(de) bielefeld fau: [Offener Brief von ALIBI]KLASSENKAMPF STATT STANDORTLOGIK - SUPPORT HIRO STRIKE

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Di Mai 21 08:49:19 CEST 2019


Gerne dokumentieren wir folgend den offenen Brief der ANTINATIONALEN LINKE BIELEFELD: ---- 
Solidarisiert euch mit den Beschäftigten bei Hiro, die auf besonders ekelhafte Art und 
Weise von ihrem Chef Constatin Hein ausgebeutet werden. Hier nun unser Offener Brief an 
die Beschäftigten bei Hiro: ---- Liebe Streikende von Hiro Lift, ---- wir freuen uns sehr, 
dass ihr euch mit 95 Prozent für einen unbefristeten Streik entschieden habt und dadurch 
euren Forderungen nach einer Lohnerhöhung konsequent Nachdruck verleiht. Und das trotz den 
Drohungen eures Chefs Constantin Hein, Entlassungen und einen Standort-Wechsel 
durchzuführen. Das eine solche Situation zu Existenzängsten führt ist vollkommen 
verständlich. Da wir als Arbeitnehmer_innen vom gezahlten Lohn abhängig sind, ist die 
Arbeitslosigkeit eine permanente existentielle Bedrohung. Arbeitslosigkeit ist in dieser 
Gesellschaft noch schlimmer als unter dem Tariflohn bezahlt zu werden. Unsere ökonomische 
Abhängigkeit vom Erfolg der Unternehmen darf sich aber unter keinen Umständen auf unsere 
Arbeitskämpfe übertragen. Wenn euer Chef oder Poltiker_innen den Erfolg von Unternehmen 
und Standort zum Gemeinschaftsprojekt erklären und behaupten, dass wir alle "in einem Boot 
sitzen", ist das absoluter Quatsch!

Denn der Erfolg der Unternehmen für die wir arbeiten und der deutschen Wirtschaft im 
Allgemeinen geht immer auf unsere Kosten. Uns wird erzählt, wir müssten den Gürtel enger 
schnallen. Wir dürften die Lohnforderungen nicht zu hoch ansetzen. Und wir müssten uns mit 
Leiharbeit oder unbezahlten Überstunden abfinden. Und das alles damit der Standort der 
Unternehmen für die wir arbeiten nicht gefährdet wird und unser Chef in Zukunft nicht im 
Ausland produzieren lässt. Wir sehen: der Erfolg der Unternehmen und Deutschlands ist 
unser Nachteil. Deswegen dürfen wir nicht auf die alte Leier von Standortlogik 
hereinfallen und falsche Fronten aufmachen. Wenn Constantin Hein davon redet Arbeitsplätze 
ins Ausland zu verlagern und den Produktionsstandort in Deutschland zu schließen, schlägt 
er genau in diese Kerbe. Er versucht euch gegen Lohnabhängige anderer Staaten dieser Welt 
auszuspielen. Doch dieses böse Spiel dürft ihr nicht mitspielen! Denn die 
marktwirtschaftliche Konkurrenz im Weltmaßstab ist kein Grund, sich mit eurem Chef zu 
verbrüdern! Arbeiter_innen auf der ganzen Welt werden mit dem Verweis auf den Standort 
ausgebeutet, doch die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Nationen, sondern zwischen oben 
und unten. Die einen haben Geld, Fabriken und Maschinen, die anderen nichts als ihre 
nackte Arbeitskraft. Ein gemeinsames Interesse von den Beschäftigten und den Chefs der 
Unternehmen ist nichts als ein trügerischer Schein.

Wir dürfen uns daher nicht in Beschäftigte unterschiedlicher Standorte spalten lassen, 
sondern erkennen, dass es eines gemeinsamen Kampfes bedarf. Was wir als Arbeitnehmer_innen 
hier erkämpfen, kann nicht gegen Beschäftigte anderer Standorte ausgespielt werden und 
umgekehrt! Wenn sich Lohnabhängige überall auf der Welt solidarisch organisieren und hohe 
Löhne erstreiten, kann die Standortlogik und die damit einhergehende Drohung des Chefs ins 
Ausland abzuwandern nicht mehr greifen.

In diesem Sinne:
Kämpfen Hiro!
Wir stehen solidarisch an eurer Seite!

Mehr Infos zum Streik bei Hiro-Lift:

http://www.labournet.de/branchen/fahrzeug/kampf-um-anerkennung-der-tarifvertraege-der-metall-und-elektroindustrie-nrw-bei-hiro-lift-bielefeld/


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