(de) fau: Hände weg von den besetzten Häusern in Griechenland

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Di Jun 27 04:57:02 CEST 2017


Räumung ist staatlicher Rassismus! Solidarität mit den Refugee Housing Squats in Athen! 
---- Hände weg von den besetzten Häusern in Griechenland ---- Kundgebung vor dem 
Griechischen Konsulat in Frankfurt am Main. ---- Freitag, den 23. Juni 2017 um 11Uhr, 
Zeppelinallee 43. ---- Hands off the squats - Call for a gathering and international 
action day on June 23rd. ---- Im Herbst 2015 war die Situation in Athen für tausende 
Flüchtlinge, die zumeist dem Krieg in Syrien entkommen waren, katastrophal. Athen war ein 
Transit-Punkt zwischen den Inseln, wo die Menschen mit Boten aus der Türkei ankamen, und 
Idomeni, der Grenzstadt zu Mazedonien im Norden Griechenlands, wo die Menschen sich auf 
der beschwerlichen 'Balkan-Route' zu Fuss Richtung Norden begaben: mit der Hoffnung auf 
ein sicheres Leben in Würde. Der griechische Staat versagte in dieser Situation komplett, 
alleine die Solidarität der Menschen verhinderte, dass noch mehr Flüchtlinge gestorben 
sind. Und aus der ganzen Welt kamen Menschen, um die Griech*innen dabei zu unterstützen 
und den Flüchtlingen das Minimum zum Überleben bereit zu stellen. Auf zahlreichen Plätzen 
und in Parks wurden Essen, Zelte, Kleider gesammelt und verteilt und medizinische 
Notversorgung offeriert.

Einigen erschien diese Nothilfe zu wenig und sie besetzten ein Haus, um insbesondere 
Familien einen Ort der kurzen Erholung auf ihrer Flucht anbieten zu können. Das war der 
Beginn der Refugee Housing Squats in Athen und in geringerem Maße in anderen griechischen 
Städten. Als die Balkan-Route geschlossen wurde und die Flüchtlinge in Griechenland 
feststeckten, wurde der Bedarf an Wohnraum immer größer. Und so wurden mehr Häuser 
besetzt. Dabei ging es nun nicht mehr alleine darum, zu helfen: es entstand der Wunsch und 
die Notwendigkeit, sich mit den Menschen auf der Flucht gemeinsam zu organisieren und 
zusammen für menschenwürdige Verhältnisse zu kämpfen.

Heute gibt es in Athen 9 Refugee Housing Squats, die etwa 2.000 Menschen eine Bleibe 
bieten. Diese Squats sind akut von Räumung bedroht. Die sogenannte linksradikale 
Syriza-Regierung fährt schon seit Sommer 2016 eine Kampagne gegen die 
Solidaritätsbewegung. Damals wurden 3 besetzte Flüchtlingshäuser in Thessaloniki geräumt. 
Die politischen Gründe sind offensichtlich: die kollektive Organisierung von 
anarchistischen, linken und linksradikalen Aktivist*innen, solidarischen Bürger*innen aus 
dem In-und Ausland sowie geflüchteten Menschen, die schon bewiesen haben, dass sie Grenzen 
einfach überlaufen, bedroht herkömmliches Regieren. Es macht das Versagen des Staates 
deutlich und es zeigt Wege auf, wie wir mit den Ankommenden würdig umgehen könnten, 
anstatt sie in Lagern einzupferchen, um sie möglichst ohne öffentliche Aufmerksamkeit 
abschieben zu können.

Die nun drohende Räumung ist ein Skandal! Insbesondere unter der Schirmherrschaft eine 
'linken' Regierung. Es geht um Menschen, die vor Kriegen, Unterdrückung und Ausbeutung 
fliehen, Verhältnisse die wir hier mitzuverantworten haben und auf denen 'unser Reichtum' 
beruht. Die drohenden Räumungen zeigen deutlich, wie institutioneller Rassismus wirkt, wie 
der menschenverachtende Umgang mit Mitmenschen unbedingt durchgesetzt werden soll und wie 
alle zarten Pflänzchen eines solidarischen Miteinanders schnellstmöglich zerhackt werden 
sollen, um die Mär der Alternativlosigkeit aufrecht zu erhalten.

Kommt zur Kundgebung vor dem griechischen Konsulat!

http://www.fau.org/artikel/art_170622-173531


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