenem Willen auf 
Knien kriechen. 

Die Vorfälle können allerdings nicht ohne die Situation 
der Flucht beurteilt werden, und die Gründe der Flucht 
nicht ohne die Knastvergangenheit und die Sicht auf Armut 
und Unterdrückung.... 
Aber wer hat eine andere Realität von einem demokratischen 
Gericht erwartet? 
Recht und Gericht haben mit Gerechtigkeit nichts zu tun. 
Würden sie ihren eigenen Gesetzen und Regeln folgen, sässe 
jetzt der spanische Folterstaat vor Gericht. Von einem 
System, das unterdrückt und ausbeutet, ist keine 
Gerechtigkeit zu erwarten. 

Jose, Bart und Gabriel haben direkt die Säulen dieser 
Gesellschaft attackiert: Besitz und Gefängnis, Geld und 
Gesetz. Ihr Kampf geht vor Gericht und im Knast weiter. 
Indem sie das Knastsystem, im besonderen FIES in Spanien, 
anprangern, indem sie all jene anprangern, die noch immer 
glauben, eine Bank auszurauben wäre schlimmer als eine zu 
besitzen. 

Deshalb müssen sie bestraft werden. 
Und deshalb stehen wir in Solidarität an ihrer Seite. 

Wir sind nicht hier, um die Werkzeuge des Systems um Gnade 
anzubetteln. 
Unsere Waffe ist unsere Solidarität und unserer 
ungebrochener Wille zu kämpfen. 


Handle jetzt, wo immer du bist! 



STOP ALLER FOLTER!! 
WEG MIT DEN KNASTMAUERN, HER MIT DER FREIHEIT!! 
SOLIDARITÄT UND KAMPF!! 



FreundInnen und UnterstützerInnen, 02. August 2005 
(Dass der Prozess am Freitag enden könnte ist heute erst 
klar geworden. Neues immer im Netz 
www.escapeintorebellion.info) 



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