(de) fda-ifa: Am 1. Mai rein in den Antikapitalistischen Block auf der DGB Demo – Dortmund fährt nach Bochum!

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Thu Apr 14 14:54:16 CEST 2016


Wir kriegen nur wofür wir kämpfen! ---- Sozialpartnerschaft Klassenkampf: Organisiert euch 
in Stadtteil, Bildung und Betrieb! ---- Zugtreffpunkt aus Dortmund: 9.30 Nordausgang HBF 
vor Cinestar ---- Der Aufruf: ---- 1. Mai, Kampftag der Arbeiter_innenbewegung? ---- Am 1. 
Mai 1886 streikten hunderttausende Arbeiter_innen in den Vereinigten Staaten gegen den 
12-Stunden Tag und für die Begrenzung der Arbeitszeit auf höchstens 8 Stunden. ---- Der 
Streik wurde wenige Tage darauf gewaltsam und unter hohen Opfern unter den Streikenden 
durch die Staatsmacht niedergeschossen. Wichtige Beteiligte wurden hingerichtet. ---- Das 
blutige Massaker an den Arbeiter_innen ging als “Haymarket Riot” in die Geschichte ein und 
zum Gedenken an die Opfer wurde der 1. Mai als internationaler „Kampftag der 
Arbeiter_innenbewegung“ ausgerufen.

Heute ist der 1. Mai bundesweiter Feiertag und jedes Jahr rufen die DGB[1] Gewerkschaften 
traditionell zu ihren, jährlich kleiner werdenden, Demonstrationen und Kundgebungen auf.
Am Tag selbst dürfen dann Verdi-Funktionär_innen davon schwadronieren, dass ehrliche 
Arbeit sich doch endlich wieder lohnen müsse, dass “unser” Wirtschaftsstandort aufgewertet 
werden müsse und die örtliche DGB-Jugend fordert mal wieder mehr Ausbildungsplätze, denn 
die Jugend brauche ja schließlich auch eine Zukunft.
Wenn man mag, kann man dann noch verschiedenen Monologen lauschen darüber, wie wunderbar 
der soziale Frieden in unserer Bundesrepublik sei und wie standhaft DGB und SPD die Rechte 
der Arbeit“nehmer“_innen hochhalten würden.

Durch Sozialpartnerschaft zum guten Leben für alle?

Richtet man den Blick auf die Verhältnisse in Europa und auch in Deutschland, kommt man 
schnell zu dem Schluss, dass es mit den sogenannten Errungenschaften der “sozialen” 
Marktwirtschaft und dem Eintreten für die sozialen Rechte der Arbeiter_innen längst nicht 
so weit her ist, wie es uns die DGB-Funktionär_innen gerne weißmachen würde.
Der oft beschworene soziale Frieden bekommt in den Krisenländern wie Griechenland immer 
mehr Risse und auch hier in Deutschland ist eine wachsende Anzahl von Menschen durch Armut 
betroffen.
Der DGB mit seinen bezahlten Funktionär_innen, genau wie die mit ihm traditionell 
verbundene SPD haben die auf einen sozialen Wandel hoffenden Menschen innerhalb und 
außerhalb ihrer Organisation durch ihre jahrzehntelange Verzichts- und Verratspolitik 
immer wieder enttäuscht. Heute ist der DGB nichts weiter als ein schwerfälliger, 
bürokratischer Apparat, der dafür sorgt, dass Arbeitskonflikte aller Art nicht am 
sozialpartnerschaftlichen Prinzip rütteln, dass der soziale Frieden zwischen 
Arbeiter_innen und Unternehmer_innen nicht angetastet wird und dass bloß niemand es wagt, 
den Wirtschaftsstandort Deutschland zu gefährden.
Wie aber sollen echte Verbesserungen für die Arbeiter_innen und Erwerbslosen erreicht 
werden, wenn nicht durch einen Kampf gegen die Interessen der Unternehmen? Gegen die 
Standortinteressen und somit letztendlich auch gegen die Interessen des Staates?

Als Beispiel für die arbeiter_innenfeindliche Politik des DGB kann in der jüngsten 
Vergangenheit der Umgang mit der Spartengewerkschaft GDL[2] dienen. Statt den streikenden 
Lokführer_innen und Bahnbegleiter_innen beizustehen in ihrem Kampf für bessere Arbeits- 
und Lebensbedingungen, unterstützte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner 
Hoffmann, das Tarifeinheitsgesetz der Großen Koalition[3].
Durch dieses Gesetz, welches 2015 in Kraft trat, darf bei einem Tarifkonflikte zwischen 
Gewerkschaften innerhalb eines Betriebes nur noch die mitgliederstärkere Gewerkschaft 
einen Tarifvertrag abschließen.
Dies ist ein massiver Angriff auf alle anderen Gewerkschaften, mitgetragen von der 
Führungsetage des DGB, der kleinere und offensiver handelnde Gewerkschaften wie die GDL 
oder auch die FAU[4] erheblich einschränkt.

