(de) FAU-IAA: DIREKTE AKTION #232 – NOV/DEZ 2015 - Minijobkampagne 2.0 -- Für die ASJ Leipzig ist der Mindestlohn kein Grund, nachzulassen

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Sun Apr 3 13:01:45 CEST 2016


Politiker: „In der Bundesrepublik Deutschland wurden während meiner letzten Amtsperiode 
mehrere Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen!“ Arbeiterin: „Stimmt, ich hab allein drei 
davon.“ ---- Die Anarchosyndikalistische Jugend (ASJ) Leipzig hat Ende letzten Jahres 
einen Lohnspiegel veröffentlicht, anhand dessen Arbeitsumstände, Lohn und Einhaltung von 
arbeitsrechtlichen Standards überprüft werden sollten. ---- Mit der Einführung des 
bundesweiten Mindestlohns hätte sich zumindest der absolute Niedriglohnsektor verringern 
sollen. De facto haben Arbeitgeber, besonders im Bereich von Gastronomie- und anderen 
Kleinbetrieben, Wege gefunden, den Mindestlohn einzuschränken oder zu umgehen. Viele 
dieser Wege sind nicht einmal neu; Beispiele hierfür sind unbezahlte Überstunden, 
fehlender Anspruch auf bezahlten Urlaub oder direkt Schwarzarbeit. Während es uns 
natürlich fern liegt, Beschäftigten Vorhaltungen zu machen, zu welchen Umständen sie zu 
arbeiten haben, ist vielen von ihnen einfach nicht bewusst, dass sogar die Gesetze der BRD 
ihnen bessere Mindeststandards zusichern. Indessen sind entsprechende Arbeitskämpfe 
oftmals ein guter erster Schritt, um ArbeiterInnen ihre eigenen Fähigkeiten bewusst zu 
machen und sie an die Organisierung am Arbeitsplatz und weiterführend in Syndikaten zu 
gewöhnen.Um die entsprechenden Informationen mehr ArbeiterInnen zugänglich zu machen, legt 
die ASJ Leipzig in Kooperation mit und unterstützt von der FAU und IWW Deutschland nun die 
Minijobkampagne erneut auf.

Diese umfasst Plakate, Flyer und eine veränderte Neuauflage der Minijobbroschüre, 
ursprünglich herausgegeben von der ASJ Berlin. All die Materialien haben die grundlegende 
Funktion, KollegInnen über ihre Rechte und Möglichkeiten zu informieren und auf 
ausführlichere Informationsquellen und örtliche Syndikate zu verweisen, welche ihnen 
hoffentlich weiterhelfen können.Die wichtigste Information, welche vielen Beschäftigten 
nicht bekannt ist, besteht schon darin, dass ein Minijob rechtlich gesehen identisch mit 
einem „normalen“ Job ist. Beispielsweise haben auch Minijobbende den normalen Anspruch auf 
bezahlten Urlaub (24 Urlaubstage im Jahr, falls 6 Tage pro Woche gearbeitet 
wurde).Minijobs gehören zu den prekärsten Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland und 
die wenigsten Minijobbenden sind organisiert. Einerseits bringen es die größeren 
Gewerkschaften zu kaum mehr als Lippenbekenntnissen, was die Unterstützung dementsprechend 
Beschäftigter angeht. Andererseits wird durch eine dauernd wechselnde Belegschaft die 
Organisierung erschwert. Und oftmals fehlt vielen die Zeit, denn um sich über Wasser zu 
halten, haben sie mehrere Minijobs gleichzeitig. Zum einen aufgrund ihrer übermäßigen 
Belastung und zum anderen aus strategischer Überlegung (Minijobbende als bisher kaum 
organisierte Beschäftigte) benötigen aber genau diese Menschen jede Unterstützung, die 
ihnen kämpferische Gewerkschaften zukommen lassen können.Falls ihr Interesse habt und euch 
an der Kampagne beteiligen wollt, so nehmt doch einfach Kontakt zu uns auf: 
asjl.blogsport.de/kontakt. Noch sammeln wir Bestellungen, auch wenn wir bald in den Druck 
gehen wollen.Zu generellen und juristischen Informationen und für eine Voransicht der 
Materialien könnt ihr auch die Homepage der Kampagne besuchen: www.Minijob.cc

ASJ Leipzig


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