(de) fau: DRK: Willkür unter dem Deckmantel der Mitmenschlichkeit?

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Di Dez 27 13:28:08 CET 2016


Hannover, 22.12.2016. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) 
protestierte heute die Gewerkschaft Gesundheits- und Soziale Berufe (GGB) öffentlich gegen 
schikanöse Bedingungen bei der DRK Soziale Dienste in der Region Hannover gGmbH. Die 
DRK-Tochter gehört zu den größten Betreiberinnen von Flüchtlingsunterkünften in Hannover. 
---- Der Anlass: Mit dem Abbau in der mittleren Leitungsebene und in der Fachberatung, mit 
Kündigungen, Versetzungen u.a. Maßnahmen versucht das DRK-Tochterunternehmen, sich eines 
Teils seiner Beschäftigten zu entledigen. Rau ist da nicht nur der angeschlagene Ton, 
sondern sind auch die Methoden. Als Beschäftigte die Wahl eines Betriebsrats initiierten, 
stieß dies kaum auf Gegenliebe. Und so kam nun, was kommen musste: Die Geschäftsleitung 
ficht die Wahl an.

Gegen diesen Kurs setzten GGB und AKS mit der heutigen Aktion ein erstes 
öffentlichkeitswirksames Zeichen. Und kündigten zugleich an, nicht nachlassen zu wollen, 
bis für Sozial Arbeitende in der DRK Soziale Dienste in der Region Hannover gGmbH 
respektable Arbeitsbedingungen sowie rechtliche und fachliche Standards Einzug halten.

Weitere Informationen hierzu findet ihr auf der Seite der GGB:

http://www.fau.org/artikel/art_161222-213704

DRK: Willkür unter dem Deckmantel der Mitmenschlichkeit?
Veröffentlicht am 22. Dezember 2016 - Kategorien: Aktion GGB Soziale Arbeit
Gewerkschaft Gesundheits- und Soziale Berufe (GGB) und Arbeitskreis Kritische Soziale 
Arbeit (AKS) protestieren öffentlich gegen Schikanen bei der DRK Soziale Dienste in der 
Region Hannover gGmbH

Hannover, 22.12.2016. Anlässlich skandalöser Arbeitsbedingungen bei einem 
DRK-Tochterunternehmen verteilten mehr als 20 Mitglieder der Basisgewerkschaft sowie des 
Arbeitskreises Kritische Soziale Arbeit Flugblätter vor dem Blutspendemobil des DRK auf 
dem Steintorplatz. Das Interesse und Echo seitens der Passant_innen und Blutspender_innen 
war erfreulich groß.

Spitze am Markt, nur nicht gegenüber den Beschäftigten

Mit über einem Dutzend Standorten ist die DRK Soziale Dienste in der Region Hannover gGmbH 
einer der größten Betreiberinnen von Flüchtlingsheimen in Hannover. Doch wie in den 
vergangenen Wochen bereits von der Presse berichtet, ist es fraglich, ob die von der 
Kommune bereitgestellten Gelder tatsächlich von den Betreibern angemessen in Personal und 
gute Ausstattung investiert werden.

Seitdem unklar ist, ob weiterhin viele Flüchtlinge nach Deutschland einreisen werden, 
versucht das DRK-Tochterunternehmen, Beschäftigte offenbar aus dem Betrieb zu drängen. 
Stellen in der mittleren Leitungsebene und in der Fachberatung wurden gekürzt. Anfang 
November wurden Mitarbeiter_innen spontan in die Zentrale der DRK-Tochter gerufen. Einer 
ganzen Reihe von ihnen wurde hier direkt die Kündigung ausgesprochen, anderen wurde diese 
angekündigt. Wieder andere wurden dadurch verunsichert, dass sie im Urlaub telefonisch die 
Mitteilung ereilte, ggf. von einer Kündigung betroffen zu sein. Diese betriebsöffentliche 
Kollektivkündigung erscheint der GGB jedoch nur als ein Versuch, die Belegschaft 
einzuschüchtern. Denn die Basisgewerkschaft erreichten in den letzten Monaten viele 
Berichte aus den Betrieben.

Steine in den Weg gelegt

Um mehr Rechtssicherheit gegen das äußerst willkürlich erscheinende Gebaren der 
Geschäftsleitung durchzusetzen, initiierten Beschäftigte deshalb unlängst die Gründung 
eines Betriebsrats. Nur ließ die Geschäftsführung schon im laufenden Verfahren nichts 
unversucht, Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl zu streuen. Nachdem diese durchgeführt 
war, wird sie nun - wie angekündigt - von der Geschäftsleitung angefochten.

"Es entsteht der Eindruck, dass der Betriebsrat mit allen Mitteln davon abgehalten werden 
soll, seine eigentliche Arbeit aufzunehmen", so Frank Matz, Pressesprecher der GGB. "Wir 
fordern die DRK Soziale Dienste auf, die Schikanen zu unterlassen, den Sozialarbeiterinnen 
und Sozialarbeitern sichere Beschäftigungsperspektiven zu bieten und ihr Recht zu 
akzeptieren, sich ungehindert zu organisieren." Von der Landeshauptstadt Hannover erwarten 
GGB und AKS, dass sie als Geldgeberin kontrolliert, dass die vereinbarten fachlichen 
Standards eingehalten werden. Anderenfalls sehe sich die GGB gezwungen, solange gegen 
diese Missstände öffentlich aufmerksam zu machen, "bis diese Minimalstandards als erfüllt 
angesehen werden können", so Matz.

https://ggb.hannover.fau.org/2016/12/22/drk-willkuer-unter-dem-mantel-der-mitmenschleichkeit/


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