(de) FdA-Ifa - Gai Dao #57 - Kampagne für libertäre Zentren im Elbsand­steingebirge: Unterstützt den Aufbau von Gäste­ und Tagungszentren! Von: Schwarz-Rote Bergsteiger_innen

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Wed Sep 23 18:20:08 CEST 2015


Das Elbsandsteingebirge, auch bekannt unter dem Namen Sächsische Schweiz, war in den 90er 
Jahren nicht nur als sehenswertes Mittelgebirge bekannt, sondern zu Recht auch als eine 
der braunsten Hochburgen Deutschlands verschrien. Seit nun mittlerweile 6 Jahren ist die 
Region aber auch als Urlaubsdomizil und Veranstaltungsplatz bei vielen Libertären bekannt, 
der Einfluss antifaschistischer und alternativer Kräfte spürbar. Nun wollen die 
Schwarz-Roten-Bergsteiger*innen als AG der Dresdner FAU, die gleichzeitig föderiertes 
Mitglied in der FdA ist, mit einer Spendenkampagne einen Schritt weiter gehen. ---- Was 
wir aufbauen wollen ---- Wir bitten euch, uns bei der Realisierung von libertären Gäste- 
und Tagungshäusern im Elbsandsteingebirge zu helfen. Aktuell sind wir seit 6 Jahren dabei, 
linke Zusammenhänge in die Region einzuladen, Kontakte vor Ort zu knüpfen, 
Unterstützer*innenkreise auf- und unsere Bildungsangebote und Führungen auszubauen. Was 
wir nun an Räumen und Zentren realisieren können, wird stark von finanzieller wie 
praktischer Hilfe abhängen, die wir durch die Kampagne erfahren.

Urlaub und Klausuren gegen Spende

Aktuell bewirtschaften wir mit anderen Kollektiven zusammen, kleine,
aber massive Hütten, die für Wander- und Politgruppen, Urlaub und
Klausuren von bis zu 20 Leuten ausreichen und die sehr schön gelegen
sind. Diese Hütten wollen wir in jedem Fall aus ihren bisher unsicheren
Besitzverhältnissen in eine kollektive Verwaltung übernehmen. Gleich-
zeitig haben wir aber auch verschiedene, wunderschön gelegene Groß-
objekte im Blick. Damit wollen wir einerseits noch größeren Gruppen
Wanderseminare, Tagungsorte und Ferienlagerplätze zur Verfügung
stellen und andererseits libertäre Festivals, Kongresse und weitere
Freizeitaktivitäten möglich machen.

Durch die angestrebte Mischnutzung als libertäres Feriendomizil gegen
Spende auf der einen Seite und Tagungsort auf der anderen erhoffen wir
uns, inmitten der Felsen einen europaweit bedeutenden Anlaufpunkt
und eine Begegnungsstätte für emanzipatorische Gruppen zu schaffen.
Für Libertäre aller Colouer besteht dann die Möglichkeit, sich vor Ort
zu treffen, zusammen zu urlauben, zu feiern und sich gegenseitig zu in-
spirieren.

Wirken mit anderen in der gesamten Region

Gleichzeitig wollen wir der vergleichsweise starken, aber vom Rechts-
populismus gebeutelten libertären Bewegung in Dresden unter die Ar-
me greifen, indem wir libertäre Politik, Kultur und Ökonomie von unse-
rem Zentrum aus ins Umland verbreiten und damit eine emanzipatori-
sche Regionalkultur (s.u.) schaffen.

Zu diesem Zweck arbeiten wir schon jetzt mit anderen Gruppen und
einzelnen Interessierten zusammen, die in der Region beispielsweise
Wohnprojekte gründen wollen. Wir beraten sie bezüglich der Wahl von
Immobilien und Ortschaften und geben außerdem Kontakte weiter.
Wichtig ist es uns, kein isoliertes Projekt zu schaffen, das an den rest-
lichen Bewohner*innen der Region vorbeigeht. Daher achten wir da-
rauf, in erreichbarer Nähe zu schon bestehenden Projekten nach Immo-
bilien zu suchen und andere Gruppen einzuladen, sich ebenfalls in der
Nähe niederzulassen. So kann eine lebendige, linke Community entste-
hen, die groß genug ist, sich gegenseitig zu helfen, kulturell zu ergänzen
und auch die restlichen Mitmenschen sowie die Regionalpolitik aktiv zu
beeinflussen.

Viele weitere Ideen existieren, hängen aber von den konkreten finanz-
iellen und personellen Möglichkeiten ab, die sich durch unseren Aufruf
und die Kampagnenarbeit ergeben. Die Ideenfülle reicht von der Inte-
gration eines sozialen Zentrums für Anwohner*innen über die Schaf-
fung von Probe- und Aufnahmeräumen bis hin zur Angliederung eines
Wohnprojektes oder von Kollektivbetrieben.

