(de) Germany, af rhein-ruhr: Fr. 28. Juni: Schwarzer Tresen -- B. T. 50 – ¡Viva el muerto! – Zum 50. Todestag von B. Traven

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Mo Jun 3 06:49:03 CEST 2019


Wäre es nach der marodierenden Soldateska 1919 gegangen, wäre er seit 100 Jahren mausetot. 
B. Traven starb aber gemeinerweise erst vor 50 Jahren, am 26. März 1969 in Mexico City. 
---- Der weltberühmte wie mysteriöse Autor des Totenschiffs und von Buch und Film Der 
Schatz der Sierra Madre sowie vieler weiterer Storys war nämlich ein entronnener 
prominenter Münchener Räterevolutionär namens Ret Marut – Volksbeauftragter für das 
Pressewesen und Macher der rotzfrechen anarchistischen Zeitschrift Der Ziegelbrenner 
(1917–1921). ---- In seinem Vorrevoluzzer-Leben war Ret Marut allerdings Schauspieler wie 
seine Lebensgefährtinnen Elfriede Zielke und Irene Mermet. Letztere lernte er am 
Düsseldorfer Schauspielhaus kennen, nachdem er den Osten bis Danzig bespielt hatte. Glaubt 
man dem Bochumer Traven-Forscher Jan-Christoph Hauschild, war Marut zuvor der 
Metallarbeiter Otto Feige, der u. a. nahe Schalke wohnte und als Gewerkschaftssekretär 
schon Theaterstücke mit Laien inszenierte. Aber wurde Feige wirklich zu Marut? Es könnte 
stimmen, aber es gibt auch Unstimmigkeiten. In jedem Fall schrieb Marut schon vor München 
mittelmäßige Kurzgeschichten und sogar zwei lange unbekannte Romane. Er hatte durchaus 
etwas literarischen Erfolg, war aber zunächst drittklassig. Star-Autor wurde er erst als 
B. Traven ab 1925 in der Büchergilde Gutenberg mit den Baumwollpflückern und dem Totenschiff.

Der Mexikanischen Revolution von 1910 bis 1920 setzte B. T. ein einmaliges literarisches 
Denkmal mit seinem Caoba-Zyklus. Diese vorbolschewistische soziale Revolution war 
wesentlich die der sog. Indios und sozialistisch-emanzipativ auf ihre Weise. Emiliano 
Zapata und Pancho Villa waren ihre bekanntesten Helden und ihr Kampfruf hieß: „¡Tierra y 
Libertad!“ – Land und Freiheit! Heute kämpfen Zapatistas, Magonistas und viele andere 
nicht nur in Mexiko für die andere mögliche Welt, die in Travens Büchern schon aufscheint.

Ralf G. Landmesser (Vorsitzender der Internationalen B.-Traven-Gesellschaft) stellt das 
sehr lebendige Werk B. Travens zu dessen Todestag im B.-Traven-Jahr 2019 vor. Danach 
FiestA spontana.

27. Juni 2019	Lesung von Ralf G. Landmesser	Dortmund, Langer August	19:00 Uhr
28. Juni 2019	Vortrag von Ralf G. Landmesser	Witten, Trotz Allem	19:00 Uhr
B. Travens spannende Bücher sind heute (leider…) so aktuell wie vor bald 100 Jahren: sie 
sind Stimme für die Ausgebeuteten, Versklavten, von Rassismus und Unterdrückung 
Betroffenen, der Heimatlosen ohne Papiere, der Freidenker, Antiklerikalen und die der 
Indigenen. Will sich daher offiziell kaum jemand an sein Werk erinnern? München hat B. T.. 
jedenfalls so gut wie verdrängt. Dabei war er der bekannteste der revolutionären Literaten 
von 1918/19.

B. Travens Asche wurde nach seinem Willen über Chiapas verstreut, aber sein libertärer 
Geist und die Rebellion leben nicht nur in seinen Romanen und Erzählungen weiter.

Golo: B. Traven – Porträt eines berühmten Unbekannten, Graphic Novel
Torsten Seifert: Wer ist B. Traven? Roman (Blogbuster 2017)
Simone Barrientos und Karsten Krampitz (Hrsg.): Der Feuerstuhl – Werk und Wirkung des 
Schriftstellers B. Traven
Fr. 28. Juni 2019, 19:00 Uhr, Witten, Trotz Allem, Wideystraße 44

http://afrheinruhr.blogsport.de/2019/05/30/fr-28-juni-schwarzer-tresen


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