(de) FAU, direkte aktion: ERFOLGE BASISGEWERKSCHAFTLICHER KÄMPFE AN HOCHSCHULEN

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So Jun 3 09:17:53 CEST 2018


An Universitäten bilden sich vermehrt organisierte Proteste gegen die zunehmend prekären 
Arbeitsbedingungen. ---- Die Universitätsbetriebe sind gezwungen, die fehlende 
Ausfinanzierung durch den Staat in Form eigener Sparprogramme auf dem Rücken der 
Studierenden und Arbeiter*innen auszutragen. In Berlin, Jena und Frankfurt wehren sich 
diese in der FAU und unter_bau und können erste Erfolge vorweisen. Am 17. November 2018 
soll sich auf einer basisgewerkschaftlichen Tagung in Jena darüber ausgetauscht werden. 
---- Verbreitete Strategien zur Einsparung von Personalkosten an Hochschulen sind unter 
anderem die Ausbeutung schlecht- oder unbezahlter Lehrbeauftragter in der Lehre, der 
missbräuchliche Einsatz schlecht bezahlter studentischer Hilfskräfte für eigentlich 
tariflich gebundene Aufgaben, Kettenbefristung, die ständige Konkurrenz um Drittmittel, 
die Wegrationalisierung von Personalstellen in Austeritätspaketen und das Outsourcing 
infrastruktureller Aufgaben an externe Unternehmen mit schlechteren Arbeitsbedingungen.

Aufgrund fehlender Arbeitsplatzsicherheit, der Spaltung in Statusgruppen und eines 
akademischen Standesdünkels ist die universitäre Arbeiterschaft bisher kaum 
gewerkschaftlich organisiert. In den letzten Jahren haben basisgewerkschaftliche 
Initiativen hier jedoch einige Erfolge vorweisen können. 2016 haben 150 
Gründungsmitglieder an der Goethe-Uni Frankfurt die Basisgewerkschaft unter_bau gegründet 
und seitdem einige kleinere Kämpfe unterstützt. 2017 wurde die Bildungssektion der FAU 
Jena gegründet und hat für zahlreiche studentische Arbeiter*innen der FSU Jena 
Lohnnachzahlungen und Vertragsentfristungen durchsetzen können. Seit 2018 beteiligt sich 
die Bildungssektion der FAU Berlin aktiv an der Streikbewegung für einen Tarifvertrag der 
studentischen Hilfskräfte an den Universitäten Berlins.

Dabei konnte die FAU Jena den Einsatz studentischer Hilfskräfte zur Unterwanderung des 
Tarifvertrags an der Uni Jena eindämmen. In den Universitätsbibliotheken und an weiteren 
Arbeitsorten wurden zum Januar 2018 tariflich bezahlte Stellen geschaffen bzw. wurden 
studentische Arbeiter*innen in den Tarifvertrag aufgenommen. Das zeigt, dass 
Arbeiter*innen an der Uni auch jenseits großer Tarifverhandlungen Einzelforderungen und 
strukturelle Verbesserungen für alle erkämpfen können.

Neben den Basisgewerkschaften haben sich mit dem Netzwerk für Gute Arbeit in der 
Wissenschaft (NGAWiss) und der Uni Kassel Unbefristet zudem unabhängige und 
basisdemokratische Initiativen gebildet, die ebenfalls für bessere Arbeitsbedingungen an 
Hochschulen streiten.

Um sich über Strategien in der Organisierung und für Arbeitskämpfe an den Hochschulen 
auszutauschen, wird am 17. November 2018 in Jena eine bundesweite basisgewerkschaftliche 
Tagung stattfinden. Dazu werden Initiativen aus zahlreichen Städten eingeladen und werden 
die Möglichkeit bekommen, über ihre Erfahrungen zu berichten. Das Programm wird zeitnah 
auf jena.fau.org veröffentlicht.

Weitere Infos unter
berlin.fau.org/strukturen/bildung
jena.fau.org/im-betrieb/bildung
unterbau.org
mittelbau.net
unikasselunbefristet.wordpress.com

https://direkteaktion.org/erfolge-basisgewerkschaftlicher-kaempfe-an-hochschulen/


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