(de) evibes: Whisk(e)ytasting - Prohibition? Prochoice!

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Di Mai 7 06:01:35 CEST 2019


Staatliche Verbote als Mittel der Bekämpfung von vermeintlichen oder echten 
gesellschaftlichen Problemen haben eine lange Tradition. Der Begriff des Verbotes, also 
der Prohibition, wird dabei vor allem mit der Alkoholprohibition in den Vereinigten 
Staaten der 1920er und 30er Jahre in Verbindung gebracht. Vor 100 Jahren setzte die 
Abstinenzler_Innenbewegungden 18. Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von 
Amerika durch. Gefördert u.A. von den Kirchen wurde die Herstellung, der Verkauf und 
Transport berauschender Flüssigkeiten untersagt. Moralisch aufgeladen galt Alkoholkonsum 
als Ausdruck mangelnder Tugendhaftigkeit, der dem Körper schade. Es verbargen sich hinter 
dieser scheinbar "lustfeindlichen" Disziplinierung vor allem politische Imparative: die 
Produktivitätsschwächung durch alkoholisierte Arbeiter_innen sollte verhindert und im 
Namen der Rein- und Klarheit der Zugriff auf bürgerliche Körper legitimiert werden. Die 
tatsächlichen Auswirkungen der Alkoholprohibition sind dagegen hinlänglich bekannt: im 
Untergrund lässt sich viel Geld verdienen, der Schutz von Kosument_innen leidet. Gebechert 
wurde, was buchstäblich ins Glas kam. Clarence Darrow, ein damaliger Strafverteidiger der 
USA meinte
"[Die Prohibition]hat für viele Leute Bier durch Whiskey ersetzt, was ich für einen 
schlechten Tausch halte. Sie hat Leute veranlasst, Gin und Whiskey zu trinken, wo sie doch 
früher Wein gewählt hätten."
Wenn es um Abtreibung geht, müssen immer noch hunderttausend ungewollt Schwangere zum 
symbolischen Whiskey greifen. Auch sie müssen die Möglichkeiten des Schwarzmarktes nutzen, 
auch ihr Schutz ist nicht gewährleistet. Neben der justiziellen, kulturellen und sozialen 
Kriminalisierung steht dabei ihre körperliche Unversehrtheit auf dem Spiel: entweder durch 
fehlende Hygienestandards und stümperhaften Pfusch, oder durch das Nutzen diverser 
Gegenstände, um eine Abtreibung selbstständig durchzuführen. Kleiderbügel z.B. Eingeführt 
wird, was buchstäblich helfen kann.
Durch die Regulierung und fehlende Wahl- und Informationsfreiheit bei 
Schwangerschaftsabbrüchen sind ungewollt Schwangere dazu gezungen, illegale Wege zu gehen, 
um ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung durchzusetzen. Parallelen zur Prohibition 
sind naheliegend.
Freizeitvergnügen und das fundamentale Recht auf reproduktive und sexuelle 
Selbstbestimmung passen nicht zusammen?
Getrunken wird ob legal oder illegal, abgetrieben auch.
Während ihr die geschmackliche Vielfalt von 5 interessanten Whiskeys aus aller Welt 
probiert, berichten wir über die verschiedenen Strategien der (Il-)Legalisierung von 
Abtreibungen in den jeweiligen Produktionsländern. Denn auch hier verstecken sich 
politische Imperative, die wir gemeinsam aufzulösen suchen.

Wann: 12. Mai 2019 18 Uhr
Wo:Heartbreak
Spendenempfehlung: 5-10 Euro
Für unsere Vorbereitung bitten wir um eine formlose Anmeldung unter e_vibes at riseup.net
(Für Essen ist während der Veranstaltung nicht gesorgt)

https://evibes.org/2019/05/01/whiskeytasting-prohibition-prochoice/


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