(de) asn (IWA): Köln: Direkte Aktionen gegen Rechtspopulismus

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Mo Mai 1 08:24:20 CEST 2017


Auch Mitglieder des Anarcho-Syndikalistischen Netzwerks haben sich am 22.04. dem breiten 
Protest gegen die rechtspopulistische "Alternative für Deutschland" (AfD) angeschlossen, 
die an diesem Wochenende ihren Bundesparteitag im Kölner Maritim-Hotel abhält. Bereits in 
den Morgenstunden hatten etwa 3.000 linke Demonstrant*innen mehrere Blockaden der 
Zufahrtswege organisiert, die jedoch die Anreise der Parteimitglieder nicht ernsthaft 
verhindern, aber immerhin verzögern konnten. ---- Die Polizei garantierte mit einem 
übermäßigen Aufgebot staatlicher Gewalt, dass die antirassistischen und antifaschistischen 
Proteste nur trotz massiver Einschüchterung, einzelnen Ingewahrsamnahmen und mehreren 
Schlagstockeinsätzen stattfinden konnten. Mehrere Busse mit Demonstrant*innen wurden von 
Polizist*innen bereits auf der Autobahn mit Platzverweisen an der Anreise gehindert. Die 
Panikmache des Kölner Polizeipräsidenten und der lokalen Monopolpresse war angesichts der 
friedlichen Blockade-Aktionen und der beiden Großdemonstrationen mit zehntausenden 
Teilnehmer*innen völlig übertrieben.

Doch auch die Veranstalter*innen der beiden Demobündnisse (Parteien, Gewerkschaften, 
Kirchen usw.) hatten sich von den bürgerlichen Gewaltphantasien anstecken lassen und sich 
in vorauseilendem Gehorsam zu absolutem Pazifismus bekannt, aber gleichzeitig angekündigt 
militatnte Autonome von ihren Ordnungskräften rausschmeißen zu lassen. Ein weiteres 
Beispiel für den heuchelerischen Antirassismus des "bunten Köln" ist die Tatsache, dass 
zwar die AfD mit rechten Parolen gegen Flüchtlinge hetzt, aber die Regierungsparteien SPD 
und CDU selbst Abschiebungen in Folterregimes und Kriegsgebiete zu verantworten haben 
(z.B. sollen am Montag wieder massenhaft Afghan*innen deportiert werden).

Trotzdem haben heute tausende Menschen ein solidarisches Zeichen für Flüchtlinge und 
Migrant*innen und gegen den von der AfD verbreiteten Rassismus, Sexismus und homophoben 
Familismus gesetzt. Mittels direkten Blockade-Aktionen konnten tausende Schüler*innen, 
Studierende, Arbeiter*innen, Erwerbslose und Rentner*innen ihrer Stimme selbstorganisiert 
das nötige Gewicht verleihen - trotz allgegenwärtiger Parteipolitik und Wahlkampfrhetorik. 
Das lässt vielleicht ein wenig Hoffnung auf konkrete soziale Fortschritte aufkommen in 
Zeiten globaler Kriege, Klimaveränderung und kapitalistischer Ausbeutung.

ASN Köln
http://asn.blogsport.de/2017/04/22/koeln-direkte-aktionen-gegen-rechtspopulismus/#more-15


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