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(de) FDA/IFA - Gai DÃo #29 - Anarchismus und Judentum Kapitel 3.6 -- aus dem Jiddischen von Marcel Heinrich
Date
Sat, 22 Jun 2013 12:03:33 +0300
Die 1950 erschienene Schrift âAnarkho-syndikaltishe ideyn un bavegungen bay yidnâ von Dr.
Herrman Frank (1980 - 1952), jahrelanger Redakteur bei der angesehenen anarchistischen
Zeitschrift âFraye arbeter shtimeâ, dokumentiert die Geschichte und die Ideologien der
jÃdisch-anarchistischen Arbeiterbewegung. ---- In Paris verÃffentlichte Alexander Shapiro
im Verlag einiger revolutionÃrer Syndikalisten im Jahr 1934 die jiddische Schrift Der
marksistisher tsusamenbrukh. AuÃerdem erschien eine Reihe Ãber den spanischen BÃrgerkrieg,
welche die jÃdischen Anarchisten in Pariser stark beeindruckte und ein Teil von ihnen
gehÃrte zu den ersten Freiwilligen, die ihr Leben fÃr die Befreiung des spanischen Volkes
aufopferten. WÃhrend der meisten Zeit zwischen den beiden Weltkriegen erschien in Paris
die jiddische Zeitschrift Fraye tribune.
Im Jahr 1939 trat an ihre Stelle die Zeitschrift Fraye yidishe tribune, von der aller-
dings nur eine Ausgabe erschien. Ihr Redakteur war A. Bzshezshin-
ski, der im Jahr 1941 starb.
Der Holocaust der 40er Jahre schwÃchte die Pariser Gruppe. Ãber 30
ihrer aktivsten Mitglieder wurden in die Todeslager der Nazis ver-
schickt und nur wenige von ihnen Ãberlebten und kamen nach Paris
zurÃck. Im Jahr 1949 lebte der ehemalige Redakteur der Fraye arbeter
shtime Josef Kahan Ãber einen lÃngeren Zeitraum hinweg in Paris
und belebte mit seiner Anwesenheit die Pariser Gruppe.
In der heutigen Zeit, 1950, sind die freiheitlichen jÃdischen Sozi-
alisten auf verschiedenen Gebieten tÃtig. Eine Gruppe AnhÃnger
Rudolf Rockers schloà sich dem Pariser Arbeter ring an. Mit Hilfe
amerikanischer Kreise und Freunde grÃndeten sie eine Schneiderei-
Kooperative, die bereits seit mehreren Jahren tÃtig ist. Seit dem Juli
1949 erscheint in Paris eine monatliche Zeitschrift in Jiddisch, Der
fraye gedank, eine Zeitschrift des freiheitlichen Sozialismus, die dem
Kampf fÃr die Freiheit auf allen Gebieten des Lebens und Denkens
gewidmet ist. Seit 1950 existiert eine Gruppe mit dem Namen Fraye
arbeter shtime, im Geiste der New Yorker Fraye arbeter shtime, die auf
breiter Ebene freiheitliche Propaganda unter der jÃdischen BevÃlke-
rung zu verbreitet.
In Polen, wie schon an anderer Steller erwÃhnt worden ist, kam die
anarchistische Bewegung noch vor dem ersten Weltkrieg auf. Au-
Ãer dem Kampf gegen die zaristische Macht strebte die Bewegung zu
Beginn des 20. Jahrhunderts, wie die Arbeiterbewegung Ãberhaupt,
nach dem Aufbau von Gewerkschaften (Syndikaten).
Die Entstehung eines neuen unabhÃngigen Polen im Jahr 1919 ver-
besserte die rechtliche Lage der anarchistischen Bewegung kaum.
FÃr die neuen Herrscher war die anarchistische Bewegung genauso
verboten und gefÃhrlich, wie fÃr die alte. Die Bewegung wurde in
den Untergrund vertrieben. FÃr ihre TÃtigkeit landeten viele ihrer
Mitglieder fÃr lange Zeit hinter Gittern. Das passierte in Krakau,
Lodz und anderen StÃdten. In Warschau gab es Massenverhaftun-
gen. Doch ungeachtet der Polizeirepressionen entwickelte sich die
Bewegung gut und wuchs stetig an. Es bildeten sich grÃÃere Kreise
und Gruppen. Der GroÃteil jÃdischer Jugendlicher und Erwachsener
fand sich in Warschau, Lodz, PrzemyÅl, Krakau, Tarnov, Lemberg und
Lublin zusammen. Es kamen Gruppen in StÃdten auf, in denen es
traditionell solche Bewegungen nicht gab. 80% der anarchistischen
AnhÃngerschaft waren Juden. Aber in Warschau, wie auch im schle-
sischen Kohle Gebiet waren auch rein polnische anarchistische und
anarchosyndikalistische Gruppen aktiv.
