(de) Anarchistische Gruppe Nürnberg: 02.11.2019 || 12:00 Uhr - 15:00 Uhr // Königstraße, || Antifeministischen deutschen Genderkongress platt machen!

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Fr Okt 25 07:47:46 CEST 2019


Achtet auf Ankündigungen! Seid kreativ! Widerstand ist vielfältig! ---- Antifeminismus für 
Chancengleichheit? ---- Zum "Deutschen Genderkongress". ---- "Unter Gender wurde bisher 
nur Frauenpolitik verstanden. Jedoch erleiden heute primär Männer, Väter und Jungen 
massive Benachteiligungen in Deutschland."¹ Diese dort im Folgenden nicht näher begründete 
Behauptung findet sich auf der Website des sogenannten "Deutschen Genderkongresses", der 
vom 1.-3. November 2019 bereits zum dritten Mal in Nürnberg stattfindet. Dieser Kongress 
hat es sich nach eigener Aussage zur Aufgabe gemacht, "Geschlechterpolitik[...]in einem 
ganzheitlichen Sinne[zu interpretieren]"²: Nicht nur um die Diskriminierung von Frauen 
soll es nach Meinung der Veranstalter gehen, sondern um alle Geschlechter. Das klingt gut. 
Die Behauptung der Veranstalter, für "Chancengleichheit für Männer und Frauen in allen 
Lebensbereichen"² zu stehen, klingt nobel und ganz und gar nicht nach frauenhassenden 
Rechten und homo- und transsexuellenfeindlichen Konservativen. Um eben so ein Milieu 
handelt es sich aber beim sogenannten Genderkongress.
Die Veranstalter und die Verbände und Initiativen, auf deren Arbeit der Kongress nach 
deren Aussage³ inhaltlich basiert, sind zum größten Teil der sogenannten 
"Männerrechtsbewegung" zuzuordnen und stehen teilweise (extrem) rechten sowie 
christlich-fundamentalischischen Kreisen nahe. So ist es auch nicht erstaunlich, dass sich 
unter den angekündigten Referenten auch Autoren finden, die beispielsweise in rechten 
Verlagen wie dem Manuscriptum Verlag (u.a. Jürgen Elsässer, Björn Höcke und Alexander 
Gauland) publizierten, und unter den auf der Kongress-Website aufgeführten Verbänden und 
Initiativen auch die sogenannte "Demo für Alle", die sich u.a. dem Kampf gegen eine 
angebliche "Indoktrination der Kinder[...], z.B. durch Infragestellung der natürlichen 
Geschlechter und Familienbilder"4 verschrieben hat - also dem Krieg gegen alles, was 
Kindern zu vermitteln versucht, dass es z.B. auch Menschen gibt, die nicht-heterosexuell 
begehren.
In der wahnhaften Weltsicht dieser Menschen haben liberale feministische Errungenschaften 
der vergangenen Jahrzehnte dazu geführt, dass es heute vorrangig Männer und Jungen sind, 
die "massive Benachteiligungen" erfahren - die Medien und Politik aber überwiegend 
(absichtsvoll, wie es scheinen muss) ignorieren¹ . So ist auf der Website des Kongresses 
beispielsweise von einer sehr viel höheren Selbstmordrate unter Männern, schweren 
Arbeitsunfällen, von denen hauptsächlich Männer betroffen sind, und von zu 90% männlichen 
Obdachlosen die Rede¹ . Und tatsächlich stimmt zum Teil auch, was da steht: Männer begehen 
öfter Suizid als Frauen, sind öfter von schweren Arbeitsunfällen betroffen und es sind 
ebenso hauptsächlich Männer, die obdachlos sind. Für die Männerrechtsbewegten sind diese 
Tatsachen aber nicht auf eine patriarchale Zweigeschlechtlichkeit zurückzuführen, die 
Frauen nicht als Subjekte anerkennen mag und ihnen daher eine gesellschaftlich passive 
Rolle zuweist, während von Männern erwartet wird, "Versorger" und "Beschützer" zu sein und 
dabei nur keine Schwäche zu zeigen. Vielmehr wittern sie hinter all den Zurichtungen, 
denen Männer ohne Frage ausgesetzt sind, eine Art feministische Verschwörung gegen den 
Mann. Sie fantasieren sich ein ihn unterdrückendes "Feminat" herbei, weil für sie 
Emanzipationsbestrebungen von Frauen, Homo- und Transsexuellen ein Verbrechen sind und 
Unterdrückung bedeuten. Diese Zumutung können und wollen sie nicht aushalten und sehnen 
sich deshalb eine Welt herbei, wie sie früher (vermeintlich) einmal war: mit Frauen hinter 
dem Herd und Männern als alleinigen Versorgern der Familie, ohne nervige 
Nestbeschmutzerinnen und aufbegehrende Schwule, Lesben und Transleute. Die eigene Frauen-, 
Homo- und Transsexuellenfeindlichkeit sowie das paranoid-verschwörungstheoretische 
Weltbild sollen dann kaschiert werden, indem man sich selbst (d.h. die vermeintlich 
unterdrückten Männer und Jungen) als Opfer inszeniert.
Die Veranstalter des Genderkongresses behaupten, ein Leben frei von Diskriminierung zu 
wollen. Letztendlich steckt hinter all den noblen Bekenntnissen zur "Chancengleichheit" 
der Geschlechter aber nur eins: eine durch und durch antiemanzipatorische und 
frauenfeindliche Veranstaltung, die von allen, denen tatsächlich etwas an einem Ende 
patriarchaler Zumutungen liegt, als solche erkannt und aufs Schärfste kritisiert werden muss.

¹ https://www.genderkongress.org/ziel/
² https://www.genderkongress.org/
³ https://www.genderkongress.org/verbände/
4 https://demofueralle.blog/eine-seite/wer-wir-sind/

https://aufdersuche.blackblogs.org/2019/10/21/02-11-2019-1200-uhr-antifeministischen-deutschen-genderkongress-platt-machen/


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