(de) fau dresden - BETTELLOBBY DRESDEN: ARMUT BEKÄMPFEN, NICHT ARME!

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Di Sep 26 06:37:48 CEST 2017


Wir sind Teil der Bettellobby Dresden. ---- Was soll das? ---- In Dresden wird über ein so 
genanntes Bettel-Verbot, ggf. nur für Kinder und Jugendliche, diskutiert. In der medialen 
und politischen Diskussion wird auch über ein generelles Bettelverbot gesprochen. Hierbei 
werden immer wieder Behauptungen ("Bettelmafia") und Vorurteile ("Armutsmigranten" = Roma) 
laut. Es gibt kaum jemanden, der widerspricht. Am 19. September wird in Dresden eine 
Polizeiverordnung veröffentlicht und im Anschluss medial und im Stadtrat diskutiert 
werden. Die bisherige Debatte zeigte, dass die Betroffenen nicht zu Wort kommen, und es 
außerdem zur Vermischung von "Roma" und "Betteln" kam. ---- Um in den 
sozialdarwinistischen und rassistischen öffentlichen Diskurs einzugreifen, organisieren 
wir verschiedene Veranstaltungen. ---- Die erste Veranstaltung am 06.09., ein Fachgespräch 
zu Bettelverbot, Medien und Antiromaismus, hat nun schon stattgefunden. Jetzt geht es 
folgendermaßen weiter:

Für morgen, Dienstag, 19.09., haben wir für 17 Uhr ein Pressegespräch im Rathaus organisiert.

Mittwoch zeigen wir einen Film und diskutieren  im Kosmotique, am Donnerstag tun wir 
dasselbe noch öffentlicher, nämlich am Külzring, nahe der Prager Straße, am Kältebus der 
Treberhilfe.

Hier die Ankündigung dazu:

Mittwoch 20.09, 20 Uhr im Kosmotique // Donnerstag, 21.09., 18 Uhr Dr.Külz-Ring/Wallstraße 
(vor Maredo): Film und Diskussion: Nicht Arme bekämpfen sondern Armut

In Dresden wird über ein so genanntes Bettel-Verbot, geg. nur für Kinder und Jugendliche, 
diskutiert. In der medialen und politischen Diskussion wird auch immer wieder über ein 
generelles Bettelverbot gesprochen. Hierbei werden immer wieder Behauptungen 
("Bettelmafia") und Vorurteile ("Armutsmigranten sind immer Roma") laut. Es gibt kaum 
jemanden, der widerspricht. Am 19. September wird in Dresden eine Polizeiverordnung 
Empfehlungen über den politischen Umgang veröffentlicht und im Anschluss medial und im 
Stadtrat diskutiert werden. Die bisherige Debatte zeigte, dass die Betroffenen nicht zu 
Wort kommen und es zur Vermischung von "Roma" und "Betteln" kam. Den Diskutanten mangelt 
es an Perspektivwechsel. Der Film "Natasha" von Ulli Gladik zeigt ein sehr sensibles 
Porträt, lässt der Protagonistin, eine bulgarische Romni, eine Darstellung auf Augenhöhe zu.

Im Zuge der Debatte um ein so genanntes Bettelverbot wollen wir durch den Film Menschen 
zum Perspektivwechsel einladen und gleichzeitig Betroffene einladen, mit uns ins Gespräch 
zu kommen und ihnen eine Stimme geben, auch um die mediale Öffentlichkeit und den 
politischen Diskussionen um diese Perspektive zu erweitern. Der Film und die Diskussion 
mit Ulli Gladik sollen daher einmal in den Räumen des Betreiberinnenkollektivs Kosmotique 
e.V. und open air, auf einen Bus der Treberhilfe, dem so genannten Kältebus, projizieren. 
Ulli Gladik ist eine sehr erfahrene Filmemacherin und Aktivistin, engagiert sich in der 
Bettellobby Wien und kennt die Debatten aus ihrer Heimatstadt. Wir erhoffen uns über den 
Film ins Gespräch zu kommen und die Diskussion in Dresden um die Perspektive der 
Betroffenen zu erweitern.

Partner der Veranstaltung: Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Kosmotique e.V., 
drobs - die Dresdner Straßenzeitung, Treberhilfe Dresden, Bettellobby Wien, gruppe polar, 
Gruppe gegen Antiromaismus, FAU Dresden, Romano Sumnal - Roma-Verein-Sachsen

Hintergrund:

Sehr empfehlenswerter Text der gruppe polar: 
http://gruppe-polar.org/2017/08/29/wir-fordern-das-betteln-zu-tolerieren/
Alternative Dresden News: 
https://www.addn.me/soziales/bettellobby-will-rechte-von-bettlerinnen-staerken/
Neues Deutschland: 
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1063575.repressive-symptombekaempfung.html
Die Bettellobby Dresden ist ein Netzwerk aus verschiedenen Vereinen und Initiativen in 
Dresden, welche sich gemeinsam gegen Bettelverbote in Dresden engagieren. Wir 
solidarisieren uns mit Menschen, die betteln müssen und widersprechen rassistischer 
Stigmatisierung, Hass gegenüber Bettelnden und Kriminalisierung von Notleidenden. Wir 
sagen man soll Armut bekämpfen, und nicht die Armen. Bettelverordnungen sind nur ein 
Mittel, um ein Grundrecht auszuhebeln. Wer in Not ist, muss das äußern können. Wer Hilfe 
braucht, muss darum bitten dürfen. Das ist freie Meinungsäußerung. Betteln will niemand, 
aber erlaubt muss es sein.
Kosmetik und Repression helfen in Notsituationen nicht. Wir brauchen Solidarität und 
vielfältige soziale Angebote und eine Stadt, die sich mit den Schwachen solidarisiert und 
genug Platz für alle hat.

Was wir wollen
. das kommende Bettelverbot verhindern.
. Betteln ist ein Menschenrecht - das verteidigen wir.
. Betteln mit Kindern will niemand, wir brauchen Angebote für die
Kinder, damit sie nicht alleine bleiben müssen, wenn ihre Eltern betteln gehen. Repression 
ist nur Kosmetik. Sie hilft und schützt die Kinder nicht.
. Es braucht konkrete soziale Angebote, Beratungsstellen für Betroffene und eine dauerhaft 
gesicherte und umfangreiche Finanzierung dieser sozialen Arbeit. Es kann nicht sein, dass 
immer wieder in diesem Bereich Einschnitte vorgenommen werden.
. Die öffentliche Meinung ist zu von Gerüchten bestimmt, die sich zum Teil stark 
rassistischer und vor allem romafeindlicher Ideen und Mythen bedient. Dem stellen wir uns 
entgegen. Solche Fehlinformationen sind kein Journalismus. Wir wollen aufklären und 
Gerüchte, die kursieren in Frage stellen.
. Bettelnde haben Rechte und wir werden Betroffene über ihre Rechte informieren und sie 
unterstützen bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

Wer wir sind
Gruppe gegen Antiromaismus, Projekt Roma Respect, Romano Sumnal e.V., Treberhilfe Dres

https://dresden.fau.org/2017/09/bettellobby-dresden-armut-bekaempfen-nicht-arme/


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