(de) ag-freiburg: Heimat - Eine Besichtigung des Grauens -- Ein Anti-Heimatabend von und mit Thomas Ebermann und Thorsten Mense.

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So Mai 5 10:23:09 CEST 2019


12. Mai // Einlass: 18:30, Beginn 19:00 // MensaBar (Rempartstraße 18) ---- Mit ihr wird 
für Zahnpasta und Banken geworben, der Trachtenhandel erzielt Umsatzrekorde und das 
provinzielle Kostüm enthemmt seine Träger/innen. Ein»Volks-Rock´n´Roller«füllt große 
Arenen mit jungem Publikum, die Bild-Zeitung ehrt sie mit einer kostenlosen Sonderausgabe, 
die Qualitätsmedien mit Features und Debatten-Serien. Zeitschriften, die das richtige 
Anlegen von Rosenbeeten lehren, sind der Renner auf dem Medienmarkt. ---- Grüne 
plakatieren ihr zur Ehre, Sozialdemokraten melden ältere Besitzansprüche an, und beneiden 
die Christdemokraten um die Idee mit dem Ministerium. Nazis verkünden, die Liebe zur ihr 
sei kein Verbrechen, und wer sie nicht liebe, sei aus ihr zu entfernen. Linke kontern 
knallhart: ihre Liebe zu Region und Gebietskörperschaft sei noch viel tiefer, echter und 
unverbrüchlicher.

Die staatlichen Programme zur Förderung solcher Gefühle sind satt budgetiert, und je 
trostloser das Kaff, desto hymnischer hat der Song zu sein, der seinen Liebreiz besingt. 
Der deutsche Pop folgt diesem Credo,unsubventioniert und in Privatinitiative. Hauptsache 
es wird gefühlt. Und das heißt immer: Allem zersetzenden Denken und kritischer Reflexion 
wird die Stirn geboten.

So fühlt man sich schonmal wie ein Baum, also tief verwurzelt und unumtopfbar, weil sonst 
Psyche und Identität Schaden erlitten. Manche schnuppern auch an Bratwürsten und 
behaupten, dann spürten sie Heimat. Vor allem rein und unbefleckt soll sie sein, von ihren 
Männern beschützt und verteidigt.

Im Namen von Idyll, Harmonie, Tradition, Brauchtum, Familie und weiterer Höllen wird gegen 
die Fremden und das Fremde zu Felde gezogen. Was man bereits ohne Meinungsforschung 
erkennen konnte, wurde mittlerweile auch empirisch belegt: Je mehr Heimatliebe, desto 
ausgeprägter die rassistische Gesinnung.

Unbeeindruckt davon, stets dem Konstruktiven verpflichtet, bastelt die Zivilgesellschaft 
an ,alternativen‘ Heimatbegriffen. Und wo noch ein Restwissen oder eine Ahnung vorhanden 
ist, über die Geschichte dieses rechten Kampf-begriffs, der oft nur ein anderes Wort für 
,Blut und Boden‘ war, zitiert man das letzte Wort aus»Prinzip Hoffnung«des marxistischen 
Philosophen Ernst Bloch:»Heimat«- und verschafft sich so gutes Gewissen.

Das und vieles mehr - das Absurde und das Gefährliche - wird an diesem Abend auf Bühne und 
Leinwand besichtigt und vorgeführt, nachgespielt und kommentiert, analysiert und in die 
Tonne getreten. Stets parteiisch auf der Seite der historischen und zukünftigen Opfer der 
Heimat.

FRANK SPILKER (Die Sterne) trägt eine brauchtumsfremde Komposition bei - sein Song möge 
Heimatfeinde in Bewegung und Heimatfreunde zum Erstarren bringen.

Wer das für Nestbeschmutzung hält, versteht uns richtig.

Ein Anti-Heimatabend von und mit: Thomas Ebermann und Thorsten Mense
Künstlerische Mitarbeit: Florian Thamer und Peter Bremme

Eine Veranstaltung des Referat gegen Faschismus des StuRa der Uni Freiburg, der 
anarchistischen Gruppe Freiburg und der Initiative Sozialistisches Forum Freiburg.

https://www.ag-freiburg.org/termin/heimat-eine-besichtigung-des-grauens


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