(de) fau berlin: Gute Arbeit? Gerechtigkeit? Solidarität? - Nicht beim DGB!

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Tue Apr 12 14:53:42 CEST 2016


Kategorien: Bildung Solidarität Selbstständigkeit Gewerkschaftsfreiheit Kundgebung ---- Am 
06. April fand beim Sitz des DGB Bezirk Berlin Brandenburg in der Keithstraße eine 
Konferenz mit dem Titel "Prekäre Beschäftigung in Berlin: Was ist zu tun?" statt. Während 
drinnen wichtige Persönlichkeiten des DGB sowie Senatsmitglieder über bessere 
Arbeitsbedingungen diskutierten, ging es draußen vor dem Gebäude etwas lauter zu. Denn die 
FAU Berlin rief parallel zu einer Kundgebung unter dem Motto "Gute Arbeit? Gerechtigkeit? 
Solidarität? - Nicht beim DGB!" auf. ---- Anlass der Kundgebung war in erster Linie der 
Konflikt eines FAU-Mitglieds mit der DGB Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin. Dort sind 
Honorare für Seminar-Leiter*innen nicht nur äußerst gering, diese werden seit Jahren 
oftmals auch nicht fristgerecht gezahlt und Mahnschreiben werden ignoriert.

Zwar wurde dem betroffen Mitglied das ausstehende Geld nach einem persönlichen Besuch von 
FAU-Vertreter*innen bei den DGB-Verantwortlichen überwiesen, allerdings wurde wenig später 
dessen Rahmenvertrag gekündigt.

Doch es ging bei der Kundgebung nicht nur um diesen Einzelfall. Der reale Stundenlohn 
vieler Bildungsarbeiter_innen bewegt sich nach aktuellen Recherchen oft unter dem 
Mindestlohn – denn von ihrem Honorar müssen freiberuflich Tätige allein für 
Sozialversicherungsbeiträge aufkommen und mit Vorbereitung und Betreuung vor Ort in der 
Regel auch wesentlich mehr Arbeit leisten, als die reine Seminarzeit: Auch die DGB-Jugend 
Berlin-Brandenburg bezahlt Seminar-Leiter_innen auf diese Weise miserabel.

Siehe: 
https://prekaereswissen.wordpress.com/2016/03/25/honorare-in-bildungs-und-wissenschaftsbetrieb-oft-unterhalb-des-mindestlohns/

An der Kundgebung beteiligten sich FAU-Mitglieder, Kollegen und weitere solidarische 
Unterstützer*innen. Vor den 3 großen Schlagworten, welche am Gebäude in der Keithstraße 
prangen (Gute Arbeit, Gerechtigkeit, Solidarität) wurde mit Transparanten und 
Redebeiträgen auf die widersprüchliche, gar arbeitgeberähnliche Praxis des DGB aufmerksam 
gemacht. Passant*innen wurden mit Flyern über den Konflikt und die prekären 
Arbeitsbedigungen im Bildungswerk des DGB informiert.

Auch wurden den Verantwortlichen in der Keithstraße per Megaphon hilfreiche Tips gegeben, 
was sie konkret gegen "Prekäre Arbeit" tun können, anstatt nur im Rahmen der Konferenz 
darüber zu reden. Im eigenen Hause damit anzufangen, wäre wohl der erste logische Schritt: 
Angemesse Löhne und Honorare garantieren, pünktlich zahlen sowie bessere 
Partizipationsmöglichkeiten für Arbeiter*innen im Betrieb und in der Gewerkschaft etablieren.

Ob sich die Verantwortlich diese Tips zu Herzen nehmen, bleibt zu bezweifeln. Trotzdessen 
war die Kundgebung ein voller Erfolg und hat wieder einmal gezeigt:

"Ein Angriff auf Einzelne ist immer ein Angriff auf uns alle!"

https://berlin.fau.org/news/gute-arbeit-gerechtigkeit-solidaritaet-nicht-beim-dgb


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