(de) fau berlin - Am 3. März auf die Straße gegen den Krieg in Afrin

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Fr Mär 9 08:01:46 CET 2018


Erneut ruft die FAU dazu auf, gegen den Angriffskrieg, den das autoritäre türkische Regime 
auf den Kanton Afrin in Nordsyrien ausführt, auf die Straße zu gehen. Unsere Solidarität 
gilt dem revolutionären Versuch einer besseren Gesellschaft in der Demokratischen 
Föderation Nordsyrien! Gegen den Krieg ruft ein breites Bündnis zur bundesweiten 
Demonstration für diesen Samstag auf. Wir sehen uns bei den schwarz-roten Fahnen! ---- 
Samstag, 12 Uhr | Alexanderplatz (Neptunbrunnen) ---- DIE FAU BERLIN UNTERSTÜTZT DEN 
AUFRUF DES BÜNDNISSES FÜR DEMOKRATIE UND FRIEDEN IN AFRIN: ---- Gemeinsam gegen die 
türkischen Angriffe auf Afrin! ---- Seit dem 20. Januar 2018 greift das türkische Militär 
gemeinsam mit salafistischen bzw. dschihadistischen Gruppierungen das Gebiet Afrin in 
Rojava/Nordsyrien an. KurdInnen muslimischen, alevitischen und ezidischen Glaubens stellen 
die Bevölkerungsmehrheit Afrins. Darüber hinaus ist es Heimat christlicher AssyrerInnen 
und syrischer AraberInnen sowie vereinzelt ArmenierInnen. Die Stadt Afrin mit ihren 
umliegenden Dörfern im äußersten Nordwesten Syriens konnte seit Beginn des Kriegs trotz 
wiederholter Angriffe durch die Nusra-Front, den Islamischen Staat (IS) oder andere 
islamistische Gruppen sowie das türkische Militär relative Stabilität und den Frieden 
bewahren. Mehr noch wurde Afrin v.a. ab 2015 für Hunderttausende Binnenflüchtlinge aus 
Aleppo und den umliegenden Gebieten trotz Embargo und Isolation ein sicherer Hafen. Bis 
jetzt. Denn die türkische Armee und verbündete Salafisten bzw. Dschihadisten unter dem 
Label der Freien Syrischen Armee (FSA) greifen momentan nicht nur Flüchtlinge gezielt an, 
sondern verursachen auch neue Fluchtbewegungen.

Bei den vom türkischen Militär geführten Angriffen vom Boden und aus der Luft sind bis 
dato[Stand: 6. Februar 2018]148 ZivilistInnen, darunter 17 Kinder, getötet worden. Die 
Zahl der Verwundeten liegt momentan bei 365. Bei einem großen Teil dieser zivilen Opfer 
handelt es sich um syrische Binnenflüchtlinge. Gezielt werden zivile Wohngebiete mit 
Artillerie und aus der Luft bombardiert, ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und 
systematisch Infrastruktur, wie Wasseraufbereitungsanlagen, zerstört. Videoaufnahmen 
belegen Kriegsverbrechen wie die Leichenschändung der YPJ-Kämpferin Barin Kobane als auch 
Folter und Misshandlung von gefangenen KämpferInnen der kurdischen 
Volksverteidigungseinheiten und verschleppten ZivilistInnen.

Das türkische Militär führt gemeinsam mit Islamisten, die sich dem Label FSA bedienen, 
einen Angriffskrieg gegen ein Gebiet, das innerhalb der syrischen Staatsgrenzen liegt. Der 
türkische Überfall mit dem Ziel, Afrin zu besetzen und ethnische Säuberungen 
durchzuführen, stellt einen klaren Völkerrechtsbruch dar und muss auch so benannt und 
verurteilt werden. Hinzu kommt, dass der NATO-Partner Türkei und seine islamistischen 
Verbündeten diese Verbrechen mit deutschen Leopard-II-Panzern und Waffen begehen. Mit 
diesen Waffen aus deutscher Produktion wird nicht nur die Zivilbevölkerung bekämpft, 
sondern auch jene Frauen und Männer, die aufopferungsvoll den IS in ihrer Hochburg Rakka, 
in Kobanê und anderen Orten besiegt und somit auch unsere Sicherheit in Deutschland 
verteidigt haben.

Afrin ist eines der drei demokratisch selbstverwalteten Gebiete, die die Demokratische 
Föderation Nordsyrien umfasst. Seit 2012 wird hier das Projekt des Demokratischen 
Konföderalismus trotz Krieg und Embargo aufgebaut. Dieses strebt die gleichberechtigte 
Selbstverwaltung und demokratische Selbstbestimmung von Ethnien, Religionen und 
Geschlechtern an. Unter der Führung von Frauen findet ein Aufbruch statt, der für die 
gesamte Region richtungsweisend sein und ein Lösungsmodell für jahrzehntealte Konflikte 
darstellen kann. Dieses Projekt, das Hoffnung auf ein friedliches und demokratisches 
Syrien macht und einen positiven Effekt auf die gesamte Region haben kann, verdient unsere 
Unterstützung. Die türkischen Angriffe jedoch unterhöhlen die Chance auf eine baldige 
Lösung im syrischen Konflikt, sie destabilisieren die gesamte Region weiter, führen zu 
noch mehr Leid und Flucht. Vor allem die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen 
in Afrin sind ernsthaft mit der Gefahr eines Völkermords konfrontiert.

In der Türkei selbst werden alle Menschen, die sich gegen diesen Krieg und für Frieden 
aussprechen, als Terrorist und Vaterlandsverräter abgestempelt. Bisher sind mehr als 600 
Menschen in der Türkei verhaftet worden, weil sie sich öffentlich oder auf sozialen Medien 
gegen den Angriffskrieg auf Afrin ausgesprochen haben. Auch deshalb ist es von großer 
Bedeutung, dass wir unsere Stimme gegen Erdogans Krieg erheben.

Als Bündnis für Demokratie und Frieden in Afrin rufen wir zur breiten Solidarität auf und 
fordern von der Bundesregierung:

Sofortige Maßnahmen, insbesondere auch auf UNO-, EU- und NATO-Ebene, für die Beendigung 
des völkerrechtswidrigen Angriffs des türkischen Militärs auf Afrin
Sofortiges Ende deutscher Rüstungsexporte in die Türkei und sonstige autokratische Regime
Politischen und diplomatischen Einsatz für die Wiederaufnahme der 2015 abgebrochenen 
kurdisch-türkischen Friedensgespräche
Die Anerkennung der Demokratischen Föderation Nordsyrien und Unterstützung der 
demokratischen Selbstverwaltungen
Humanitäre Hilfe für den Kanton Afrin, insbesondere für Verwundete und Flüchtlinge
Um unseren Forderungen Nachdruck zur verleihen, rufen wir dazu auf, gemeinsam für 
Demokratie und Frieden in Afrin auf die Straße zu gehen und gegen die türkische Aggression 
zu protestieren. Alle demokratischen Institutionen und Verbände, Anti-Kriegs-, Ökologie- 
und Frauenbewegungen, Gewerkschaften sowie Einzelpersonen sind eingeladen, unseren Aufruf 
zu unterstützen und zu verbreiten.

03.03.2018 (Samstag)
Bündnis für Demokratie und Frieden in Afrin

https://berlin.fau.org/news/am-3-maerz-auf-die-strasse-gegen-den-krieg-in-afrin


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