(de) deliverunion: "Wow, sowas kann man machen?" (en)

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Di Sep 25 07:14:56 CEST 2018


Vom 14.-16. September besuchte die FAU Berlin drei schwedische Städte und sprach über die 
Deliverunion-Kampagne. Verzweiflung und Frustration verwandelten sich in Hoffnung auf 
Veränderung. ---- Im Frühjahr 2018 lud uns die SAC ein, über die Kampagne #Deliverunion zu 
sprechen. Vom 14. bis 16. September besuchten wir Stockholm, Göteborg und Malmö, wo die 
lokalen Gewerkschaften Informationstreffen organisierten, die für alle offen waren, sich 
aber in erster Linie an Fahrer*innen richteten. Die Arbeitsgruppen der Gewerkschaften 
hatten lokales Informationsmaterial erstellt und an die Fahrer auf der Straße verteilt, 
wobei ein Flyer sie zum Treffen einlud und der andere ankündigte, dass die SAC den 
Lieferfirmen den Kampf ansagte und alle Fahrer*innen aufforderte, sich ihren lokalen 
Gewerkschaften anzuschließen.

An jedem der drei Treffen nahmen eine Handvoll Fahrer*innen teil. Im Mittelpunkt des 
Gesprächs standen ihr Arbeitsalltag, ihre bereits begonnene (Selbst-)Organisation sowie 
die Schwierigkeiten und Möglichkeiten, ihre Kolleg*innen zu erreichen. Wir aus Berlin 
sprachen darüber, wie wir uns organisiert haben, über die Erfahrungen, die wir gemacht 
haben, und über Erfolge und Schwierigkeiten in unserer inzwischen schon mehr als zwei 
Jahre andauernden Kampagne. Die Ähnlichkeit unserer Situationen und die gemeinsame 
Frustration mit unseren Arbeitsbedingungen waren enorm.

Die Tatsache, dass wir in Berlin etwas gegen diese Frustration unternommen haben, gab den 
Fahrern in Schweden viel Energie, ihre eigene Kampagne zu starten, und gab uns neue 
Energie, das fortzusetzen, was wir begonnen haben. Als wir Bilder von Aktionen zeigten, 
die wir auf die Beine gestellt haben, war die Begeisterung groß: "Wow, sowas kann man 
machen?". Die Treffen ermutigten auch die lokalen Gewerkschaftsorganisatoren, die großes 
Interesse zeigten, die Fahrer in ihrem Kampf für bessere Bedingungen bei Uber Eats, 
Foodora und Hungrig zu unterstützen. Sie unternahmen sofort die ersten Schritte: 
Kontaktinformationen wurden ausgetauscht, Folgetreffen wurden vereinbart und hoffentlich 
werden wir in den nächsten Monaten Artikel und Geschichten über die Organisation von 
Fahrer*innen und ihren Kampf für Veränderungen lesen. Wie in Berlin beginnen diese Kämpfe 
vor Ort, leben aber von Verbindungen zu anderen Kämpfen - an verschiedenen Arbeitsplätzen, 
in verschiedenen Städten und Ländern. In Schweden haben wir zum Beispiel über die 
Vernetzung der organisierten Fahrer*innen in Stockholm, Göteborg, Malmö, Uppsala und Lund 
gesprochen. Natürlich haben wir auch die internationale Reiterkonferenz in Brüssel 
erwähnt, die wir Ende Oktober besuchen werden, und Vertreter*innen aus Schweden 
eingeladen, daran teilzunehmen.

In vielerlei Hinsicht leben wir in düsteren Zeiten. Aber der Pep, mit dem die Fahrer*innen 
und Genoss*innen reagierten, als wir über unsere Kampagne in Berlin sprachen, ist eines 
der Dinge, die uns Hoffnung geben. Die gleiche Energie, die wir von IWW und IWGB zu Beginn 
unserer Kampagne erhielten - hoffentlich haben wir sie nun an unsere Genoss*innen in 
Schweden weitergegeben. Denn wenn wir Grenzen überschreiten und uns kämpferischen 
Gewerkschaften anschließen, haben wir ein enormes Potenzial, unser Leben zu verändern: in 
der Stadt, in der wir leben, aber auch national und international. Wir sind der 
Widerstand. Mach mit!

https://deliverunion.fau.org/2018/09/21/wow-you-can-do-that/


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