(de) libertäre gruppe karlsruhe: KAF: SOLIDARITÄT MIT DEN MENSCHEN IN ROJAVA

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Di Okt 22 08:18:21 CEST 2019


Das Kurdischsprachige Anarchistische Forum (KAF) hat einen Aufruf zur "Solidarität mit den 
Menschen in Rojava - Gegen den türkischen Staat und die US-Alliierten" veröffentlicht, den 
wir in deutscher Übersetzung weiterleiten: ---- Es besteht kein Zweifel daran, dass sich 
die Geschichte wiederholt, wenn man die historischen Erfahrungen ignoriert und was derzeit 
in Rojava stattfindet, belegt diese Aussage. Im irakischen Südkurdistan (Basur) hatte die 
kurdisch-nationalistische Bewegung von 1961 bis 1975 einen Krieg für die Unabhängigkeit 
der Kurd*innen gegen die Regierung des Irak geführt und dabei Hilfe und Unterstützung von 
den USA Staaten und deren Verbündeten bekommen. ---- Diese Bewegung brach innerhalb von 24 
Stunden zusammen als am 06.03.1975 die Unterstützung durch Mohammad Reza Pahlavi beendet 
wurde, dem damaligen Staatschef des Iran. Dieser Zusammenbruch wurde verursacht durch das 
Abkommen[von Algier]zwischen den Regimes in Irak[Hussein]und Iran[Shah]. Die kurdische 
Bewegung im Nordirak stand mit ihrer bitteren Erfahrung mit den USA während ihres Kampfes 
nicht alleine da. Tatsächlich ist es so, dass auch andere Bewegungen, die von den USA 
unterstützt wurden, das gleiche Schicksal teilen mussten.

Nach all diesen Erfahrungen in der Region war dann 2015 eine weitere politische Partei, 
die "Partei der Demokratischen Union" (PYD), in die
US-Falle getreten. Die[dem kurdischen Anführer Öcalan folgende]PYD wurde der 
Hauptverbündete der Vereinigten Staaten im Kampf gegen die
Terrorgruppe ISIS["Islamischer Staat"]. Dabei wurden tausende Männer und Frauen ihres 
militärischen Arms "Demokratische Kräfte Syriens" (SDF) geopfert, die zu den besten 
Kämpfer*innen der Welt gehören und denen sich auch viele Ausländer*innen angeschlossen 
hatten. Von Anfang an stand für uns fest, dass nach[der Befreiung von]Kobane jede 
Kampfhandlung außerhalb von Selbstverteidigung nicht den kurdischen Interessen in 
Rojava[syrisches Westkurdistan]dient, sondern den Interessen der USA und Europas.

Die PYD in ihrer Allianz mit den Vereinigten Staaten war für die Nachbarstaaten Türkei und 
Syrien ein weiterer Störfaktor und Auslöser
von Aggressionen. Das zeigte zum Beispiel der Einmarsch der Türkei in[die 
nordwest-syrische Provinz]Afrin im Januar 2018 - und jetzt in Rojava.
Nun ist es höchst offensichtlich, dass die USA die kurdische Bewegung im Irak ebenso für 
ihre politischen, wirtschaftlichen und militärischen
Interessen benutzt haben, wie auch in Rojava. Mit anderen Worten: So, wie die USA die 
Kurd*innen 1975 im Irak im Stich gelassen hatten, indem
sie einen Pakt zwischen Irak und Iran auf deren Kosten zugelassen haben, so handeln die 
Vereinigten Staaten nun erneut in Rojava. Der einzige
Unterschied ist nur, dass es diesmal schlimmer als 1975 werden könnte, denn alle wissen, 
mit welcher Brutalität der[türkische]Einmarsch
zahlreiche Tote und Zerstörung verursachen wird.


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