Wir kriegen nur wofür wir kämpfen!

Gewerkschaft kann allerdings auch ganz anders aussehen.
Kämpferische und basisdemokratisch organisierte Gewerkschaften wie die IWW[5] oder die FAU 
gewinnen in Europa und Weltweit wieder mehr an Bedeutung.
Die Mitglieder dieser Gewerkschaften organisieren sich, um ihre Lebens- und 
Arbeitsumstände in der Gegenwart konkret zu verbessern, aber auch mit dem Ziel für die 
Zukunft eine Welt mit einer basisdemokratischen Wirtschaft aufzubauen. Sie haben erkannt, 
dass ein Wirtschaftssystem das auf Konkurrenz statt auf Solidarität aufbaut, keine Zukunft 
haben kann.
Wir glauben dass dies ein richtiger Ansatz ist um es mit den Widrigkeiten des Kapitalismus 
aufzunehmen.
Ein gutes Leben für alle erreichen wir eben nicht, wenn wir im DGB mal hier und mal dort 
für 2 Prozent mehr Gehalt streiken, sondern nur wenn wir dem Lohnsystem und der 
Marktwirtschaft den direkten Kampf ansagen.
Es liegt allein in unserer Hand, wie die Gesellschaft von Morgen aussieht.
In diesem Sinne: Lasst die DGB Bürokrat_innen und Funktionär_innen links liegen und 
organisiert euch in basisgewerkschaftlichen Initiativen,
denn ein Angriff auf eine_n, ist immer auch ein Angriff auf uns alle!
Kommt am 01. Mai 2016 zur Demo und reiht euch in den antikapitalistischen Block ein! 
(Start: 10:15 in Bochum am Bergbaumuseum)

“Unsere gemäßigten Forderungen sind – Wir wollen nur die Erde!” – James Connolly[6]

Fußnoten:

[1] Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist eine Dachorganisation von 8 
Einzelgewerkschaften. Der DGB ist die größte gewerkschaftliche Organisation in Deutschland.

[2] Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Steht in Konkurrenz zur EVG (Eisenbahn- und 
Verkehrsgewerkschaft), die DGB-Mitglied ist.

[3] 2010 verwarf das Bundesarbeitsgericht die gängige Praxis der Tarifeinheit innerhalb 
eines Betriebes, weil es kleine Gewerkschaften stark benachteiligte. Um ihre 
Vormachtstellung zu sichern forderte der DGB gemeinsam mit Arbeitgeberverbänden (BDA) 
schon damals ein “Tarifeinheitsgesetz” um diese Benachteiligung der kleinen Gewerkschaften 
wiederherzustellen. Diesen Machtkampf haben DGB und BDA 2015 gewonnen. (Quelle: 
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/tarifeinheit-gekippt-bundesrichter-beenden-vormachtstellung-des-dgb/3470230.html)

[4] Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union. 1977 gegründete anarchosyndikalistische 
Gewerkschaftsföderation im deutschsprachigen Raum. Das Hauptziel des Anarchosyndikalismus 
ist die revolutionäre Überwindung des Staates und der kapitalistischen Gesellschaft durch 
die unmittelbare Übernahme der Produktionsmittel in gewerkschaftlicher Selbstorganisation
https://www.fau.org

[5] Industrial Workers of the World. 1905 in den USA gegründete internationale 
antikapitalistische Basisgewerkschaft für Arbeiter_Innen aller Branchen. 
https://www.wobblies.de

[6] Irischer Gewerkschafter (Industrial Workers of the World), Theoretiker und Revolutionär.

Checkt die Seite der Anarchistischen Gruppe Bochum

Danach den Aufmarsch der NPD in Bochum verhindern (beachtet auch die revolutionäre 
Vorabenddemo!) Oder weiter zur Autonomen 1. Mai Demo in Wuppertal!

Infos zum Anarchistischen 1. Mai im letzten Jahr: https://1maidortmund.noblogs.org/

http://fda-ifa.org/am-1-mai-rein-in-den-antikapitalistischen-block-auf-der-dgb-demo-dortmund-faehrt-nach-bochum/


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