(de) karakok - Hamburg: Feuer gelegt an dem Austragungsort der OSZE- und G20 Gipfel

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Tue Dec 13 15:09:53 CET 2016


Wir haben heute um 23:00 an dem Austragungsort der OSZE- und G20 Gipfel, der Hamburger 
Messe im Eingang Süd, mit Reifen und Benzin Feuer gelegt. Die Glasfront an der 
Karolinenstraße ist einer intensiven Bearbeitung mit Hämmern, Farbe und Steinen unterzogen 
worden. ---- Wir haben uns zu dieser Abrissinitiative entschieden, da wir die Messe, die 
sich als Messe zur Welt versteht, ebenso grundsätzlich ablehnen wie die dort geplanten 
Herrschaftstreffen. ---- Die Messe ist ein Symbol für den (bisher) nicht endenden 
Kreislauf von Produzieren und Konsumieren, von dieser Warengesellschaft, die Menschen vom 
gesellschaftlichen Leben ausschließt und andere einschließt. Wir wollen diesen Kreislauf 
wie auch die Messe zerstören. ---- Die Messehallen befinden sich keineswegs praktisch im 
Wohnzimmer des Schanzen- und Karolinenviertels, wie sich die Landesvorsitzende der Grünen, 
Gallina, ausdrückte, sondern schwelten in der Vergangenheit lange als Abrissbirne über den 
Köpfen der Anwohner_innen. In den 50ern und 60ern hat die Stadt Hamburg große Flächen und 
viele Gebäude im Karolinenviertel aufgekauft und einen Wettbewerb ausgeschrieben, der als 
Prämisse den Totalabriss des Karos für eine Erweiterung der Messe und des «Justizforums» 
vorsah. An der Feldstraße war ergänzend dazu lange die Errichtung einer gigantischen 
Sport- und Mehrzweckhalle geplant. Als der Hamburger Senat in den 70ern nach und nach von 
den Abbruchplänen abrückte, versuchte die Messe AG weiter den Abriss umzusetzen. Und 
letztendlich erhielt die Messe neue Flächen und Hallen am Rande des Karolinenviertels. 
Flankiert wurde der Neubau durch Hotelbauten im Schanzenpark, der Schröderstiftstraße und 
der Feldstraße.

In den 80er, 90er und 0er Jahren wurde das Karo 1/4 zum Schauplatz von Hausbesetzungen 
(z.B. LaMa Häuser) und Kämpfen um den Bauwagenplatz Bambule. Die Hamburger Regierung 
erfand eine Stadterneuerungsgesellschaft, um den Bestand an baufälligen Gebäuden zu 
modernisieren und eine Befriedung und Aufwertung auf schleichendem Wege zu 
bewerkstelligen. Das Ergebnis ist das Aufmotzen des Karolinenviertels zu einer Erlebnis 
und angesagten Einkaufszone für Hamburgtourist_innen. Nach dem Auslaufen der 
Mietpreisbindungen mussten viele arme Bewohner_innen wegziehen, da für sie die Miete zu 
teuer wurde.

Mit den Inhalten und Verkaufsangeboten der in den Hallen aufgeführten Messeevents konnten 
die Anwohner_innen meist wenig anfangen: Hanseboot und Hansegolf, Sportbedarf für Reiche 
und solche, die es werden wollen, Messen der Flugzeug- und Schiffahrtsindustrie wie die 
Aircraft Interiors Expo oder die größte Schiffbaumesse der Welt SMM, wo auch 
Rüstungsfirmen wie Lürssen austellen.

Im Windschatten der Hamburger Olympiapläne machten einige Strateg_innen aus Berlin un der 
Hansestadt eine Austragung des OSZE und des G20 Treffens klar, um die Popularität von 
Hamburg zu erhöhen. Außenminister und bald Bundespräsident Steinmeier empfahl Hamburg als 
Gipfellocation, da diese Stadt als Tor zur Welt gilt und als alte Hanse- und Hafenstadt 
für Weltoffenheit und Toleranz, für Kultur steht.

Wir assoziieren mit Hamburg vornehmlich Brechmittelfolter, Polizeiskandale, racial 
profiling, Kriegsschiffe im Hafen, die protzige Präsentierung ihres Reichtums durch die 
Hamburger Multimillionär_innen, monströse Investitionen in «Leuchtturmprojekte» wie die 
Elbphilharmonie, Abschiebeknast am Flughafen und ein geschlossenes Heim, um Jungendliche 
wegzusperren.

Die Durchführung von politischen Gipfeln erscheint vielen erstmal als banal und normal. 
Doch die damit einhergehende Militarisieurng, die Erprobung des Notstandes ist nichts, was 
einfach wieder verschwindet. Es handelt sich um Bestandteile einer ausgefeilten Repression 
und Kontrolle, die kontinuierlich weiter entwickelt wird.

Die Planungen und Vorbereitungen der Ordnung im Zusammenhang mit dem Treffen schreiten 
voran. Es werden Zellen im Untersuchungsgefängnis und den Knästen auf Hahnöfersand und in 
Billwerder hergerichtet. Die Polizei erhält einen neuen Panzerwagen namens Survivor, neue 
Sturmgewehre und neue Schutzschilde, für auswärtige Bullen werden 15 Millionen Euro locker 
gemacht, die deutsche Polizeigewerkschaft beginnt Brötchen für ihre Kolleg_innen zu 
schmieren, Hubschrauber kreisen über der Stadt, Sixpacks der Bundespolizei erkunden das 
Terrain - aber auch wir stehen in den Startlöchern. Die Rebell_innen der Subversion werden 
in Hamburg deutliche Spuren hinterlassen und Zeichen der Zerstörung setzen.

This is a call for action: Gegen die herrschende Ordnung der Welt, den revolutionären 
Kampf organisieren, bis jede Grenze fällt.
Wir werden unsere Kämpfe nicht auf die Tage der Gipfel beschränken. Deshalb rufen wir 
international auf, den April 2017 für grenzenlose dezentrale Momente von Widerstand zu 
verwenden, Bezüge zwischen den unterschiedlichsten Kämpfen herzustellen und unsere 
Angriffe zu verstetigen.

Troublemakers of the world save the date: 7.7./8.7.2017
dem G20 in Hamburg Tschüs sagen

26.11.2016, Karolinenstraße, Hamburg

via https://de.indymedia.org

https://karakok.wordpress.com/2016/12/07/hamburg-feuer-gelegt-an-dem-austragungsort-der-osze-und-g20-gipfel/


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