(de) ANARCHIST COLLECTIVE COLOGNE: D12 – Bericht zu den Protesten gegen die Klimakonferenz in Paris am Wochenende um den 12.12.15 -- “We are unstoppable an other world is possible”

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Thu Dec 31 13:56:54 CET 2015


1. Der Vortag ---- Im Kulturzentrum 104 fanden die verhandlungszeitüber 
Infoveranstaltungen, Workshops und die Koordinierung von einigen Protesten statt. ---- Am 
Freitag dem 11.12. vor dem Ende der Verhandlungen gab es besonders viele 
Informationsveranstaltungen zu der geplanten Red-Line-Blockade-Action am Samstag. Hier ist 
hervorzuheben, dass besonders im Bereich der Aufklärung über Repression in Paris sehr gute 
Vorbereitungen von den organisierenden Gruppen getroffen wurden, speziell bezogen auf dem 
Belagerungszustand in Paris und der damit einhergehenden Kriminalisierung jeglicher 
Demonstration. Es wurde über rechtliche Aspekte, sowie Prävention und Behandlung von 
verschiedener polizeilicher Repression informiert und die geplante Aktion der „roten 
Linie“ detailliert vorgestellt.

Dabei sollten die Demonstrierenden durch rote Kleidungsstücke, Schirme, Rosen und lange 
rote Bänder “rote Linien” durch die Stadt bzw. die Kundgebungsorte ziehen, um zu 
verdeutlichen, dass das es eine rote Linie bezüglich des Klimas und der Umwelt gibt, die 
nicht überschritten werden darf. Das Ergebnis der Verhandlungen hat deutlich gezeigt, dass 
die Politiker*innen diese Grenze nicht respektieren und ihre wirtschaftlichen Interessen 
Priorität haben´vor dem Schutz unseres Planeten.

Die Information vor Ort hat uns an eine Schlafplatzbörse verwiesen, welche uns 
Übernachtungsmöglichkeiten bei Anarchist*innen organisieren konnten.

2. Red-line-action

Die geplante Blockade wurde im Laufe des Vortags unerwarteter Weiße doch legalisiert, so 
fanden wir gegen Mittag des 12. Dezembers nahe des Arc de Triumphs eine Versammlung 
überwiegend rotgekleideter, motivierter Klimaaktivist*innen vor. Die Blockade ist im 
Einverständnis mit der Polizei erfolgt und der Verkehr wurde für die Dauer der 
Demonstration umgeleitet. Es war auffällig viel Presse vor Ort, die auch jede Inszenierung 
der anwesenden NGOs aufnahmen. Die Demonstration schien generationen- und 
nationenübergreifend. Neben Verkleidungen wurde auch viel Musik genutzt, um der Meinung 
Ausdruck zu verleihen. Explizit anarchistische Inhalte waren nicht zu finden, was auch 
daran liegen könnte, dass sich 350.org von den Protesten am 29.11. distanzierte und 
deklarierte, dass die Aktivist*innen, die daran teilnahmen, nicht der Klimabewegung 
zuzurechnen seien. An der Stelle möchten wir betonen, dass auch wenn wir unterschiedliche 
Einstellungen gegenüber Gewalt als Teil politischer Aktionen haben, uns gegen 
Entsolidarisierungen stellen.

Während der Demonstration wurde durch die stumme Weitergabe von Zetteln die Information 
einer weiteren, nicht genehmigten Demonstration um 17. Uhr in einem anderen Stadtteil von 
Paris, verbreitet.

3. Protest am Eifelturm

Der Weg vom Arc de Triumph zur Aktion von Alternatiba am Eiffelturm entwickelte sich zu 
einer spontanen Demonstration, welche den Verkehr teilweise blockierte. Durch eine 
koordinierte Aktion wurde die Demonstration auf der Brücke vorm Pariser Wahrzeichen zum 
Stehen gebracht und dann eine Sitzblockade eingeleitet. Informationen während der Blockade 
wurden mithilfe der Human–Microphone-Methode weitergegeben. Es wurde gemeinsam die 
Entscheidung getroffen, der Forderung der Polizei, die Brücke zu räumen, nicht 
nachzukommen. Nach etwa einer Stunde verlagerte sich die Menschenmenge unter den 
Eifelturm, wo der politischen Meinung vielfältig weiter Ausdruck verliehen wurde durch 
u.a. viele Blechbläser, die sich geplant wie auch spontan zusammen fanden, um politische 
Lieder zu spielen.

4. Die Demonstration durch Belleville

Um 17 Uhr wurde sich an der Haltestelle Belleville versammelt. Unterstützt von der 
internationalen Sambagruppe (Rhythms of the Resistance) bildete sich kurz darauf eine 
unangemeldete, überwiegend in schwarz gehaltene Demonstration. Im Laufe der nächsten 
Stunde zogen die etwa 300 Menschen durch das Viertel, riefen Parolen in die Nacht und 
schrieben sie an die Fenster. Dabei erhielten sie Unterstützung durch die Anwohner*innen. 
Konfrontationen mit der Polizei wurden durch Joggen und das Errichten von 
Materialblockaden vermieden. Letztendlich wurde die Demonstration bei dem Versuch, einen 
Kanal zu überqueren, gespalten und ein Teil (mit ca. 80-100 Menschen) in einem Kessel 
festgehalten. Dabei wurden besonders viele Zivi-Cops, welche sich zusätzlich mit Helmen, 
Schlagstöcken und Pfefferspray ausgestattet hatten, eingesetzt. Jedoch wurden diese 
schnell durch die Militärpolizei ergänzt. Der unangenehme, massive Einsatz von 
Pfefferspray hinderte die Teilnehmenden an der Flucht. Nach 20 Minuten der Ungewissheit 
konnte durch Verhandlungen mit der Polizei erreicht werden, dass die Demonstrant*innen den 
Kessel in Zehnergruppen unidentifiziert verlassen konnten. Die Forderung auf frühzeitige 
Entlassung eines von Kopf bis Fuß durchnässten Genossen, der durch die Geschehnisse zuvor 
ins Wasser gedrängt worden war, wurde abgewiesen.

Video Manif Anticop21 à Paris - 12 décembre 2015
https://www.youtube.com/watch?v=9vF9E_nkcSE%20

http://afrheinruhr.blogsport.de/2015/12/26/akk-bericht-zu-den-protesten-gegen-die-klimakonferenz-in-paris-am-wochenende-um-den-12-12-15/


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