(de) fau berlin - TU Konflikt: Grundsätzliche Herausforderungen bleiben

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Do Dez 22 14:40:48 CET 2016


Zum Abschluss eines langen Arbeitskonflikts mit der Technischen Universität Berlin (TUB) 
hat die FAU Berlin einen passablen Vergleich vor dem Arbeitsgericht erzielen können. Die 
TUB hat sich schließlich bereit erklärt jeweils eine Kompensationen im oberen 
vierstelligen Bereich an zwei Doktorandinnen zu entrichten. Auch wenn dieser Fall damit 
abgeschlossen zu sein scheint, so offenbarte er doch erneut gravierende Probleme in 
universitären Arbeitsverhältnissen. Die Bildungssektion der FAU wird diese weiterhin 
benennen und eine Debatte über Strategien der Organisation an Berliner Universitäten in 
die Wege leiten. ---- Bei der ersten Anhörung durch das Berliner Arbeitsgericht Ende 
November wurde eine Einigung für die beiden FAU-Mitglieder, die ihre Arbeitgeberin, die 
Technische Universität Berlin, verklagt haben, erzielt. Die ursprüngliche Forderung war 
eine Zahlung von Schadensersatz und eine Versetzung innerhalb der TUB aufgrund von 
Mobbing; die TUB sah sich jedoch auch vor Gericht nicht der Lage darauf einzugehen. Erneut 
blieb der Eindruck, dass die Entscheidungsträger*innen nicht willens, oder nicht fähig 
sind, ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen.

"Es ist bedauerlich, dass wir das Arbeitsverhältnis mit der TUB nicht fortführen können. 
Dies wäre angemessen gewesen. Dennoch bin ich zufrieden, dass wir es trotz unserer 
unfairen Lage geschafft haben, Forderungen zu stellen und die Öffentlichkeit zu erreichen. 
So kann ich die Angelegenheit zumindest erhobenen Hauptes beenden. Ohne die Unterstützung 
der FAU wäre ich zurück nach Hause geflogen, ohne meine Würde wiederzuerlangen", so Gimena 
Vilardo.

"Meiner Meinung nach setzt unser Fall einen möglichen Präzedenzfall für Studierende und 
Promovierende, die um ihre Rechte kämpfen. Sie sind in der Lage Gerechtigkeit zu erlangen. 
Er macht aber auch deutlich, dass sich Doktorand*innen für bessere Arbeitsbedingungen 
organisieren müssen", meint Maria Tobar.

Was also sagt uns dieser Fall über die Arbeitsbedingungen an Universitäten?

Universitäre Strukturen haben sich mal wieder als rigide und autoritär erwiesen; ob 
Studierende in der akademischen Welt erfolgreich sind oder nicht, hängt enorm von ihren 
Betreuer*innen ab. Die Abhängigkeit von deren Wohlwollen ist der Tatsache geschuldet, dass 
Professor*innen gleichzeitig fachliche Berater*innen und Vorgesetzte sein sollen. Und wenn 
sich Studis oder Promovierende doch dazu entschließen, für bessere Arbeitsbedingungen 
einzutreten, finden sie sich in Mitten einer endlos langen Hierarchiekette wieder, hinter 
der sich sämtliche Verantwortlichkeiten in Luft auflösen. Angebote seitens einer 
Universität, zu verhandeln und den Konflikt zu lösen, zielen in der Regel nicht auf die 
Interessen der Betroffenen ab, sondern dienen eher dazu, sie ruhig zu stellen, damit die 
Forschungsprojekte weiterlaufen können. Der Fall Rural Futures führt deutlich vor Augen, 
dass es dringend einer unabhängigen und solidarischen Organisationen an den Universitäten 
bedarf.

"Wir erwarten, dass die Universität ihren Teil der Vereinbarung erfüllt. Doch nicht nur in 
diesem konkreten Fall, sondern auch für die Zukunft zeigt sich: Wenn wir mehr erreichen 
und Dinge nachhaltig verändern möchten, dann brauchen wir unabhängige gewerkschaftliche 
Strukturen innerhalb der Universitäten", so FAU Sekretär Mika Peters.
https://berlin.fau.org/news/tu-konflikt-ein-neuanfang-fuer-unsere-mitglieder-aber-eine-noch-groessere-herausforderung-fuer-doktorand-innen


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