(de) fda-ifa: Rebuild Libertatia! von lila-f_org

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Di Feb 6 07:59:52 CET 2018


Ende Januar wurden in Thessaloniki (Griechenland) mehrere linksradikale/antiautoritäre 
Zentren von Faschist*innen angegriffen. Dabei ist eine seit 8 Jahren besetzte Villa im 
Stadtzentrum von Thessaloniki komplett ausgebrannt. Wir solidarisieren uns mit allen, 
denen dadurch der Wohnraum genommen wurde und verurteilen die Angriffe der Faschist*innen, 
sowie die Untätigkeit der Polizei vor Ort aufs schärfste und senden unsere Solidarität an 
die Libertatia-Crew! ---- You don't stand alone! ---- Folgend noch eine Stellungnahme von 
Genoss*innen aus Wien: ---- Am 21. Jänner 2018 kam es in der griechischen Hafenstadt 
Thessaloniki zu einer Reihe faschistischer Angriffe auf emanzipatorische Strukturen der 
linksradikalen Bewegung. Zehntausende Faschisten, Nationalisten, Patrioten und Klerikale 
hatten sich versammelt, um dem seit Jahren schwelenden Streit um den Namen Mazedonien und 
das Erbe Alexander des Großen neuen Zündstoff zu geben. Nationalisten in Griechenland und 
der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien (FYROM) beanspruchen den Namen 
Mazedonien gleichermaßen für sich. Beide Staaten provozieren sich seit Jahren immer 
wieder, indem etwa historische Orte und Flughäfen nach Alexander dem Großen benannt 
werden. Seit 2014 gab es praktisch keine Verhandlungen zwischen den beiden Ländern mehr. 
Dennoch zeichnete sich zuletzt eine Einigung ab. Zumindest auf griechischer Seite wollte 
die nationalistische Bewegung eine solche Einigung jedoch torpedieren und mobilisierte 
daher seit Wochen zur ersten nationalistischen Großdemo seit 1992 nach Thessaloniki, der 
Hauptstadt der nordgriechischen Region Makedonien.

Am 21. Jänner marschierte schließlich eine Mischung aus rechten Parteien und 
Organisationen, Mitgliedern der faschistischen Chrysi Avgi, nationalistischen Hooligans, 
Konservativen, Orthodoxen und Patrioten in Thessaloniki auf, um klar zu machen: 
"Mazedonien ist griechisch!" Knapp 100.000 Menschen sollen es gewesen sein.

Aus dieser nationalistischen Demonstration heraus, wurden immer wieder Angriffe gegen 
Menschen und Strukturen getätigt, die seit Jahren gegen den nationalistischen Konsens der 
Faschisten, Patrioten und Klerikalen ankämpfen. Als erstes traf es die besetzte Schule 
Sxolio, ein autonomes Sozial- und Kulturprojekt der Antiautoritären Bewegung (AK) im 
Stadtteil Faliro.

Der Angriff der Faschisten konnte schließlich abgewehrt werden. Die Angreifer zogen jedoch 
weiter zum nur knapp 300 Meter entfernten Haus des libertär-kommunistischen Kollektivs 
Libertatia. Ein erster Angriff auf das besetzte Haus konnte ebenfalls abgewehrt werden. 
Doch zwei Stunden später, gegen 15:00 Uhr, kehrten 60-70 Faschisten zum Haus zurück und 
zündeten dieses an.

Das etwa 100 Jahre alte Haus, das seit 2007 besetzt war, brannte mit samt seiner großen 
Bibliothek und allen Habseligkeiten der Besetzer vollständig aus.

Als Reaktion auf diesen feigen Anschlag wurde für den Abend des 22. Jänners zu einer 
antifaschistischen Demonstration mobilisiert. Im Zuge dieser Demo kam es zu Kämpfen mit 
der Polizei, die am Vortag sowohl den Angriff auf das Sxolio, als auch den Anschlag auf 
das Libertatia nicht nur geschehen ließ, sondern teilweise auch aktiv unterstützte. 
Während von den faschistischen Brandstiftern kein einziger festgenommen wurde, verhaftete 
die Polizei am 22. Jänner gleich fünf Teilnehmer der antifaschistischen Demo, darunter 
eine Person aus dem Kollektiv des Libertatia. Dem nicht genug, wirft die 
Staatsanwaltschaft den fünf Antifaschisten nun ausgerechnet Brandstiftung der Kategorie 
zwei vor - eine Straftat, die bei einer Verurteilung mit fünf bis zehn Jahren Haft 
bestraft wird.

Trotz dieser massiven Repression von Seiten des Staates und den militanten Angriffen der 
Faschisten, geben die Genossinnen und Genossen in Thessaloniki nicht auf: Sie rufen dazu 
auf, den Widerstand gegen Faschismus und Kapitalismus in Griechenland und ganz Europa auf 
die Straße zu tragen und zu intensivieren.

Weiters wollen die Genossinnen und Genossen das Libertatia wiederaufbauen. Wir rufen dazu 
auf, dieses Vorhaben finanziell zu unterstützen: Beteilige dich am Wiederaufbau des 
Libertatia! Beteilige dich an den Prozesskosten! Unterstütze den antifaschistischen 
Widerstand in Europa!

Freiheit für die Saloniki-Fünf! Tod dem Faschismus! Lang lebe das Libertatia!

Freunde des Libertatia in Wien, Jänner 2018

https://fda-ifa.org/rebuild-libertatia/


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