Warum das Elbsandsteingebirge?

Natur und Bewegungsgeschichte

Der Punkt, der wohl am stärksten ins Auge springt, ist die besondere
landschaftliche Schönheit der Region. Hier lassen sich Projekte in ruhi-
ger Waldlage aufbauen, von denen aus mensch direkt zu einer Reihe
von Berg- und Wassersportaktivitäten starten kann. Ebenfalls möglich:
Seele baumeln lassen, Wald erleben, gemeinsam abschalten oder im
idyllischen Setting Klausuren, Workshops und Tagungen durchführen.
Aber auch inhaltlich gibt es einige Gründe, die Region zu besuchen. So
war die Gegend in der Weimarer Republik als rote Hochburg bekannt
und auch die anarchistischen
Strukturen der Region konnten sich
sehen lassen. Nach 1933 wurde das
Mittelgebirge deshalb und auch
wegen seiner Grenznähe zu einem
wichtigen Schauplatz des deut-
schen NS-Widerstandes. Gleichzei-
tig ist die Sächsische Schweiz aber
auch Mahnmal für die grausamen
Verbrechen der Nationalsozia-
list*innen. So befanden sich in der
Region mehrere frühe KZs, wich-
tige Infrastruktur von SS und SA,
die größte Euthanasieanstalt des
Reiches und mehrere KZ-Außen-
lager. Als Anarchist*innen nutzen
wir die Region daher vor allem auch, um auf vielseitige Weise aus der
Geschichte zu lernen und sie auf Wanderungen oder mit dem Fahrrad
an ihren Schauplätzen inhaltlich aufzuarbeiten.

Libertäre Regionen schaffen!

Dresden als Großstadt, die nur einen Steinwurf entfernt liegt, kann auf
eine wechsel- aber kraftvolle libertäre Geschichte seit Mitte der 1980er
Jahre zurückblicken. Die außerparlamentarische Linke ist ganz überwie-
gend anarchistisch geprägt. Die FAU Dresden löste ab 2011 langsam das
Libertäre Netzwerk als starke libertäre Lokalföderation ab. Diese ent-
wickelte sich zu einer der stärksten FAU-Gruppen deutschlandweit und
leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärke der FAU-Region Ost.
Auch zu anderen anarchistischen Gruppen in Sachsen gab und gibt es
guten Kontakt. Mit Initiativen wie den SRB und anderen versuchen wir
jedoch kontinuierlich auch in anderen Städten wie Pirna, Meißen und
Riesa eigenständige anarchistische Strukturen aufzubauen. Lokale Akti-
vist*innen sind ambitioniert, organisierten Anarchismus und Anarcho-
syndikalismus nicht allein Großstadtphänomen sein zu lassen, sondern
im Gegenteil eine langlebige libertäre und gesellschaftlich breite Bewe-
gungskultur zu schaffen.

Für dieses Ziel muss das Elbsandsteingebirge eine wichtige Rolle spie-
len. Zum einen sind in der Region bereits drei befreundete linksradikale
Gruppen und Projekte aktiv, zum anderen bildet auch die breite und
recht progressive Künstler*innenbewegung der Region ein dankbares
und offenes Netzwerk. Die Region ist für eine ländliche Gegend über-
durchschnittlich gut angebunden und verfügt in Sachen Konsum- und
Kulturmöglichkeiten über vergleichsweise urbane Standards. Es exi-
stiert beispielsweise eine Restaurantkette mit fair gehandeltem, vega-
nem Angebot. Ebenso sind die Möglichkeiten zur Erwerbsarbeit recht
vielseitig; Handwerk, Naturschutz, Forst, kleinere Industrie, Logistik
und natürlich Tourismusbetriebe lassen sich hier finden. Das ist nicht
nur Ausgangslage für einen Zuzug berufstätiger Aktivist*innen, son-
dern bietet außerdem relativ gute Möglichkeiten auch auf dem Land für
syndikalistische Konzepte in Form von gewerkschaftlich organisierten
Kollektivbetrieben zu werben.

Auch sonst bietet sich die Region an, um thematisch vielschichtigen Se-
minaren und Workshops noch einen aktionistischen Praxisteil anzu-
hängen. Nazi- und Bundeswehr-
strukturen sind in der Region
vorhanden, Armut und Arbeitslo-
sigkeit sind zum Teil groß; es fehlt
an Freiräumen und auch mit dem
tatsächlichen Naturschutz im Na-
tionalpark ist es nicht weit her. In
den vergangenen Jahren konnten
wir dabei feststellen, dass libertäre
Interventionen mit einfühlsamen
und gleichsam klaren Worten hier
eine Menge positive Resonanz er-
zielen können. Die besonderen
Geländebegebenheiten erweitern
dabei das Spektrum möglicher Ak-
tionsformen noch einmal erheblich
und schaffen ihren ganz eigenen Reiz.

