(de) FAU, direkte aktion: BÜNDNIS GEGEN PFLEGENOTSTAND JENA UNTERSTÜTZT ARBEITSKÄMPFE UM UNIKLINIK

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Mo Okt 7 07:02:33 CEST 2019


In den letzten Jahren sind in mehreren Städten Solidaritätsbündnisse zur Unterstützung 
gewerkschaftlicher Kämpfe entstanden wie z.B. das Amazon-Solistreikbündnis in Leipzig oder 
zahlreiche Pflegebündnisse. Diese stellen eine sinnvolle Erweiterung gewerkschaftlicher 
Strategien dar. ---- Betrieb & Gesellschaft Von: Konstantin Behrends - 2. Oktober 2019 
---- In Jena hat das Bündnis gegen Pflegenotstand mit Unterstützung der FAU Jena in den 
letzten Monaten von sich reden gemacht. Das Bündnis gegen Pflegenotstand Jena ist vor dem 
Hintergrund gewerkschaftlicher Kämpfe von Pflegekräften um mehr Personal am Uniklinikum 
Jena entstanden. Dort setzt sich das Personal mehrerer Stationen seit 2018 mit 
Unterstützung der Gewerkschaft ver.di für einen besseren Pflegeschlüssel und mehr 
Pflegepersonal ein.

Nach einem ersten offenen Brief Ende 2018, in dem über 150 Menschen aus Jena die 
Klinikleitung zur Erfüllung der Forderungen der Pflegekräfte aufforderten, gründete sich 
im Januar 2019 das Bündnis. Seitdem hat es die Warnstreiks unterstützt, die am Klinikum im 
Rahmen der Verhandlung um den Tarifvertrag der Länder (TV-L) geführt wurden, für einen 
zweiten offenen Brief über 300 Unterschriften gesammelt und zum Frauenkampftag am 8. März 
eine erste Kundgebung vor dem Klinikum organisiert. Bei all dem konnte das Bündnis dank 
guter Pressearbeit mehrere Artikel in der Lokalpresse platzieren. Das Bündnis setzt sich 
aus Pflegekräften, Medizin-Studierenden, Patient*innen und Unterstützer*innen zusammen, 
ist unabhängig von Staat und Parteien und offen für die Kooperation mit allen 
Gewerkschaften. Es hat sich zum einen zum Ziel gesetzt die Basis der Arbeiter*innen und 
zum anderen die Interessen der Patient*innen nach einer guten Versorgung zu vertreten. So 
heißt es im ersten offenen Brief:

"Wir unterstützen die Forderung nach mehr Personal, da auch wir direkt oder indirekt vom 
Pflegenotstand betroffen sind. Im UKJ bekommen wir unsere Kinder, lassen wir uns 
operieren, besuchen wir mit Sorge unsere Eltern während Krebsbehandlungen und unsere 
Großeltern nach Schlaganfällen, warten wir stundenlang mit unserem Freund in der 
Notfallaufnahme."

Angesichts eingeschränkter Arbeitermacht in den Betrieben der Gesundheitsindustrie, wo 
Streiks zum Wohle der Patient*innen reguliert werden müssen und niedriger 
Organisationsgrade der DGB-Gewerkschaften können Pflegebündnisse eine sinnvolle Ergänzung 
herkömmlicher Gewerkschaftsstrategien darstellen. Sie organisieren nämlich die 
Patient*innen und schaffen so zusätzlichen Druck von außen. Gleichzeitig mobilisieren sie 
durch unbürokratische Verfahren und direkte Beteiligungsmöglichkeiten das Potenzial an der 
Basis, wie das Bündnis gegen Pflegenotstand Mansfeld-Südharz vormacht, wo sich eben auch 
Gewerkschafter*innen und Pflegekräfte organisieren.

Das Bündnis gegen Pflegenotstand Jena ist unter Pflegenotstand-jena at gmx.de zu erreichen.

Auf jena.fau.org/pflegebuendnis werden dessen Beiträge dokumentiert.

Beitragsbild: Kundgebung des Bündnis gegen Pflegenotstand vorm Uniklinikum Jena. 08. März 
2019.

https://direkteaktion.org/buendnis-gegen-pflegenotstand-jena-unterstuetzt-arbeitskaempfe-um-uniklinik/


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