(de) FAU-IAA: Direct Aktion #230 - Struggle, Nachrichten von der Klassenfront

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Wed Sep 9 13:57:38 CEST 2015


TÜRKEI: REPRESSION GEGEN GEWERKSCHAFT BEI POOL-HERSTELLER ---- 200 überwiegend weibliche 
Beschäftigte zählt das Istanbuler Werk des Swimming-Pool-Herstellers "Serapool". Nun wurde 
einer von ihnen wegen gewerkschaftlicher Betätigung die Kündigung ausgesprochen, woraufhin 
die Belegschaft am 15. Juni in den Streik trat und das Werk besetzt hielt. Doch ist die 
Entlassung nur die Spitze des Eisbergs: Im Kern fordern die Angestellten ebenfalls, das 
Lohnniveau von Frauen und Männern im Betrieb einander anzugleichen, zudem das Ende des 
Mobbings gegen Gewerkschaftsmitglieder, sowie bessere Arbeitsbedingungen vor Ort - zum 
Teil wird hier bei 50 C° produziert. Unterstützt wird der Kampf von der 
Glas-Keramik-Gewerkschaft (Cam Keramik-Is Sendikas?), welche Teil der 350.000 Mitglieder 
zählenden linken Gewerkschaftsföderation DISK ist.

ISLAND: KRANKENSCHWESTERN GEGEN STREIKVERBOTSGESETZ

Das isländische Pflegepersonal besteht zu gut 94% aus Frauen. Und - wen wird es 
überraschen - verdient diese Berufsgruppe mit ca. 2000 Euro brutto weitaus weniger, als 
andere Berufsgruppen mit vergleichbaren Qualifikationsanforderungen. Seit Mai kam es unter 
anderem deswegen in einem Zeitraum von mehreren Wochen wiederholt zu Streiks. Daraufhin 
verabschiedete das isländische Parlament ein Gesetz, welches dem Pflegepersonal bis auf 
Weiteres Streiks verbietet und eine Schlichtung bis zum 1. Juli vorschreibt. Prompt legten 
die Isländische Krankenschwesterassoziation (FÍH) und die die Ärzte vertretende 
Gewerkschaft BHM Einspruch ein, in dem sie vor den obersten Gerichtshof zogen, mit dem 
Verweis auf die Unvereinbarkeit des Gesetzes mit dem in der isländischen Verfassung 
garantierten Streikrecht - jedoch ohne entscheidenden Erfolg. Derweil droht eine 
beträchtliche Anzahl von Krankenschwestern mit Massenkündigungen, mit der realistischen 
Aussicht in anderen skandinavischen Ländern ihre Arbeit unter besseren Bedingungen und 
höherer Entlohnung verrichten zu können. Wird bis zum 1. Juli keine Einigung gefunden, 
soll sich ein Schiedsgericht der Sache annehmen.

SPANIEN: TELEFONICA MACHT ZUGESTÄNDNISSE

Nach über 70 Tagen Streik und einer Streikbeteiligung von 95% ist der Kommunikationsriese 
Telefonica nun zu Zugeständnissen an seine Beschäftigten bereit. Konkret geht es um in 
Subunternehmen Beschäftigte im Baskenland. Dort existierte bisher nur ein unzureichender 
Tarifvertrag der großen Gewerkschaften CCOO und UGT. Nun konnte das selbst gewählte 
Streikkomitee einen Vertrag erwirken, in dem u.a. der Lohn auf im Schnitt 15 Euro die 
Stunde angehoben wurde.

BRASILIEN: MERCEDES ENTLÄSST 500 ANGESTELLTE

Bereits Ende April kochte es in der brasilianischen Automobilbranche: Nachdem neben dem 
Mercedes-Werk in São Paulo auch VW, GM und Volvo Entlassungen angekündigt haben, kam es zu 
Streiks, welche alle vier Konzerne vorerst zum Zurückrudern bewegten. Doch zumindest 
Mercedes geht seit Juni wieder in die Offensive: 500 Entlassungen, darüber hinaus sollen 
2000 Aufhebungsverträge geschlossen werden, 7000 Angestellte wurden in Zwangsurlaub 
geschickt. Derweil kampieren 300 Entlassene vor den Werkstoren. Ein Vertreter der 
Metallarbeiter-Gewerkschaft erklärte, sie halte sich jede mögliche Form des Kampfes offen, 
gegen jede Art einseitigen Handelns seitens Mercedes. Sogar von der IG Metall wird der 
Protest hierzulande unterstützt. Neben Solidaritätsbekundungen gibt es auch die 
Ankündigung es nicht hinzunehmen wenn versucht werde, in deutschen Mercedes-Werken eine 
neuerlichen Streik aus Brasilien abzufedern bzw. zu brechen.

ARMENIEN: GEGEN HOHE STROMPREISE

Rund 3000 DemonstrantInnen zogen am 24. Juni wiederholt durch die Straßen der Hauptstadt 
Jerewan. Sie fordern nach wie vor den Stopp einer geplanten Strompreiserhöhung. Lokale 
Medien berichteten von Barrikaden aus Mülltonnen, auch kam es zu einem rabiaten Vorgehen 
seitens der Sicherheitskräfte: Schlagstöcke und Wasserwerfer waren im Einsatz. Bereits 
während einer Demonstration am Vortag hatte die Polizei rund 200 Menschen festgenommen, 
welche aber - offiziellen Angaben zufolge - größtenteils wieder auf freiem Fuß sein sollen.

Zusammengestellt von Redaktion Globales

http://www.direkteaktion.org/230/struggle


More information about the A-infos-de mailing list