Brücken über Grenzen bauen

Ein weiterer Punkt ist besonders hervor zu heben: Von den wichtigsten
Bahnhöfen aus bestehen direkte Zugverbindungen nach Praha, Bratis-
lava, Budapest, München, Berlin, Hamburg, Wien und viele andere
Städte. Von Decin, der nächsten großen Stadt im tschechischsprachigen
Raum, kann mensch in 45 Minuten, vom Bahnhof in Dresden aus in 35
Minuten in die Region fahren. Dazu fahren die regionalen Zug-
verbindungen halbstündlich bis stündlich und das bis in die Nacht
hinein. Die Region ist zwar nicht zentral in Deutschland gelegen, ist
aber für eine Reihe von Regionen und Ländern mit sehr unterschied-
lichen libertären Bewegungen leicht erreichbar. Mit Veranstaltungen
können wir damit aktiv die Vernetzung und den inhaltlichen wie
praktischen Austausch über Ländergrenzen hinweg fördern.
Insbesondere mit den Genoss*innen der anarchistischen Föderation in
Tschechien haben wir dabei in den vergangenen Jahren im Kampf ge-
gen antiziganistische Pogrome in Tschechien immer wieder die Erfahr-
ung gemacht, wie wichtig es sein kann, von beiden Seiten der Grenze
aus gemeinsam agieren zu können.

Was ihr tun könnt.

Ihr könnt uns auf verschiedensten Wegen unterstützen. Wir benötigen
finanzielle Unterstützung zur Realisierung unserer Vorhaben. So helft
ihr uns zum Beispiel mit einer einmaligen Spende, einer Soli-Kneipe
oder mit der Einrichtung eines Dauerauftrages, auch gern mit Kleinst-
beträgen, bereits enorm. Je mehr Geld wir im Vorfeld sammeln, desto
schneller können wir auf gute Immobilienangebote reagieren und desto
sicherer können wir planen.

Ebenso freuen wir uns über Kontakte zu Handwerker*innen und Bau-
sachverständigen aller Art. Wer sich vorstellen kann, uns vor Ort
ehrenamtlich bei Baueinsätzen oder Immobillienbesichtigungen zu un-
terstützen, kann sich gerne melden.

Aber es geht auch einfacher: Nutzt einfach mit Freund*innen unsere
Freizeit- und Ferienangebote, lernt die Region und unsere Strukturen
kennen und macht sie weiter bekannt.

Wer wir sind und was wir machen.

Die Schwarz-Roten-Bergsteiger*innen sind ein seit 2009 bestehender, lo-
ser Zusammenhang von libertären Natur- und Bergsportfreund*innen
in und um Dresden. Seit diesem Jahr konstituieren wir uns wieder stär-
ker, um größere Veranstaltungen, aber auch den Erwerb von Immobi-
lien realisieren zu können. Organisiert sind wir als Arbeitsgruppe in der
FAU Dresden. Unsere Mitglieder sind gleichzeitig Mitglieder der FdA.

Seit unserer Gründung haben wir immer wieder Wanderungen und
Klettertouren für politische Aktivist*innen geführt und begleitet - so-
wohl mit politisch-inhaltlichem Programm als auch aus rein touristi-
schen Aspekten heraus. Bisheriger Höhepunkt war unser erstes viertä-
giges Wanderseminar für organisierte Anarchist*innen im Mai dieses
Jahres. Für das Jahr 2016 planen wir eine einwöchige Neuauflage. Den
besonderen inhaltlichen Schwerpunkt bildet für uns dabei die NS- und
Widerstandsgeschichte der Region. Gleichzeitig mischen wir uns auch
in aktuelle politische Konflikte ein und mobilisieren z.B. zu anti-
faschistischen Protesten in der Region.

Daneben organisieren wir Räumlichkeiten für Klausuren und kleinere
Tagungen inmitten des Elbsandsteingebirges und beraten Hausprojekt-
gruppen, die einen Zuzug erwägen, ausführlich über unsere Erfahr-
ungen mit verschiedenen Ortschaften und aktuell leerstehenden Gebäu-
den. Daneben versuchen wir Netz-werke zwischen allen emanzipato-
rischen Menschen in der Region aufzubauen.


Weiterführende Infos

Schwarz-Rote Bergsteiger_innen
dresden.fau.org/freizeit-und-soziales/
akfreizeit at riseup.net
Wanderungen, Klausuren, Führungen gegen Spende, bitte
mindestens einen Monat im Vorraus anfragen.
Spenden:
Allgemeines Syndikat Dresden
IBAN: DE11 8306 5408 0004 8128 91
BIC (SWIFT-Code): GENODEF1SLR
Kreditinstitut: VR-Bank Altenburger Land EG
Verwendungszweck: Spende


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