Die Propaganda wurde auf polnisch und jiddisch gefÃhrt. Die AFP
(Polnische Anarchistische FÃderation) gab das mehrsprachige Jour-
nal âWolka Klasâ (Klassenkampf) heraus und verbreitete es Ãber das
Land. Es erscheinen BÃcher und BroschÃren Ãber Anarchismus, sozi-
ale Fragen und Werke von berÃhmten anarchistischen Theoretikern
in beiden Sprachen auf legalem und illegalem Weg.
AuÃer der AufklÃrungsarbeit legten die jÃdischen Anarchisten gro-
Ãer Wert darauf, den anarchosyndikalistischen Geist in die Gewerk-
schaften zu tragen. Sie nahmen am Aufbau und dem Wuchs der Syn-
dikate regen Anteil, besonders in der Kleidungsindustrie, im textil-,
holz- und metallverarbeitenden Gewerbe, in Schustereien, bei der
Sandalenproduktion, bei Friseuren und anderen. In der Warschauer
Mittelschule fÃhrten Lehrer einen fruchtbaren Kampf, bei dem ein
Teil der SchÃlerinnen und SchÃler in die Bewegung hineingezogen
wurde. Aber von dem turbulenten jÃdischen gesellschaftlichen Leben
war der jÃdische Sektor der anarchistischen Bewegung abgetrennt.
Eine Gruppe ethisch-jÃdischer Anarcho-Individualisten wanderte
in den Jahren 1924 bis 1926 nach Palestina aus, um dort Propa-
ganda fÃr das anarchistische Ideal zu betreiben. Sie planten eine
Kolonie âGenesisâ zu grÃnden (siehe den Artikel von Menashem
Anger. Farzukh tsu predikn anarkhizm in hebreish. Fraye arbeter
shtime, 13. Juni 1930).
Der Ausbruch des Krieges (1939) unterbrach die TÃtigkeiten in
Polen nicht. Unter dem Regime der Nazis arbeitete eine interna-
tionalistische Gruppe. Sie half den jÃdischen BrÃdern im Ghetto
und ein polnischer Genosse wurde am Tor des Ghettos erschossen
als er versuchte HilfsgÃter in das Ghetto zu schmuggeln. In der
Schlacht gegen die Nazi-Deutschen beim Aufstand im Warschauer
Ghetto kÃmpften nicht wenige jÃdische Anarchosyndikalisten und
Anarchisten mit dem Gewehr in der Hand.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Herbst 1939 wur-
den mit einem groÃen Strom flÃchtende und heimatloser Juden
auch die Anarchisten in die von der sowjetischen Armee besetzten
Gebiete vertrieben. Sie teilten spÃter das gleiche Schicksal wie die
anderen hunderttausende entronnenen polnischen Juden, die alle
nach Sibirien oder andere weit abgelegenen, wÃsten Gebieten des
sowjetischen Reiches verschickt wurden, wo die meisten von ih-
nen vor Hunger und ErschÃpfung starben.
Es blieb auch kaum jemand der Genossen und Genossinnen oder
der jÃdischen Gemeinschaft leben, die unter das Ausrottungs-Re-
gime der Deutschen fielen. Nur Einzelne Ãberlebten. Und sie, wie
auch jene, die aus Russland nach Polen zurÃckgekehrt sind, finden
sich heute in Polen.
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Der monatliche RÃckblick des Anrchistischen Radios Berlin auf
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â AufstÃndische Hafenarbeiter*innen: Streik in Chiles HÃfen erfolgreich
â Ausgeschert: Landbesetzungen in Frankreich
â Austreten leicht gemacht: Anarchistische Gruppe NeukÃlln erÃffnet Kirchenausgang
â Auferstandener Jesus Christus: Idole und neue GÃtter in SÃdamerika
â Wo herrscht Anarchie
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