(de) FdA/IFA - Gai-Dao #54 - Nicht nur am 1. Mai: Sozialpartnerschaft aufkündigen! von: Gruppe gegen Kapital und Nation Hamburg

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Fri Jul 3 08:28:06 CEST 2015


Jedes Jahr am 1. Mai rufen weltweit Gewerkschaften zu Kundgebungen und Demonstrationen
auf. Sie klagen Unternehmen an und wollen den Staat in die Verantwortung nehmen, endlich
etwas für die Lohnabhängigen zu tun. ---- Den Gewerkschaften fällt es leicht, das prekäre 
Leben der Arbeiter*innen zu bebildern, nennen dafür aber nur immer wieder die falschen 
Gründe. Gerade dadurch sorgen sie dafür, dass nach erfolgreichem "Kampf" der Mist wieder 
von vorne losgehen kann. ---- Bittere Realität: Abhängigkeit vom Kapital ---- Das Groß der 
Menschen hat kein nennenswertes Eigentum, sie nennen nur sich und ihre Arbeitskraft ihr 
Eigen. In der "besten aller Gesellschaften", dem Kapitalismus, ist das eine ziemliche 
Zumutung. Denn um an die alltäglichen Dinge des (Über-)Lebens zu kommen, benötigt es Geld. 
"Bloßer" Hunger oder Durst sind hier kein Grund, um jemanden mit den nötigen Gütern zu 
versorgen.  Bedürfnisse zählen nur, wenn man zahlen kann. Denn von den Lebensmitteln bis 
hin zu den Mitteln der Produktion ist alles Privateigentum.

Um an Geld zu kommen, sind die Leute darauf angewiesen, gegen
Lohn zu arbeiten. Sie müssen darauf hoffen, dass ein Unternehmen
damit rechnet, mit ihrer Arbeitskraft Gewinne zu erwirtschaften. Ob
es diese unternehmerische Kalkulation überhaupt gibt und wie sie
dann schlussendlich ausfällt - das entscheidet über Lohn oder Ar-
beitslosigkeit.

Der Lohn ist für die Arbeitenden stets zu niedrig und für die Unter-
nehmen stets zu hoch. Während er für die einen das einzige Mittel
zum "Über-die-Runden-kommen" ist, stellt er sich für die Gegenseite
als lästiger, aber notwendiger Kostenfaktor dar. Aus diesem Inter-
essengegensatz entwickelt sich notwendigerweise ein Streit um die
Höhe des Lohns.

Das Mittel in diesem Kampf um den Lohn ist der Streik. Dabei wird
das Unternehmen unter Druck gesetzt, indem gemeinsam der Dienst
verweigert wird. Die Organisierung in Gewerkschaften stellt hier
grundsätzlich erstmal eine gute Sache dar, denn Arbeitskämpfe kön-
nen kollektiv geplant, über Betriebe hinaus verknüpft und von be-
triebsfremden Lohnabhängigen unterstützt werden.

Gewerkschaften heute: Falsche Freundschaften

In Deutschland werden Arbeitskämpfe in der Regel zahm geführt,
Gewerkschaften verzichten freiwillig auf "zu hohe Forderungen" und
Streiks möchte man am liebsten gar nicht führen - wenn doch, dann
nur kurze Warnstreiks. Der soziale Frieden soll schließlich nicht in
die Brüche gehen. Denn hierzulande praktizieren Gewerkschaften
und Unternehmensverbände Sozialpartnerschaft.   Lohnabhängige
und Kapital sollen miteinander versöhnt werden. Eine Auflösung
ihres Gegensatzes ist jedoch nicht möglich, er ist fundamental für
die Welt des Privateigentums.  Die  Sozialpartnerschaft führt dazu,
dass Arbeitskämpfe auf ein niedriges Maß begrenzt werden, um der
Gegenseite nicht zu sehr zu schaden. Im Klartext: Weniger Lohn für
uns! Gleichzeitig wird damit der Interessengegensatz und unsere be-
schissene Rolle in ihm zementiert und aus der Kritik genommen.

Was ansteht: Kritik & Klassenkampf

Wenn es um unsere Bedürfnisbefriedigung gehen soll, dann muss
mit der aktuellen gewerkschaftlichen Praxis aufgehört werden. Bei
den heutigen Arbeitskämpfen muss mit der Sozialpartnerschaft auf-
geräumt und die Feindschaft zur Gegenseite wirklich eröffnet wer-
den. Die Kritik an dieser bedürfnisfeindlichen Gesellschaft muss
organisiert und unter die Leute gebracht werden, damit irgendwann
Schluss gemacht werden kann mit ihr! Nur dann wird es irgendwann
Wohlstand für alle


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