(de) Anarchist Group Freiburg: Grenzenlose Solidarität am Frauen*kampftag

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Wed Feb 24 13:18:40 CET 2016


Am 8. März kämpfen Frauen* seit 1911 weltweit gegen patriarchale Unterdrückung, 
ökonomische Ausbeutung, rassistische Diskriminierung und sexualisierte Gewalt. ---- 
Rassistische Hetze im Namen von Frauenrechten: Nicht mit uns! ---- Sexismus und 
sexualisierte Gewalt existieren in Deutschland nicht erst seit den sexuellen Übergriffen 
in der Silvesternacht in Köln und anderswo. Es ist kein Phänomen, das importiert wurde, 
sondern in unserer Gesellschaft fest verankert ist. Frauen* sind täglich betroffen von 
sexualisierter Gewalt, sei es auf der Straße, am Arbeitsplatz oder im eigenen Zuhause. 
Nach Angaben von Terre des Femmes werden in Deutschland jährlich 160.000 Vergewaltigungen 
ausgeübt; es wird jedoch lediglich 1% der Täter verurteilt. Diese Gewalt gegen Frauen* 
geht in den meisten Fällen von (Ex-)Partnern aus. Nur die wenigsten Frauen* erstatten 
Anzeige, da allzu häufig ihnen die Verantwortung zugeschoben wird.

Wir fordern sexuelle Belästigung endlich als Straftatbestand anzuerkennen! 
Gesellschaftlich wird sexualisierte Gewalt erst dann thematisiert, wenn die Täter die 
vermeintlich Anderen sind. So benutzen derzeit vor allem Rassist*innen die sexuelle Gewalt 
in der Silvesternacht, um gegen Menschen mit Fluchthintergrund gewaltsam vorzugehen. Es 
bilden sich sogenannte Bürgerwehren um „unsere, deutschen Frauen“ zu beschützen. Hierbei 
geht es in keiner Weise darum, die Selbstbestimmung der Frau* zu verteidigen. Vielmehr 
begünstigt diese aktuelle Debatte ein Klima, das die Interessen von Menschen mit 
Fluchthintergrund ignoriert. Als Beispiel können hier die erneuten Verschärfungen des 
Asylrechts genannt werden. Insbesondere die Einschränkung des Familiennachzugs, die noch 
mehr Frauen auf gefährliche Fluchtrouten zwingt. Sexismus und Rassismus sind beide 
Unterdrückungsverhältnisse, die bekämpft werden müssen. Wir setzen uns ein für eine 
solidarische Gesellschaft, in der alle vor verbalen und körperlichen Übergriffen sicher 
sein können.

Internationale Solidarität statt Krieg – Fluchtursachen bekämpfen!

Zu allen Zeiten ist der Internationale Frauen*kampftag auch ein Kampftag für den Frieden. 
Wir engagieren uns gegen Krieg, der für viele Menschen mit Tod, Gewalt und Flucht 
verbunden ist. Frauen* sind in kriegerischen Auseinandersetzungen, und auch auf der 
Flucht, weltweit in besonderem Maße von Vergewaltigungen als Kriegswaffe, sexualisierter 
Gewalt und von umfassender Schutzlosigkeit betroffen. Wir fordern humanitäre Hilfe und 
internationale Solidarität statt weitere Waffenlieferungen, die keinen Frieden schaffen. 
Solange es Krieg und Verfolgung gibt, solange sind Menschen auf der Flucht. Hier gilt es 
die Fluchtursachen weltweit zu bekämpfen. Zudem fordern wir ein umfassendes Asylrecht ein. 
Dabei ist es wichtig, dass den aus Armuts- und Kriegsgebieten geflüchteten Menschen 
ermöglicht wird, ihre grundlegenden Bedürfnisse zu realisieren. Sie benötigen ausreichend 
Nahrungsmittel, angemessenen Wohnraum, zügige Gesundheitsversorgung, Zugang zum 
Bildungssystem sowie finanzielle Mittel, mit denen sie sich eigenständig in ihrer neuen 
Umgebung bewegen können. Wichtig ist uns darüber hinaus, dass geflüchteten Frauen* auf 
allen Ebenen Schutzräume zur Verfügung gestellt werden, in denen sie sich austauschen und 
in der Folge selbstbestimmt handeln können.

Für die Anerkennung unterschiedlicher Lebensrealitäten

Auch in Zeiten der “eingetragenen Lebenspartnerschaften“ für lesbische und schwule Paare 
sind homophobe Ressentiments keineswegs aus der Welt. So kommt es nicht nur in Freiburg 
immer wieder zu gewaltsamen verbalen und körperlichen Übergriffen. 90% der Trans*- 
Menschen in Europa berichten von Gewalt und Belästigung im öffentlichen Raum, sowie 80% 
von einer unangemessenen Behandlung durch Polizei und Justiz. Dies können und wollen wir 
nicht hinnehmen. Diskriminierung, Ausgrenzung, Beleidigung, Mobbing, Körperverletzung und 
medizinische Eingriffe ohne Einwilligung müssen ein Ende haben. Wir möchten in einer Welt 
leben, in der mehr als zwei Geschlechter akzeptiert werden und in der Liebe zwischen 
Menschen nicht durch Hass andere eingeschränkt wird.

Existenzsicherung und Anerkennung statt Ausbeutung

Nur elementare Sicherheit und bloßer Schutz vor Übergriffen reicht uns nicht. Wir wollen 
ein gutes Leben, überall! Dazu gehört eine grundlegende Existenzsicherung für alle 
Menschen. Noch verdienen Frauen* in der BRD 22% weniger als Männer. Dieser niedrige Lohn 
verbunden mit Teilzeitarbeit hat zur Folge, dass Altersarmut primär weiblich ist. Frauen* 
erledigen gleichzeitig den großen Teil der nicht entlohnten Haus- und Sorgearbeit. Unser 
Wirtschaftssystem ist darauf angewiesen, dass diese nicht entlohnt wird. Wir fordern eine 
gerechte Verteilung aller Arbeit! Dort wo diese Aufgaben von Care-Beschäftigten übernommen 
werden, werden sie wenig wertgeschätzt und dementsprechend schlecht bezahlt. Deswegen sind 
wir solidarisch mit Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Alten- und Krankenpfleger*innen, 
die begonnen haben, sich mit vielfältigen Aktionen für ihre Rechte einzusetzen. 
Insbesondere fordern wir auch Verbesserungen für die meist migrantischen 
Haushaltsarbeiter*innen, denen aufgrund globaler Arbeitsteilung und rassistischer 
Stereotype jegliche soziale Absicherung verwehrt wird. Sie putzen, pflegen, betreuen, 
organisieren ganze Haushalte, verdienen häufig weit unter dem Mindestlohn und haben bei 
Krankheit, Mutterschaft, Urlaub keinerlei Anspruch auf Lohnfortzahlung. Wir fordern 
deswegen eine deutlich bessere Entlohnung und soziale Absicherung für alle Care-Beschäftigten.

Kommt alle zur Demonstration anlässlich des internationalen Frauen*kampftags
Am 8. März m 18 Uhr zum Platz der Alten Synagoge in Freiburg
Im Anschluss Proteste gegen den Auftritt von Jörg Meuthen (AfD) in Freiburg. Achtet auf 
weitere Ankündigungen!

http://www.ag-freiburg.org/cms/news/grenzenlose-solidaritaet-am-frauenkampftag


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